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Der Orient · 1844-07-23 · 30 (23.7.1844) · p. Spalte 469-470

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Journal
Der Orient
Volume
1844
Issue
30 (23.7.1844)
Date
1844-07-23
Page
Spalte 469-470 (sequence 3)
Language
German
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469 Studien. Literarische Ztnalekten. m der Geschöpfe" (doch wiederum Geschöpfe!). Was bedeutet nun dies Wort: aufgehoben; der Mensch habe alle in l einer Reihefolge sich entwickelnden Formen der Erdbildungen j in sich aufgehoben? Hier ist die Antwort: „So wie im Naturleben überhaupt, so ist es auch hier" lehrt uns Herr Dr. Hirsch (p. 10). „Die Frucht hat das Leben der Blätter, der Blüthen, der Knospen, der Zweige, des Stammes 'in sich aufgehoben, indem sie erst Saame, dann Stamm, dann Zweige, dann Knospen, dann Blüthen, dann Blätter, war und nach und aus allem diesen erst zur Frucht wird" diese Reihefolge nach der Theorie H. Dr. Hirsch's weicht etwas von der G öth e'schen Pflanzenmetamorphose ab;,indeß sind wir nicht abgeneigt, der ersten, als einer rein apriorischen, den Vorzug einzuräumen. Mag nun aber Göthe, der die Frucht und Alles, mitsammt der Blüthe, aus dem Blatte hervorgehen läßt, oder H. Hirsch Recht haben, der vielleicht vom Kirsch- oder dem Pfefferbaum geschloffen haben mag, daß die Blätter der Blüthe genetisch folgen: wir erfahren jene mindesten an dieser Stelle durch ein Anologon, was der Mensch sei und was wir von uns selbst zu halten haben, nämlich daß wir alles Gethier, von der Tromelle und dem Polypon an bis zum Löwen oder Elephanten in uns aufgehoben haben, und gewiffermaaßen die Frucht am | Baume der Erdbildungen darstellen. Nicht doch! Nicht ge- | wiffermaaßeu nur, sondern wirklich darstellen. Diese Theorie | ist alt und ehrwürdig, ich meine, daß sie schon aus denSchu- I len der Griechen herstammt, und in Etwas mit der Lehre der Empsychose gemein hat. Aber der Anfang! Woher denn der ganze Stamm? I Woher der Sa amen, aus dem der Stamm? wie kommen die \ Letzten dazu, die es wissen, daß sie die letzten der Schöpfung f sind, die ersten sein zu wollen, und zu meinen, sich selbst, J Saame wie Stamm, aus sich selbst, aus dem Begriffe, e ntf lassen zu haben? Der Herr Doktor irrt sich, wenn er | meint, nunmehr einen Anfang gemacht zu haben. Er hat f zwar seinen gemacht, aber nur den Anfang seines Kapitels j vom Anfang, nicht aber den Anfang vom Anfang. Die! Frucht, der Mensch, ist das Ende, und dies könnte auch allenj falls der Anfang sein, wenn es mit der Beziehung vom alten l Kreise, in dem End- und Anfangspunkt in einander fallen, seine Richtigkeit hätte; wenn der Mensch sich zum Letzten der! Geschöpfe auf Erden verhielte, wie der Saame, der Anfang und Ende der Pflanze in sich darstellt! Dem ist nun aber! nicht also, und wir haben noch keinen andern Anfang, als! einen, der wiederum keiner ist. (Beschluß folgt.) Literarische Analekten. Die kabbalistische Tradition r die Schöpfung ist ein Segen. Bekanntlich nennen die Kabbalisten, gleich den modernen Mystikern Jakob Böhme und St. Marlin (vergl. die Kabbala oder die Religionsphilos. der Hebräer, S. 157). Die Schöpfung Gottes,.einen Segen Gottes (So har, Sidra wa-Jiggasch) und kombiniren den ersten Buchstaben des Wortes rnro mit dem ersten Buchstaben des Wortes nwo (^torrns’ n:ro P'O iitn rrm P.12 nnriN TO) N'22). Diese Idee findet sich auch in Midrasch Rabba zu Genesis, 1, 14. Woher überkamen nun die Kabbalisten diesen Gedanken? Denn daß die Kabbala symbolica diese Idee auf ihre Weise verarbeitet, spricht für ein hohes Alter derselben; zeugt, daß sie lange unter den idealistischen Kabbalisten vorhanden gewesen sein muß, bevor die allegorisircnden sich ihrer bemächtigten. Ich glaube, eine sichere Spur dieser Idee in der Quelle des Kabbalismus, im .Parsismus zu finden. Diese Spur scheint um so untrüglicher zu sein, als die Sprache die Entwickelung dieses Gedankens in sich ausgenommen. Es ist nämlich bemerkenswerth, daß das persische creare — wie der jüngere Rosen richtig kombinirt — mit dem zend. ä fri benedi- 6ei'e zusammenhängt, wofür auch laus spricht. Mag nun die Art, wie die eine Bedeutung in die andere übergegangen, auf verschiedene Weise erklärt werden können, so ist doch gewiß, daß die in Rede stehende kabbalistische Idee im Parsismus herrschend gewesen sein muß, da die Begriffsentwickelung in der Sprache mit der Entwickelung des Volkes überhaupt im engsten Zusammenhänge steht. Wenn ich es auf's Etymologisiren hier abgesehen hätte, so könnte ich, nach Johannsen's Vorgänge (die kosmognischen Ansichten der Inder und Hebräer,. S. 17 ff.), mit -pn vergleichen. Ink. Zur Geschichte der hebräischen Grammatik und Maforetik. Won F. Delitzsch. III. Der Name des Grammatikers Chajug'. „Gewöhnlich nennt man diesen princeps granimatieorum, dessen arabischer Name Abu Sacharja ist, N. Jehuda Chiug. Ich werde aber anderswo aus handschriftlichen Quellen zeigen, daß Chiug ()^n) d. h. Cyklus der Name seines grammatischen VZerkes war". So Gesenius, Grammatik (13. Aufl.) S. 11. Anm. Man sollte meinen, daß auch schon durch das Versprechen eines so großen Sprachkenners die 30*

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