Mannheim
Compact Memory

Der Orient · 1844-07-30 · 31 (30.7.1844) · p. Spalte 491-492

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Orient
Volume
1844
Issue
31 (30.7.1844)
Date
1844-07-30
Page
Spalte 491-492 (sequence 6)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/8555529-9890798-9890831--3648-3530525
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

491 Kritiken. Kurze MzckgM. lern anvertrüueLe'b)/ machten schon früh die eigentliche Bedeutung des' Wortes rW>n2 vergessen und man verstand unter W'yp ’17) die Wissenschaft der Natur und ppp hieß „die Ordnungen der Natur." Mit den Namen,'womit also die Genesis überhaupt bezeichnet wurden, nämlich rPMK'p und!TW “ffiü, wurden später die Auslegungen und Forschungen zu der Schöpfrmgsgeschichte belegt, so sie als besondere Werke auftauchten, was aber erst nach dem Abschluß des Talmuds geschah, da früher die Auslegungen nur mündlich sein dursten, und dann erst gab es eine n22“p ttnrni 18) und ein mm 1p? 19) als selbstständige Werke. v Eben so f)at man unter eine Schöpfungstheorie in geheimsinniger Weise verstanden, wie manche Talmudstellen beweisen. Mit dem Ausdrucke nmP min war es eben so der Fall, da er auch den Midrasch dazu (Sifra) bezeichnete (Zunz G. V., S. 46). Doch wie mag der übrig e Theil der Genesis d. h. derjenige, welcher nicht die Schöpfungsgeschichte behandelt, geheißen haben? Ich sagte bereits oben, daß er vielleicht n'lSNn 1?Q geheißen haben mag, und ich war in dieser Angabe von der Wahrheit nicht fern. Im Talmud heißt dieser Theil der Genesis DpjTl pND Cnma 1DD und nach einigen Talmudisten an dieser Stelle soll das biblische 15D (Jos. 10, 13) der ältere Name dieses Theiles der Genesis gewesen sein^). _ sRun bleibt nur noch das zweite Buch Mosis übrig. Zur Bezeichnung dieses Buches habe ich irgendwo den Namen 1ÖD gesehen, ohne daß ich mich in diesem Augenblicke entsinnen kann Ln welchem Bache. — Aber fast hätte ich an ft'iOin vergessen, welcher Ausdruck doch eigentlich die Veranlassung zur Niederschreibung dieser Zeilen war. In der erwähnten Stelle des Halachot Gedolot wird das zweite Buch Oip genannt -*), und diese Benennung gehört einer dritten Klasse an, nach welcher die fünf Bücher Mosis genannt wurden: ll/vin , twp’in / mbv) Vmn , w typ’in , }mm 2~) Wenn aber eins der fünsBücher l^Q-IN 16) Mschna und Tosifta Chagiga c. 2. §. 1; j. Chag. cy 2. Ans.; b. Chag. 13 a, 14 b; Kidduschin, 71 a. 17) Berachot, 59 a. 18) Raschi zu Berachot, 51 a. 19) Raschi zu Job 28/12; Berachot, 55 a; Sabbat, 104 a; Sanhedr., 67 b. 20) Aboda Sara, 25 a vergl. Raschi dazu id cmms nd# wjm rpi£W"ü, 21) Die ganze Stelle lautet: ^2D min wqm mm wsi onpsn tmm n^ro moi 'w pöim nmnn und der Leser sieht es leicht, daß hier drei Klaffen von Benennungen gemischt sind. Das 2. 4. und 5. Buch wird in derselben Stelle bei der Erwähnung der Mechilta (Nrfoq) Dnmn rdw mm IDO) n^Nn) wieder anders benannt. . 22) Ein einziges Buch schlechtweg ohne Bezug auf seinen Inhalt, hieß t£/bn (Soferim 3. 4). hieß, so läßt 'sich wohl denken, daß formmttidjc *3) 'fünf Bücher zusammen pppin nb’£H benannt wurden, und wirklich erscheint diese Benennung, ja sogar mit Weglassung des Zahlwortes im Talmud 24). Man unterscheidet es von min IDO , indem man ihm blos die Bedeutung des nicht für den synagogalen Gebrauch bestimmten Pentateuchs /gab, daher man unterschied pp'nn und rnin isc b& l’Bton "). In der Masora erscheint schon der Singular für Pentateuch/daher irVT &’Din der Pentateuch - Codex von Jericho. Von einer Korruption kann also dabei nicht die Rede sein, und was die Erklärung der Form anlangt, so ist sie aus bei: aramäischen Formenlehre klar. Kurze Anzeigen. 47) nilj? Schuschan - Eduth, das ist: Erklärung der fünf Bücher Mosche's. Für Israeliten beiderlei Geschlechts. Erstes Heft. Enthält die fünf ersten Sidras. Zweites Heft. Enthält die sechs letzten Sidras des Ersten Buches, von Moses M en d el s0 h n, Verfasser von n&mnn ptf m'Uü und bnn Stutttzart, 1840—42. 8. Halberger'sche Verlagshandlung. Es gab eine Zeit in Israel, wo jeder Jude, Mann und Weib, Jüngling und Mädchen, den Pentateuch mit dessen hagadischen Ausschmückungen kannte; es gab eine Zeit, wo das „Deutsch Chumasch" — ein Spreicher, worin Sagen, Allegorien und Gesetzerläuterungen aufgehäuft liegen — die sabbatlichen Erholungsstunden ausfüllte. Die Großmutter versammelte ihre Kinder und Enkel um sich, flechte ihr abgenutztes „Deutsch Chumasch" hervor, setzte die Brille auf, und las in feierlich-ernstem Tone die Erklärung der Sidra vor. Aufmerksam lauschten die Kleinen und Großen auf die Worte der ehrwürdigen Alten, unterhielten sich mit den sinnigen Meschalim der Midraschim und bereicherten ihr Wissen. Geschah es auch, daß die gute Großmutter im Eifer ihrer Lektorenrolle in der Erklärung zur Parascha Chukkat „R. Bechaji treibt die Kuh" für „R. Bech. schreibt: die Kuh" las, so blieb sie doch die unterhaltende Lehrerin ihrer Familie. Diese Zeit ist vorüber. Unsere Jugend wird, was man so nennt, „aufgeklärt", aber zugleich erbärmlich unwissend. Man sage nicht, daß nicht jeder Jude theologische Kenntnisse haben müsse; denn, so lange der Jude aus sich die Kraft und den Muth zur Ausdauer schöpfen muß; so lange der Judenhaß gespensterhaft in den deutschen Staaten umherzieht und den Glqubensmuth der Juden erprobt: muß aitch der Jude mehr als'eine kalte Pflichtenlehre, mehr als eine zerflossene Dogmatik in sich ausgenommen haben. Die Bibelübersetzun- 23) j. Megilla c. 1. h. 8. 24) Menachot 30 a. 25) ib. ib.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.