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Der Orient · 1844-07-02 · 27 (2.7.1844) · p. Spalte 419-420

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Journal
Der Orient
Volume
1844
Issue
27 (2.7.1844)
Date
1844-07-02
Page
Spalte 419-420 (sequence 2)
Language
German
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419 420 Kritiken. Hirsch's Religionsphilosophie Leurtheilt von Dr. Steinheim. gebnißreich für die Erfassung des Mischen Geistes, in den unzugänglichsten Bibliotheken vergraben lagen, sind in Folge dieses erfreulichen neuen SLrebens durch die Presse dem Leben rviedergegeben worden, und es ist natürlich, daß sie bei d.ev modernen Regsamkeit neue Bahnen der literarischen Forschung geschaffen. So hat der zum ersten Wale gedruckte 2Cvi Rohem von Iehuda dg Mode-na die UndeMchungen über die Kabbala,'die in dem Werke von Professor 2C. Franck „die Kabbala oder die Religionsphilosophie der Hebräer" zu einem Wendepunkt gelangt, vielfach angeregt, und die kritischen Ausgaben der trefflichen grammatischen Schriften Jbn-Csra's von Dr. Lippmann haben uns das große Lexikon von Parchon und die exegetischen Arbeiten von Tanchum Jerusch almr so vorbereitet, daß der Einfluß auf unsere, grammatischen Studien gewiß nicht ausbleiben kann. Ein Gleiches sehen wir auf dem Gebiete der jüdischen Alterthumskunde und der neuhebräischen Poesie. Die Arbeiten von Zunz, Luzzatto und Dukes haben uns die geheimsten Schachten der synagogalen Poesie eröffnet, und in den mitgetheilten Proben aus den seltensten und kostbarsten Handschriften, in dem Diwün des Iehu.da h a -Lew i, aus dem Luzzatto sein Betulat Bat Jehuda als Probe gegeben, so wie Ln den Abne SLkkaron desselben, ist das literaturgeschichtliche Studium der Poesie vielfach angeregt worden. Auch in dem Studium der alten-philosophischen Schriftwerke, wie in dem religionsphilosophischen Studium überhaupt,, blieb man nicht zurück. Die Leistungen der Männer wie Steinheim, Hirsch, F o r in st e ch e r m 2(. auf der einen Seite, und. die Übersetzungen und Komm.entirungen des More, Kusari, Jkkarim u. s. w. auf der. andern Seite, geben hinlänglich Zeugniß, daß man auf b^n Gebiete der Philosophie auch nicht zurückbleibt, und in. dieses- Gebiet einschlagend ist auch der Beitrag, den ich den geehrten, Lesern durch Herausgabe einer Handschrift liefere. -7- Ohne oie Anmaßung zu haben, mich den Gelehrten Israelsbeizählen zu wollen, glaube ich doch dem Studium der jüdischen Religionsphilosophie nützen zu können, wenn ich das hier unten erwähnte Werk, das noch nie gedruckt war, der Oeffentlichkeit übergebe. Von alterZeit her nämlich wurde der More Nebuch.im des gefeierten Maimonides als der Mittelpunkt der jüdischen Religionsphilosophie betrachtet, und da sich aus der hiesigen Nathsbibliothek. handschriftlich ein Kommentar zu diesem Buche von dem ausgezeichneten spanischen Gelehrten Jo se f I b n - Ca sp e vorfand, so unternahm. ich es, diese Handschrift zu kopiren, um sie durch den Druck zu veröffentlichen. Der fast sechshundert Jahr, alte Kommenrar heißt: £)D2 'H-IÖJ)/. und erstreckt sich über alle drei Theile des More Nebuchim des Maimonides, und ist nicht blos zum Verständniß des More,, sondern auch für die jüdische Philosophie überhaupt nicht unwichtig." — Von Dr. Jos. Lev. Saal schütz. in. Königsberg ist so eben, erschienen: „Zur Versöhnung, der Conftssionen, oder Judenthum und Christenthum in ihrem. Streit und, Einklang (Königsb. 1844. 8.)". Der Verfasser, der den Lesern in Erfassung hex Dogmen des. Jpdenthumß gus den UufWey.r „Der Monotheismus rn sittlicher Beziehung (Geigers Zeitschr. V. Heft. 1. und 2.)" und: „Ideen zur Geschichte der Unsterblichkeitslehre bei den alten Hebräern (Jllgens Zeitschr. u. F. I, Heft 3. und 4.)" bekannt ist, hat unter unfern Glaubensgenossen zW ersten Male einen Boden betreten, auf den sich noch keiner dep mod.exnW Gelehrter; gewagt. Er ist der erste, der vom Standpunkte des Judenthums aus die christliche Dogmatik beleuchtet. — In Posen ist erschienen: „Darstellung der biblischen Krankheiten und der auf die Mediein bezüglichen Stellen der heiligen Schrift. Von Dr. I. P. Trusen (Posen, 1843. 8.). In Bezug auf die Gebetbuch- Literatur erwähne ich noch die bei H. Praus.nitz in Glogau zu habenden: Miro, Allgemeines Gebetbuch für gebildete Bekenner der mos. Religion. 5. Aufl. (Preis 1 Thlr.); Arnheim, Vollständiges Gebetbuch der. Israeliten für das ganze Jahr. Ins Deutsche übersetzt und mit Anmerkungen versehen (15 Sgr.). Arnheim, Jozerot für alle Sahbate des Jahrs, in sorgfältig korrigirtem Texte (15 Sgr). Religiorrsphilosophie-. Die Religionsphilosophie der Juden, oder das Prinzip der jüdischen religiösen Anschauung und sein Verhaltniß zum Heidenthum, Chcistmthum und zur absoluten Philosophie, dargestellt rc. von. Dr. Sam. Hirsch, Rabbiner. Leipzig, 1843. bei H. Hunger. Von Dr., SteinheiM.. (Fortsetzung.) Wenn wir nun Hrn. Dr. Hirsch ferner hören, wird er uns noch näher über das ausklären, was ihm als, das Eigen th ü m lich e des Judenthum es; als. das, indem und durch das es von jedem Heidenthume charakteristisch sich auszeichneterscheint. Des Herrn Rabbiners Anschauungen werden, sich (das denken wir) doch gewiß in recht wesentlichen Punkten von denen des heutigen herrschenden Philosophemes unterscheiden! Würde ein solcher Unterschied nicht als ein. specisischer, sondern höchstens als ein, modaler heraustreten: so würden wir wenig oder keinen Anstand nehmen, uns eher für den strengen Philosophen als für das Nicht-Fisch und Nicht- Fleisch, als für den Halb-Philosophen, Halb-Theologen zu erklären. Wenn wir etwa fanden, daß Herr Hirsch, ganz den Fußtapfen Hegel's und Vatke's folgend, das Juden- 1hum vollkommen zur Eirlerleiheit mit dem Begriffe und dessen Proceß auflöste, und nur einzig darin sichvon seinen Vorgängern unterschiede, daß er ihm — was sich von einem Lehrer und Bekenner desselben nicht anders erwarten läßt — einen höheren Rang zu sichern suchte: so würden wir uns, und in guter Konsequenz, zu. den. parteiloseren Vorgängern zu halten gezwungen sehen. Denn in der Natur eines jeden Protestes und seines geregelten Fortschrittes liegt

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