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Der Orient · 1844-06-18 · Heft 25 (18.6.1844) · p. Seite 199

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Orient
Volume
5 (1844)
Issue
Heft 25 (18.6.1844)
Date
1844-06-18
Page
Seite 199 (sequence 13)
Language
German
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199 lowicz, Pred. zu Marienwerder; Goldmann, Rabb. zu Eschwege; Ben-Israel, Pred. zu Coblenz; Dr. Zormstecher, Oberrabb. zu Offenbach; Dr. Philippson, Rabb.zu Magdeburg, Dr. Frankfurter, Pred. zu Hamburg, Dr. Sachs/ Rabb. aus Glogau; Dr. Herxheim er, Bernburgischer Landrabbiner; Dr. 'S. Adler, Rabb. zu Ätzer); Dr.A. Adler, Pred. zu Worms; Schott, Rabb. zu Randegg; Dr. Hoffmann, Rabb. zu Meiningen; Heidenheim, Pred. zu Sondershausen; Dr. Herzfeld, Braunschweig'scher Landrabb.; Dr. Bodenheim er, Landrabb, zu Hildesheim; Dr. Hirsch, Gr. Luxemb. Landrabb.; Edler, Prediger aus Preuß. Minden. Sie erhalten hierbei das Sendschreiben von Dr. Geiger, der, durch sein Amt verhindert, bis jetzt noch nicht kommen konnte. Als heute um 9 Uhr die Herren versammelt waren, bestieg Hr. Dr. Herzfeld die Tribüne, begann mit einem recht kernhaften, begeisternden Gebete, den Dank gegen Gott aussprechend, dessen Geist wundervoll diese Männer in der Ferne antrieb, in seinem Namen sich zu versammeln, bewillkommte in einer Zwischenrede recht herzlich die Versammlung, schloß wiederum mit einem Gebete, indem er den Herrn um das Gelingen und Erreichen des vorgesteckten Zieles anflehte. Hr. Dr. Philippson bestieg die Tribüne und forderte auf zur Wahl eines Präsidenten und Abstimmung, ob er die von ihm entworfenen Statuten vorlesen solle. Die Wahl des Präsidenten siel fast einstimmig ausHrn. Kirchenrath Dr. Mayer, der alsdann Zweck und Bedeutung der Zusammenkunft kräftig und klar auseinandersetzte, die Art und Weise, wie man dabei zu verfahren und sich zu benehmen habe, auseinandersetze, und endlich die von Dr. Philippson beantragte Abstimmung über die Statuten als Gegenstand der Bedachung hinstellte. Die Abstimmung erfolgte und resultirte, daß diese Statuten nicht einer Kommission, sondern der Generalversammlung zur Prüfung vorgelegt werden sollen. Es kam hierauf zur Frage, ob die Verhandlungen öffentlich oder bei geschlossenen Thüren vorzunehwen seien; es wurde dabei won der einen Seite auf die Unreife und das Geneigtsein zu Mißverständnissen von Seiten der Laien, von der andern Seite auch auf den guten Willen des Publikums, auf die Zeit, die überall Oeffentlichlichkeit verlange, ja daß auch die Sitzungen der Sanhedrin in alter Zeit, ohne daß diese Zusammenkunft einen ähnlichen Charakter in Anspruch nehme, öffentlich waren, aufmerksam gemacht, und wurde beschlossen, daß auch Laien zulässig sein sollen. Nun kam das Vorlesen und die Prüfung der Statuten an die Tagesordnung. Am meisten wurde bis jetzt über den Paragraphen, der den Zweck der Versammlungen bestimmen will, debatirt —- natürlich, hangt ja von diesem so viel Er wurde etwa auf diese Weise gegeben: der Zweck der Rabbinerversammlung sei, über die Mittel zur Erhaltung des Judenthums, zu dem Fortschreiten desselben und das religiöse Leben in ihm zu erwecken in Beachtung zu ziehen. Das Uebrige, das zur Sprache kam, betraf mehr Form undAeußeres. Hoch erfreulich ist die Herzlichkeit und Innigkeit unter den Anwesenden; Männer von den verschiedensten Gesinnungen schließen sich einander an. Was die Gemeinde dabei leistet, ihre Opfer, Humanität und Zuvorkommenheit, davon zu sprechen, ist mir die Zeit zu kurz — sie geht über alle Erwartungen. Polen und Rußland. Wilna, 22. Mai. In vielen politischen Blättern und von da aus in den jüdischen ist die für -das Ausland wohl seltsam klingende Nachricht werbreitet worden, daß das hiesige Rabbinat, vereint mit andern Rabbinen Lithauen's einen Bann (Cherem) gegen die jüdischen Pascher ausgesprochen habe, um so dadurch die Beweggründe der Regierung zur Vertreibung der Juden von der Grenze zu beseitigen. Es thut mir aber herzlich leid, dieser Nachricht auf das Bestimmteste widersprechen zu müssen; und in Betracht, daß bei allen Dingen die Wahrheit doch noch besser ist, erlaube ich mir, den Lesern dieses Blattes über den sogenannten Schmuggler - Cherem hier das Ausführlichste zu berichten. Schon gleich nach der Rückkehr der Ruhe Europas im Jahre 1815 begannen die Verläumdungen gegen die ohnehin tiefgebeugten Juden Rußlands bei dem milden Kaiser Alexander., angeblich als wären diese die Erzpaschec und Vernichter der russischen Industrie, und leider war der Judenhaß immer lebendig, -sobald der. Krieg die Völker nicht beschäftigte. Die Anklagen dauerten viele Jahre, und da der damalige Kaiser auch gegen die Juden nicht ungerecht sein wollte, so lag ihm nur daran zu wissen, ob nach der jüdischen Religion eine Defraudation erlaubt sei. Denn, meinte er, wenn das Judenthum diese laxe Moral nicht gebietet, so können die Sünden Einzelner nicht in Betracht kommen, und für Defraudanten aller Konfessionen unterhalten wir eine strenge Grenzsperre. Eben so dachte Na-, poleon. Da sagte man ihm — die Unwahrheit —: die.Rabbinen haben die Macht zu lösen und zu binden und wenn diese gebieten, so folgt der gemeine Jude auch gegen die Moral. Diese Lüge schien ihm wahrscheinlicher, weil in der griechischen Kirche es nicht besser ijr. Die Anfrage wurde an die Rabbinen gestellt und in Lithauen an das Rabbinat zu Wilna. Da traten den 26. .Juli 1820 (Dpn dn td) die Vorsteher und Rabbinen Wilna's zusammen auf der Gemeindestube und ließen in polnischer und jüdisch-deutscher Sprache ihre Meinung über Defraudation des Staates auf einem großen Folioblatt drucken und an alle Juden vertheilen, und auch die Regierung erhielt ein solches als Bürgschaft, wie die Rabbinen über diese Sache denken, und wie sie ihre Heerde unterweisen. Auch Sie, Hr. Redakteur, erhalten ein

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