Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 5 (1844)
- Issue
- Heft 32 (6.8.1844)
- Date
- 1844-08-06
- Page
- Seite 243 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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243 - | sg^terri ererbte Glaube nicht abhanden komme, eine Ge- | hie besonders den Söhnen der Reichen hier und i on andern Orten droht, aber Gottlob jetzt von den Eltern derselben mehr und mehr erkannt, gefühlt und gewürdigt wird. Daß nur eine Beseitigung dieses Uebell ftanb^, eine Abhilfe für diesen Mangel, die alleinige Ab-! sicht des Verfassers ist, dafür wird schon sein bisheriges literarisches Wirken bürgen können; er hat nie aus I; selbstsüchtigen, eigennützigen Motiven die Feder geführt,; auch nie auf den kleinsten Gewinn dafür Anspruch ge-! macht. Wenn er aber jetzt Willens ist, das ganze Werk die bereits erschienenen Hefte in nochmaligem ver-! besserten Abdrucke mit einbegriffen — herauszugeben; \ wenn er ferner auch alle in der Tora vorkommenden Ge- ' setze nach der Tradition — so weit sie zur Vollständigkeit i des Kommentars und zur Belebung des religiösen Gefühls bei der Jugend gehören — hinzuzufügen sich bestrebt, so heischt dies einen Kostenaufwand, den der Versasser im Voraus gedeckt zu sehen wünscht. Er schlagt; deswegen den Weg der Subskription ein, keinesweges I um irgend einen Gewinn zu erhaschen, sondern lediglich [ um sich die Kosten zu sichern» Das Buch wird heftweise erscheinen; um aber vielen Abonnenten die Anschaffung jft möglichst zu erleichtern, soll es auch bogenweise ausgege- II ben werden, und zwar wöchentlich ein Bogen zu dem ff sehr geringen Preise von auf ordinairem Papier 1^-Sh.; §' auf feinem Papier Sh., wobei Subskribentenfammler I' das eilfte Exemplar frei erhalten. Der Preis eines jeden Heftes wird nach der Bogenzahl berechnet. Indem der l Verfasser nun hiermit seine hiesigen und auswärtigen l geehrten Mitglieder auffordert, durch Unterschriften das j' baldige Zustandekommen seines Unternehmens möglich l zu machen, verpflichtet sich derselbe, daß, sobald er einen f günstigen Erfolg seiner Aufforderung sieht, sofort mit j tom Drucke begonnen und schnell foctgefahren werden soll. Hamburg, Juli 1844. Der Verfasser.^ Wenn Hr. M. Mendelson diese Schrift beendigt i und Hr. Jacobson in Kempen an die Veröffentlichung \ seiner projektieren Bibliothek geht, so werden wir wohl nicht nöthig haben, einen Verein für Volksschriften zu? gründen. Ueberhaupt finden Volksschriften immer ihre I. Käufer, während die Verfasser gelehrter Werke gewöhnj- ^ch Subskriptionen erbetteln müssen. Man sollte doch | erwägen, daß die Ehre beö; Judenthums nicht blos in der Producirung von Predigten, Novellen, Erzählungen i lln& Gedichten besteht, daß auch die Männer der Wissenschaft von den jüdischen Gelehrten, denen so \ literarische Mittel zu Gebote stehen, Nahrung Hof- \ Man darf doch nicht außer Acht lassen, daß die [ 3uden einst die Vermittler der Wissenschaft waren, wahs rend sie jetzt nur mit Mühe und Aufopferung etwas ^rklekliches in der Wissenschaft leisten können. Wenn \ die Lauheit der Juden in Bezug auf die Unterstützung . der sie speciell betreffenden Wissenschaft auf die Lange fortdauert, wird der einstige Glanz unserer Lrteratür bald spurlos verwischt sein, zumal noch die Kenntniß der jüdischen Literatur durch die vorherrschende phantastische Gemüthsrichtung, die -mit einer Scheinreligion und äußerem Gepränge sich begnügt, fast täglich im Abnehmen begriffen ist. Königsberg, 28. Juli. (K.A.Z.) (Zur Würdigung der Arbeiter-Unruhen.) Ganz authentischen Nachrichten zufolge ist der Hergang bei dem Ausbruche der Kattundrucker-Unruhen in Prag, da wo sie ihren Anfang nahmen, in der Fabrik der Brüder Porges, Edle von Portheim (vergl. in der Beil, zu Nr. 154 dieser Zeitung den Aufsatz: Die Unruhen in den Kattunfabriken zu Prag) folgender gewesen , wie der fast wörtlich hier ungezogene Bericht lautet: Ohne vorhergegangene Veranlassung erschienen die Drucker, den Tag vor Verübung ihres schändlichen Attentats, fchaaremveise im Comptoir zu einer Zeit, wo sie die Abwesenheit dev beiden Fabriksherren mit völliger Gewißheit voraussetzen konnten, und indem einige auf ungebührliche Weise über schlechte Zeiten klagten, wagten sogar andere mit Zerstörung der Maschinen zu drohen, bte ihnen., wie sie Vorgabenihren Erwerb schmälern. Gütliches Zureden fruchtete nicht viel, und noch denselben Tag stürmten sie mit toller Kühnheit die Stiegen hinauf in das Lokal, wo die Maschinen situirt sind, und zwangen die dort beschäftigten Maschindrucker zum augenblicklichen Aufhören. Hier gelang es jedoch einem Sohne des einen der Fabriksherren, die Wüchenden zu besänftigen, sie auf deren Rückkunft zu vertrösten, worauf sie sich zucückzogen und in kurzer Zeit die Fabrik verließen. Als nun der Vorfall den beiden Fabriksherren berichtet wurde, erkannten diese um so eher das Misliche dieser Lage, als es ihnen wohl bewußt war, daß die Drucker nie weniger Grund zu Klagen gehabt haben, als eben jetzt, wo ihr Verdienst ein beträchtlicher ist (durchschnittlich 13 bis 18 Gulden Wiener Währung, d. i. etwa 3^ Thlr. — 5 Thlr. die Woche), und sie außerdem noch, seit Anschaffung derMaschinen in dieserFabrik, in bedeutend vermehrter Anzabl verwendet worden. Es gaben nun diese Herren der Vermuthung Raum, daß der Grund dieses gesetzwidrigen Treibens eine tiefere Bedeutung haben müßte, und thaten demzufolge gleich die Meldung davon höhern Orts, die sogleich die gefängliche Einziehung mehrerer Individuen hecbeiführte. Folgenden Tages wollten die Fabriksherren mit den Druckern sprechen, um ihre vermeintlichen Beschwerden zu hören; aber diese drangen mit Ungestüm nur auf die Befreiung ihrer mit Arrest belegten Kameraden und trotz aller Gegenvorstellungen ruhten sie in ihrem rasenden Uebermuttz nicht eher, als bis sie die Maschinen mit wuthschnaubender Rachgier zerschmettert hatten. Persönliche Mishandlungen, von denen der Korrespondenz-Artikel in der Preuße Allg. Zeit. Nr. 175 spricht, sind nicht vorgefallen. Auch iwurden 32 * §?: I