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Der Orient · 1844-07-30 · Heft 31 (30.7.1844) · p. Seite 239

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Journal
Der Orient
Volume
5 (1844)
Issue
Heft 31 (30.7.1844)
Date
1844-07-30
Page
Seite 239 (sequence 13)
Language
German
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— 239 - nimmt, so wird er mit einem Male zum UnterLhanen ^stempelt — von unfern Bürgern wird er zum Untertanen geschlagen, wenn auch auf eine unritterliche Weise. Sie werden vielleicht sagen, daß der Schachergeist, der bei den Prager Juden noch so stark vorherrscht, von Vielem die Schuld tragt? Nun, ich will ihnen in meinen nächsten Berichte die Freuden und Leiden des Trödelmarkts ("vulgo Tandelmarkt) schildern; Sie sollen erfahren, wie beneidenswerth das Loos dieser Klasse von Juden ist. Für heute begnügen Sie sich mit meinem Kommentar, obwohl es vielleicht bester gewesen wäre, wenn ich unsern Bürgern den Text gelesen hätte. Ja, Herr Doktor, es ist wahr und traurig, daß es wahr ist. Zur Geschichte d er Juden in Odessa. Der Handel, die Industrie, Aufklärung und Bildung der Juden in Odessa. Von I. F. Finkei. Aus dem Russischen übertragen von Ph. L. (Fortsetzung.) V. Auf die Erziehung und den Unterricht verwenden die Odessaer Juden, bedeutende Summen. Im November 1842 waren in Odessa Lehrer alten Schnittes (Melamdim), die nur die hebräische Sprache und Schrift unterrichten, 114; in ihren Schulen (Chadarim) befanden sich Schüler männlichen Geschlechte 1421, weiblichen 457, zusammen 1878*); die Lehrkosten belaufen sich in diesen Schulen und andern Unterrichtsanstalten für Juden auf 23,726 Silber Rubel. Außerdem müssen nod) die Privatstunden in Anschlag gebracht werden, die in Odessa unter dessen Juden noch sehr häufig verkommen. Mil Ausschluß einer Musiklehrerin für Anfängerinnen, giebt's unter den Odessaer Juden keine eigentlichen Lehrer der schönen Künste, aber es fehlt nicht an vielen, bedeutende Talente etwickelnden Dilettanten und Dilettantinnen. *) Die Zahl der Teilnehmenden verhält sich zur Zahl der jüdischen Bevölkerung wie 1 zu 6; die Zahl der Theilna.hme in Vergangenheit und Gegenwart wie 2 zu 33. Ueberstcht des Unterrichtswesens der Juden in Odessa im Winter 1843. Namen der Unterrichtsanstalten nach den Klassen. Zahl der Anstalten. Zahl der Knaben. Zahl der Mädchen. Zusammen. Wie viel eine Anstalt jährlich kostet. Wie viel ein Schüler jährlich kostet. l. Elementarschulen (Dardeke): a) in welchen man Rubel Rub. Kop. hebräisch Lesen und etwas Bibel unterrichtet. 28 580 192 772 4182 5 42 b) Talmud Tora, allgemeine Elem.-Schule. 1 220 — 220 1200 5 46 c) Wo auch deutsch u. russisch Lesen gelehrt wird. U. Bibelschulen (Arwuwia): a) in welchen Bibel 3 >4 105 179 1940 10 84 und Talmud gelehrt wird, b) wo auch andere Sprachen und Arithmetik ge¬ 24 177 ~ 177 3474 19 63 lehrt wird. 2 7 — 7 1400 200 —. Ul. Talmudische Schulen. 16 78 — 78 1860 23 85 Gemeindeschulen*) 2 250 150 400 8290 20 73 V. Christliche Pensionen '*). — 8 10 18 1270 70 70 Gymnasien. 22 — 22 110 5 — . VW. Lyeeum des Herzogs von Richelieu. — 5 — 5 — — 76 1421 457 1878 23726 12 63 *) Da die Gemeindeschulen für 500 Schüler eingerichtet sind, und im Mai, nämlich im Anfänge des Schuljahres diese W fast ko,mpl.et ist, so kostet ein Schüler eigentlich nicht 20 Rub. 73 Kop., sondern nur 16 Rubel 58 Kopeken Silber. **) Kinder männlichen Geschlechts, die christliche Pensionen besuchen, erhalten zu Hause Privatunterricht in der hebräischen Sprache, ^.as für jeden Knaben-80 Silberrubel jährlich am allerwenigsten beträgt.

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