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Der Orient · 1844-07-30 · 31 (30.7.1844) · p. Spalte 489-490

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Journal
Der Orient
Volume
1844
Issue
31 (30.7.1844)
Date
1844-07-30
Page
Spalte 489-490 (sequence 5)
Language
German
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489 490 | | | I | Studien. Benennungen der Lheile des Pentateuchs. Deuteronomium bezeichnet 3 4). Neben diesen Benennungen, die wahrscheinlich nicht blos nationaljüdisch waren, giebt uns der Kirchenvater Origen es (200 n. Chr.) schon die Benennungen, wie sie wohl gleichzeitig mit jenen bei den Juden gebräuchlich waren. In seiner Aufzählung der heiligen Schriften *) sagt er von den fünf Büchern des Mose: „Das Buch, welches bei uns (Christen) den Namen Genesis führt, heißt bei den Hebräern nach dem Anfänge des Buches ßQrjci& (n^SOS), d. h. im Anfang; Exodus heißt bei ihnen ovcdsGuoft (rtäuf rfew)/ d. h. das sind die Namen; üeviticum heißt bei ihnen ovmqoc (frOp^l)/ d. h. und er rief; Numeri heißt bei ihnen a[i(i8Gq)8Kcod£L{i (t^Din DH-lpDn) 5 6) und Dcuteronom nennen sie slls ccöösßccQL^ (□T"J2"n D1?^) d. h. das sind die Worte". In dieser alten jüdischen Bezeichnung des vierten Buches Mose hätten wir also schon das Wort träil/ und zwar nur in der primären Bedeutung: eines der fünf Lheile. Jedoch wenn schon die Stelle des Ongenes sehr richtig beweist, daß der Name D^pSD trän so alt ist, wie die übrigen Benennungen, so kann man doch mit Gewißheit annehmen, daß Origenes nur zufällig von dieser ihm unverständlichen seltenen Benennung gehört, während die gewöhnliche Benennung für das 4. Buch wahrscheinlich imn war. Dieses bestätigt sich auch durch Hieronymus, der ausdrückich in seinem Prologus galeatus sagt: Primus apud eos (Judaeos) liber vocatur Be.resitli, quem nos Genesin dicimus. Secundus Veele Semoth. Tertius Vajicra, ad est Leviticus» QuartusVajedabber quem Numeros vocamus etc.“> Aber auch schon in der Mischna (Joma c. 7, und danach Raschi zu Gn. rabba e. 64) wird das vierte Buch so genannt ("ITT!)) 1£p), so daß diese Benennung gewiß nicht jünger ist als die übrigen. Neben der gewöhnlicher» Benennung der fünf Bücher Mose nach dm Anfangsworten derselben, gab es also noch eine ungewöhnlichere, von welcher die griechische Benennung nur eine genaue Uebcrsetzung zu sein scheint, und von welcher Origenes schon OmpON ttfD’lPl erwähnt. Uebrigens heißt dieses Buch auch so in der Mischna (Menach. e. 4. M. 3)*), so daß der Ausdruck Nummeri demselben entspricht. Der Name minn fWD 7) oder fWlMO n&’b min 8 9)/ welcher dem von dsvzsQovofuov, Deuteronomium gleich, für das fünfte Buch Mose, ist jedoch gewiß die älteste Bezeichnung, da sie Lm fünften Buche selbst sich findet d). Das fünfte Buch erhielt diese Benennung, weil in 3) Kuseb. hist, eccl* 1VY26. wo dieser Bericht abgedruckt ist. 4) Findet sich bei Euseb. 1. c. VJ. 25. 5) Diese Benennung wußte Origenes nicht zu erklären. 6) Der Mischna allein scheint Raschi Ex. 30, 16 in der Anwendung dieser Benennung zu folgen, da er oft im talmudischen Geiste citirt. 7) Dt. 17, 18. 8) Jos. 8, 32. 9) Vgl. Aboda-Sara p. 25 a. ihm frühere Gesetze erläutert wiederholt sind"), und wegen der angeblich traditionalen Deutungen in diesem Buche, die man in Dt. 1, 5 angedeutet glaubte, wurde sogar dieses Buch gleichsam als HB min oder als Dp2p angesehen "). Daß man dieses Buch unter dem Namen min den andern Büchern insgesammt (min '»nrn entgegensetzte, ersieht man schon aus Sifri zu diesem Ausdrucke Dt. 17, 18. — Zur Bezeichnung des dritten Buches Mose hat schon Mischna)-) und Sifri") den Namen min, d. h. Priester - Codex, welcher dem Namen Imitlxov, Siüiticuö entfpridj t14). Eine kürzere Form "IDD COmP, die man in Ha lach ot Gedolot (f. 36) findet, scheint korrumpirt zu sein, wie überhaupt jene Stelle sehr fehlerhaft ist. Zur Bezeichnuug des ersten Buches Mose ist ITVbp HEp der Benennung ysvsag, Genesis adäquat, und schon nach der Analogie der übrigen Mel, läßt sich diese Bezeichnung denken. Aber diese Bezeichnung, wenn auch nur auf denjenigen Theil besä)ränkt, der von der Schöpfung handelt, kommt schon vor Sanhedrin, 62 b und j. Sanh. e. 7 Ende, weil man in jenen Stellen durchaus keinen Grund hat, etwa an ein separates Buch zu denken. Das Streben, sich mit der Schöpfungsgeschichte zu befassen, aus ihr die Erklärung der Natur-Phänomene zu ergrübeln, ist nicht blos das erste Erwachen des jüdischen Geistes in dem Suchen nach Weisheit gewesen, sondern schon sehr früh als das höchste und heiligste Studium angesehen worden. Freilich mußte, wie bereits erwähnt, in jener talmudischen Epoche der Name schon auf die bloße Schöpfungsgeschichte beschränkt gewesen sein, da man ihn eben nur als Bezeichnung desjenigen Theiles findet, der den Text zu kosmologischen Betrachtungen bildet, und der andere Theil dieses Buches führte dann wahrscheinlich einen andern Namen, vielleicht nDNil “iDD, Buch der Väter, der Patriarchen. Mit der andern Bezeichnung ging es nicht bester. Die Hochachtung und Verehrung, die man nächst der Vision der Merkaba der Schöpfungsgeschichte, als Quell aller kosmologischen Weisheit und der Kunde von der Natur, zollte, das Sublime und Geheimsi'nnige, das man in jedem Worte und in jedem Buchstaben der mosaischen Kosmogonie fafy15)' die mündlichen Auslegungen und Forschungen, die man an diese Themen knüpfte, welche man nur den auserwählten Schü- 10) Aus diesem Grunde heißt auch die als Komplex des mündlichen Gesetzes, weil sie als zweites wiederholt eingeschärftes Gesetz galt, bei den Griechen dswegoaig* 11) S. Sohar Dt. 4, 12, p. 261 a; c. 9; Bet ha - Ozer v. Loewinsohn 11, p. 241. Bet Iehuda v. dems. p. 99. 12) Menach. c, 3. M. 4. 13) Sifri, toi. 99. 14) In diesem Sinne auch Raschi (im Kommentar zu Lev. und z. B. Sebachim, 11 a) Natan im Aruch (s. v. niU 3). Schon früher Halachot Gedolot f. 121 d. 15) Chagiga 11 b bis 16 a; Menachot 29 d; j. Chagiga e. 2, h. 1; j. Berachot c. 9, h. 1.

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