Mannheim
Compact Memory

Der Orient · 1844-08-06 · Heft 32 (6.8.1844) · p. Seite 242

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Orient
Volume
5 (1844)
Issue
Heft 32 (6.8.1844)
Date
1844-08-06
Page
Seite 242 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2360092-2360310-2360343--4577-3530531
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

242 Wittersdo tf, Luemswrllrr, Hirsiimgew und Hagenbach in sich fassen: L’üniv. Isr. Deutschland. Berlin, 28. Juli. Das höllische und fluchwürdige Attentat auf unfern König, so wie der allgemeine Abscheu gegen eine solche wahnsinnige Privatrache, werden Sie gewiß aus den öffentlichen Blättern erfahren Haben und mit welchen Gefühlen die gesammte preußische Bevölkerung ihre Dankgebete zum Himmel schickte für die wunderbare Rettung unseres Königspaars, kann nur derjenige begreifen, der die innige Anhänglichkeit kennt, welche die preußische Bevölkerung auszejch.net.. Noch an demselben denkwürdigen Tage, am Eingänge des Sabbats, wurde von den hiesigen Juden ein Dankgottesdienst für die Errettung unseres Königs und unserer Königin abgehalten, wie auch die christliche Bevölkerung den Sonntag darauf einen solchen Gottesdienst abgehalten. Wir vermißten bei dieser Gelegenheit eine gute Predigt und um diese Lücke hier auszufüllen, ist es uns wahrhaft lieb, daß Hr. Dr. S. ankommt. Bei allen unvorhergesehenen Anlässen ist die Gemeinde bis jetzt ohne würdige geistliche Vertretung. Heddernheim, 14. Juli. (F. I.) Es ist gewiß erquicklich, zu sehen, wenn der Geist echter Humanität die Glieder einer Octsgemeinde so verbindet, das sie gegenseitig: die Tugend ehren, wo sie diese finden, ohne dabei erst nach dem Glaubensbekenntnisse zu fragen. Eine solche Erscheinung bot sich uns heute dar in der allgemeinen innigen Theilnahme, welche sich bei der diesen Abend 7 Uhr stattgefundenen Beerdigung der kaum 1\ Jahre verehelichten Gattin des hiesigen israelitischen Religionslehrers und Predigers, Herrn Lö wen stein, uygeheuchelr ausspcach. Nicht nur sammtliche israelitische, sondern auch eine große Menge christlicher Einwohner hiesigen Ortes, und unter diesen der evangelische Geistliche, folgten theilnehmend dem Sarge der so früh Entschlafenen. — Der fromme Sinn und der anspruchlose Tugendwandel der Seligen, so wie die ausdauernde, aufopfernde Liebe und von Seiten ihres Gatten, welcher überhaupt durch Lehre und Beispiel segensreich in seiner Gemeinde wirkt, wurden hier erkannt und erregten wohlverdient diese Theilnahme. Diese sprach sich unter allen Anwesenden noch deutlicher aus, als der Bruder der Geschiedenen, Herr Rabbiner Dc. Höchstädter aus Wiesbaden, und der leidtragende Gotte ihren herben Schmerz, aber auch ihren festen Glauben an ein einstiges Wiedersehen in einfachen, aber ergreifenden Worten aussprachen. Der evangelische Geistliche, Herr Kaplan Schröter, der stets in einfachen, aber gediegenen Vorträgen zu den Herzen spricht, sprach auch hier, am Sarge der Israelitin, deren bescheidene Tugend er in ihrem stillen häuslichen Wirken und insbesondere an ihrem Schmerzenslager beobachtet und gewürdigt hatte, des Trostes und der Erbauung. Kein Auge blieb tränenleer; — ich schämte mich meiner Thränen nicht. Erbaut verließ ich den Fxiedhof, überzeugt, daß durch dieses Crgebniß manches. Vorurtheil gesaUen- und. zu Grabe getragen worden ist. Ein christlicher Einwohner Heddernheims. Hamburg, 26. Juli. Die neue Literatur der Juden ist so arm an Volksschriften, daß jedes literarische Unternehmen für die größere Masse der Juden auf die Unterstützung der Herren Rabbiner, Lehrer und Vorstände die gerechtesten Ansprüche hat. Es dürfte dahrc den genannten Herren willkommen sein, wenn ich den Prospektus des Herrn M. Mendelson zur Fortsetzung der trefflichen Schrift „Schuschan - Eduth" hier mittheile: „Die beiden ersten, bereits bei Hallbergee in Stuttgart erschienenen Hefte des obgenannten Buches sind hier und auswärts mit entschiedenem Beifall ausgenommen, und das Werk selbst als ein solches begrüßt worden, düs einem bisher unbefriedigt gebliebenen Bedürfnisse abhelfe. Obwohl wir nämlich schon überaus viele UebersetzuriM der heiligen Schrift besitzen, so sind diese doch zum gründlichen Verständniß derselben von geringem Nutzen; Jeden, den sein religiöses Gemüth auffocdert, die göttliche Lehn kennen zu lernen, können solche Uebersetzungen rock belehren noch befriedigen, das heilige Buch bleibt ihm ein verschlossenes Räthsel, ein verborgener Schatz, er legt es unbefriedigt aus den Händen und verliert den Geschmack an demselben. Diesem Mangel glaubt der Verfasser des dargebotenen Werkes durch dasselbe Abhilfe geleistet zu haben; er. hat solches zwar zunächst für Schulanstalten bestimmt; es soll dem Lehrer als Leitfaden dienen, wie ec seinen Schülern das Buch der Bücher Vorzügen habe; aber auch Erwachsene werden hiernachholen komm, was ihnen ihr früherer Unterricht nicht gab. Ja M der Gelehrte, wenn er gar keine Bibelkunde besitzt und bei seinen anderweitigen gelehrten Forschungen eines Nachschlagens und Aufschlusses in der Schrift bedarf, kam durch dieses Buch eine Zurechtweisung finden, die ihm unsere Ausleger unmöglich geben können, da ihre unsterblichen Werke in einer, ihm unverständlichen Sprach geschrieben, für ihn ganz unzugänglich sind; denn es iß keine Zeile, kein Wort in der Tora, die nicht allein dm Wortsi'nne nach zu erklären, sondern deren logischen Zusammenhang mit dem übrigen Texte nachzuweisen d. B. sich nicht bemüht hätte, was für Jeden, der der hebrai schen Sprache nicht mächtig ist, von unbestreitbarem WeB sein muß. Kann ja nunmehr der Lehrer oder der SIflW dem Kinde eine Erklärung der Tora in die Hände geben, wodurch es erfahre, wie Schrift und Ueberlieferung z" verbinden und im Leben anzuwenden sei; auf daß dem Sohne, bei allem Wissen, womit ihn die Schule ausstattet, die Lehre der heiligen. Schrift und der von M

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.