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Der Orient · 1844-08-06 · 32 (6.8.1844) · p. Spalte 503-504

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Journal
Der Orient
Volume
1844
Issue
32 (6.8.1844)
Date
1844-08-06
Page
Spalte 503-504 (sequence 4)
Language
German
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503 504 Erklärung einer Stelle im Josephus. — Zur alten Geographie. ches Andere, in sich selbst Widersprechende, wie ich schon im zweiten Theile meiner Geschichte nachgewiesen habe". Jndeß dürste doch diese Mittheilung in weiterm Kreise vielleicht nicht überflüssig sein, wiewohl sie keinen Grund giebt, die übrige Erzählung daselbst zu verdächtigen. — Mag nun der Historiker Fl. Josephus immerhin an Widersprüchen laboriren, so glauben wir ihn doch von dem vermeinten „naturhistorischen Fehler" freisprechen zu können. Denn 1) war das Gift, welches, vom Varus dem zum Lode Verurtheilten gereicht, den augenblicklichen .Tod desselben zur Folge hatte, nicht „Viperngift oder der Saft von anderen Schlangen" und 2) vermag ein solches, auch auf andere Weise, als durch den Biß in den Körper gebracht, Lodtliche Wirkung aus letzteren zu äußern. Ad 1. Im 30. Kapitel des erwähnten ersten Buchs de bello Judaico uns Josephus das Bekenntniß des Samaritanischen Antipater, Schatzmeister des Königssohnes Antipater mit, worin es heißt, daß letzterer ein tätliches Gift (örjlrjTqQiov cpcc$[iciv.ov) von seinem Freunde Antiphilus aus Egypten begehrt , dieses auch Lheudion, der Oheim Antipaters erhalten, und dem Pherora zugestellt habe, damit dieser, während Antipater's Aufenthalt in Rom, den Herodes damit vergiften solle. Die Frau des (bereits verstorbenen) Pherora habe dann, erzählt Josephus weiter, eine Büchse, worin noch ein Theil jenes Giftes enthalten war, auf Befehl des Königs Herodes vor diesen bringen müssen (6), und die Mutter, wie der Bruder des Antiphilus hätten darauf ausgesagt (7), daß dieser die Büchse mit aus Egypten gebracht und das Gift von seinem Bruder erhalten habe, welcher zu Alexandrien die Arzneikunst ausübe (%cd ßla&Zv tioiq’ ddelcpov to cpUQiiccKov rcpownov, LcczQSvovzog ev ’Ale£,ccv ÖQsCa). — Es wird das Gift hier stets „to vpaq^ia%ov“ genannt, ein Wort, welches die Griechen ebenso oft für medieamentum (Arznei) als für venenum gebrauchten und daher in letzterem Sinne vorzugsweise dasjenige Gift darunter verstanden, welches aus Pflanzen oder anderen Stoffen bereitet ward, welche unter anderen Verhältnissen und in kleinerer Gabe zu Arzneien dienten, während „d'iog“, einigen Stellen im Plutarch und Sophokles zu folge, dasjenige venenum bezeichnet, „quod serpentes et cetera animalia venenata quasi ejaculantur“ wie es im Thesaurus graecae linguae des Stephanus (T. L p. 1676) heißt. Varus gab nun aber dem zum Lode Verurteilten nicht das Viperngift und den Saft von anderen Schlangen (lovg aoTtldcov %vlov$ stsqcov sQ7t£zcov), sondern das andere Gift, welches „TO cpuQficcKov“ genannt wird. Was dieses enthalten, wird zwar nicht angegeben; doch läßt sich aus der angeführten Bedeutung des Werkes schließen, daß dasselbe kein animalisches, sondern ein von dem Alexandrinischen Arzte aus verschiedenen, wahrscheinlich nur vegetabilischen Substanzen komponirtes Gift gewesen sei. Ad. 2. Man nimmt zwar gewöhnlich an, daß das Gift der.Vipern und anderer Schlangen nur durch den Biß für andere Lhiere und Menschen tödtlich werden könnte; doch scheint das auf einen Jrrthum zu beruhen. Denn wenn gleich schon Celsus (de niedicina Lib. V. 3.— Biponti 1786 p. 314), indem er von der Kühnheit der Psylten erzählt, mit welcher sie das Gift aus den Schtangenbißwunden saugten, die Meinung ausspricht, daß das Schlangengift „mm gusta, sed in vulnere“ schade, und selbst Fontana, Mangili und Default, das Viperngift, in den Magen von Hunden und Vögeln gebracht, unschädlich fanden, so beweisen doch andere Beobachtuygen das Gegentheil, und es erklärt sich das Resultat der letztgenannten Experimentatoren daraus, daß nach Paletta nicht alle Arten von Vipern gleich giftig sind (Kleineres Repertor. d. ges. med. chir. Journalistik. Jahrg. 11. H. 12. S. 145). Erst am 12. September verflossenen Jahres theilte Herr Rufz der Academie de nvedeciue zu Paris einen traurigen Fall von Vergiftung eines dreijährigen Kindes in Folge von V er sch lu cken eines Vipernzahn e s mit (von Frorieps Notizen aus dem Gebiete der Natur- und Heilkunde. Okt. 1843. Nr. 600. S. 96). Auch reichten von dem Gifte der Brillenschlange schon 2 Gran, auf die Oberfläche des Gehörganges eines Hundes gebracht, hin, denselben zu tödten (ebendas. 1828. Bd. XIX. Nr. 19). Ja selbst lange Zeit, nachdem das Schlangengift dem Einflüsse der Vitalität entzogen ist, und in getrocknetem Zustande scheint dasselbe seine Wirksamkeit nicht zu verlieren, wie dies die Versuche von Erdmann zu Berlin (Schweigger-Seidel's neues Jahrb. der Chemie und Physik. Bd. V. H. 4. 1832) zeigen, welche an Lhieren mit dem, von den Pfeilen eines Buschmanns-Hottentotten gesammelten Gifte an gestellt wurden, welches nach Lichtenstein (dessen Reisen im südlichen Afrika in den I. 1803, 4, 5 und 6. Th. 11. S. 321. Berlin 1832.) Thunberg u. A. außer einigen Pflanzenstoffen, vorzugsweise aus Schlangengift besteht. — Aus der angeführten Stelle im Josephus (de belln Jud. L. 1. c. 31. 1), wo es heißt, „daß Batyllus gegen den Antipater gezeugt und Viperngift, wie den Saft von anderen Schlangen vorgezeigt habe, womit derselbe, wenn das erste Gift zu schwach wäre \ü zo TtQcozov cca&evTicri cpagiianov) den Herodes vergiften zu lassen beabsichtigte" erfahren wir nun, daß die Alten, welche mit der Komponirung von Giften vertrauter, als wir-gewesen zu sein scheinen, auch schon den Saft von Vipern und anderen Schlangen als ein sehr starkes innerliches Gift gekannt oder doch wenigstens ein solches daraus zu bereiten verstanden haben müssen. Es erschien uns daher jene Stelle, sowohl in historischer als naturhistorischer Hinsicht interessant genug, um sie einer nähern Prüfung zu unterwerfen. Wolfenbüttel. Dr. B. Frank. Zur alten Geographie. Hr. Jakob Kaplan aus Minsk hat in seinem yr\nt Th. 2, S. 211, Anmerkung 1. die höchst sinnreiche, durch den Talmud (Joma,

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