Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1844
- Issue
- 30 (23.7.1844)
- Date
- 1844-07-23
- Page
- Spalte 471-472 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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471 Studien. Ein schwieriger Ausdruck der Masora. — Die Oppenheimea'sche Bibliothek. 472 richtige Schreibung des Namens entschieden sei, aber es ist nicht so; denn, die „handschriftlichen Quellen" reduciren sich auf die von Gesenius in Wien gesehene Vorrede Parchon's zu seinem Lex. Die Benennung by2 beweistt aber ebensowenig für ein ursprünglich genanntes Werk des Grammatikers, als das bei jüngeren arab. Schriftstellern vorkommende ^L$üf dafür, daß Abu-Abd-allah Muhammed b. Ismael den Namen, El-Buchari von seinem gewöhnlich so genannten Werke (eigentlich t) hat. Der Name ist als Namen des Verfassers und erst dann Name des Buchs geworden (wie wir sagen: der Cicero, der Livius). Ueberdies findet sich weder bei Ibn-Esra noch bei Kimchi (s. nnnn £Tnp f* 7, 6. 8, a) ein Buch dieses Namens von Chajug' namhaft gemacht. Es bleibt also dabei, daß Chajug' geschrieben werden muß und daß dieses der Beiname des Grammatikers ist (;irn ruiDDH 'OND rmrp '1 bei Kimchi, Nipjn DNS nMDD WJJDn 1H 13 rni»T bei Ibn-Esra), vielleicht ein mauritanisches Adjektiv (nach der Form heißt, DomW p. 106) in der Bed. bedürftig, von habitueller Bedürftigkeit oder Armuth pauperdas^, die recht wohl der Anlaß eines Beinamens werden kann. IV. Ein schwieriger Ausdruck der Masora. So wie die Masora den Psalter nennt, so nennt sie den Komplex sämmtlicher prophetischen Bücher und zwar die ersten Propheten (Iosua bis Könige) die letzten (Jesaja bis Maleachi) (IZuxtork. Liberias ed Basil. 1620, p. 236). Es fragt sich, was dieser seltsame Name bedeuten solle, und wir erwarten von den jüdischen der Masora kundigen Gelehrten die Antwort. Aber Elia Levita zu Ende seines mDD mDED bleibt uns die Antwort schuldig, indem er seine Unwissenheit eingesteht. Der Vers, des rinn po 'D versucht sich in einigen unglücklichen Vermuthungen; die Propheten heißen, meint er, so : 1) ^np Dn^’DniD^ *ODD , oder 2) nnroin DnnN oder 3) owrity nrrottb p.D&cp dwijw map. Da die Sprache der Masora sich mannigfach mit dem Syrischen berührt, so könnte man das dem zu Grunde liegende ^k. in der Bed. trällere, üoeere fassen und das von der Peschito gebrachte maseklonniuto vergleichen; aber jene Bed. ist für das Jüdisch-Aramäische nicht erweislich. Deshalb ziehe ich es vor, in der Bed. vervollständigen, vollständig zusammenstellen zu fassen (wie das arabische in «ummam colligere) und verstehe unter die vollständige Sammlung, das corpus prophatarum, die wieder in ein eorpus prius und posterius getheilt wird. Vielleicht vermag ein Anderer, zur Aufhellung dieses für die äußere Geschichte des Kanon nicht unwichtigen Gegenstandes, ein Mehreres beizutragen. An den geehrten Verfasser des Aufsatzes im Orient (Monat April 1844) über die Oppenheimer'- fche Bibliothek« Sie erlauben gewiß, daß ich meinen geringen Antheil an dem Bestreben: diese merkwürdige Bibliothek für Deutschland und namentlich für Berlin zu erwerben, zu Ihrer Kenntniß bringe, und zwar um der Wahrheit willen und um einzelne Punkte in Ihrem Aufsatze über Versuche in Berlin zu berichtigen. Im Jahre 1811 korrespondirte ich von Kassel aus woselbst ich die Stelle eines Konsistorialraths beim israelitischen Konsistorium im Königreiche Westphalen bekleidete — mit dem seligen Wolf Heiden heim über diesen Gegenstand, und legte demselben einen Plan vor, wie diese Büchersammlung zu erstehen, und was damit vorzunehmen wäre. Wir kamen überein, eine Aktien-Gesellschaft zu gründen, sodann an Ort und Stelle die Bibliothek zu kaufen, einen Theil der gedruckten Duplikate für Rechnung der Gesellschaft zu verkaufen, verschiedene Manuskripte zu drucken, und den übrigen Lheil der gedruckten und ungedruckten Werke der westphälischen Regierung für die Bibliothek in Marburg oder Kassel anzubieten. Diesen ganzen Plan theilte ich dem damaligen Präsidenten Jakobson mit; welcher versprach, sich dabei mit 3000 Lhlrn. zu betheiligen. Hierauf sprach ich mit dem Rentier M i ch a el M eilert daselbst, einem für alles Gute glühenden Manne; und dieser betheiligte sich gleichfalls dabei mit 1000 Lhlrn. Im Juli desselben Jahres reiste ich nach Rödelheim, um mit W. Hei den he im bas Weitere zu besprechen nnd die Reisezeit zu bestimmen. Seine damaligen Unternehmungen verhindeten ihn, im Lause des Jahres 1811 die Reise nach Hamburg anzutreten, und wir bestimmten dazu das Frühjahr 1812. Mittlerweile korrespondirte ich mit meinem Freunde, dem seligen Lazarus Rießer in Hamburg, welchen ich, mit Übereinstimmung des W. Heidenheim, dabei mit zu interessiren wünschte. Dieser bemühte sich, die genauen Verhältnisse kennen zu lernen, und schrieb mir, daß er hoffe, die Bibliothek für 9—10,000 Lhlr. Baar zu erstehen. Das Frühjahr 1812 rückte heran. Allein ich mußte, da der Präsident Jakobson zum Besuche seiner Güter fast zwei Monate von Kassel abwesend war, bleiben, und seine Ankunft abwarten. Wieder angekommm — veranlaßte mich derselbe, seinen ältesten Sohn auf eine Reise nach Frankreich zu begleiten. Unsere Hamburger Reise verzögerte sich, und das Schicksal Napoleon's in Rußland vereitelte sie gänzlich. Die Auflösung des Königreichs Westphalen und des Konsistoriums versetzte mich Ln den Ruhestand; ich reiste nach Berlin und ließ mich daselbst nieder. Hier griff ich meinen