Mannheim
Compact Memory

Der Orient · 1844-06-18 · Heft 25 (18.6.1844) · p. Seite 194

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Orient
Volume
5 (1844)
Issue
Heft 25 (18.6.1844)
Date
1844-06-18
Page
Seite 194 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2360092-2360310-2360336--4511-3530400
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

bruders sind, den Kranken und Leidenden wie den hilflosen Gelehrten durch ihten Jvkei von der Thüre weisen Lassen, und nur da mit finstrem Blick dem Wohlthun scöhnen, wo ihre Subskription in den Zeitungen prangt und von der Zunge der geschäftigen Fama .weithin ausposaunt wird; die ihr Wohlthun um Lob und Ruhm verschachern und den Himmel obendrein sich hiermit erkaufen wollen. — Und wie friedestiftend und Frieden schaffend und spendend steht dieser -gefeierte edle Menschenfreund nicht in der Mitte der Alten und Reu ern, als Stütze und Haltpunkt für Beide, als Licht- und Feuersaule für Beide! Seinem Principe nach, aller und jedweder Verbesserung und Veredelung im Judenthume! in jeder Beziehung mit dem regsten Eifer huldigend, sucht und strebt er dennoch, jeden feindlichen Verstoß und jegliche krankende Hemmniß gegen die Alten freundlich und fürsorgend zu verhindern. Wie er dies -erst am , jüngst verflossenen Schab uot-Feste bewies, indem er eine Stunde vor dem Gottesdienste im Tempel, auf Anregung des Vorstehers der polnischen Synagoge, des um dieselbe vielfach verdienten Herrn Ignaz Deutsch, Fabrik-Inhabers in Wien, dieselbe besuchte und beim Tora-Lesen 600 fl. EM. hochherzig spendete. Daß er zur Vereinigung der Knaben- und Mädchenschule und der hiermit verbundenen is r. Ki nd erbewahran statt '25,000 fl. CM. zum Einkäufe eines Hauses wie zur ewigen Fuüdirung derselben in seiner und auch meiner Vaterstadt Preßbuvg., mit unbegrenztem Edelmuche gespendet, ist längst bekannt. Am 7. Mai fand auch schon die öffentliche feierliche Einweihung dieser menschenfreundlichen Stiftung statt; bei welcher ein Gottesdienst und eine Seelenandacht für die dahingefchiedenen Stifter der Schule abgehalten wurde, geleitet von dem geschätzten Kantor Sulz er und einem Theile seines Chors, und worauf unser gefeierter Mannheimer eine der Würde des Tages angemessene begeisterte und -begeisternde Rede hielt, wobei kein Auge trocken und kein Herz ungerührt blieb; und worauf eine schöne, reichbesetzte Stafel mit frohen lauten Toasten folgte. -Unter allen Anwesenden des hohen Adels und der obrigkeitlichen Behörden ragte einem Polaren gleich I. kön. Hoh. die Frau Erzhezogin Maria Dorothea, Gemahlin des Palatins von Ungarn, hervor, die diese religiöse und humane Feier mit ihrer hohen Gegenwart beehrte, bis ans Ende blieb, und dem vortrefflichen Mannheimer (dessen Predigt bereits 2 Auflagen erlebt) ihr Wohlgefallen und ihre Würdigung hierdurch zu erkennen gab, indem sie ihm -— unangesucht — eine Mündige Audienz ertherlte. Daß er in dem Kurorte Baben bei Wien 12,000 fl. CM. zur Begründung eines israelitischen Krankenhauses schenkte, ist ebenfalls bekannt. Daß dieser biedere Mann einem armen brodlosen Manne hier eine eigene Traiterie rinrichtete, um für norhleidende Arme und hilflose Studirende — ohne Unterschied des Glaubens eigens täglich zu kochen, und die Karten hierzu, ohne Zahlbeschränkung der zu vertheilenden dem hiesigen Rabbiner 5?mn Elasar Horwitz übermachte— eine Wohlthat, dir schon des Ersinnens wegen, der ewigen Unvergeßlichkeit! würdig, und ihrem Werthe nach, in jeder Beziehung,! dem so sinnreich spekulirenden Wohlthater die allgemeine Anerkennung sichert — ist wie ich glaube schon j erwähnt. Nun aber zur jüngsten und neuesten Tugendsaat, die dieser edle und hochherzige Menschenfreund, zum Heile der Jugend seines Volkes väterlich sücsorgend für die Ewigkeit gestreuet; indem er bei einem am 26.! d. M. stattgefundenen Hochzeitsmahle eines seiner -ehr-j maligen Komptoristen, eines braven jungen Mannes, i dem er bei der Trauung väterlicher Beistand war, 10,000 fl. CM. zum Fond des hies. von dem hochherzigen rühmlichst bekannten Vertreter Herrn Joseph Wertheimer gestifteten isr. Handwerksvereine edelsinnig spendete. Und was hätte ich zu dem Erwähnten noch 'hinzuzusetzen? Sollte ich erst erzählen, daß dieser großherzige Mann, der ein Vater aller Armen und Bedrängten ist, auch ein Stützer und Vater seiner Familie ist! Hierfür nur Ein thatsächlicher Beweis. Ein armer sehr ferner Verwandter von ihm ward im hies. Spitale auf seine Kosten während einer langwierigen Krankheit verpflegt, der endlich starb; nachdem er vsi seinem Tode den Wunsch geäußert hatte, in seiner Vaterstadt Preßburg beerdiget zu werden. Herr Todesko ließ ihn auf feine Kosten hinabsühren, hiermit sich noch nicht begnügend, nahm er dessen einzige erwachsene Tochter nach Wien, machte sie zur Braut und setzte ihr m! Heirathsgut von 20OO fl. CM. aus. Wenn wir min noch erwähnen , daß seine Thüre jedem Bittenden vom frühen Morgen bis zum späten Abend offen steht, H seine Hand ein unerschöpflicher Quell des Spendet und — wir haben das Kontersei eines Mannes vollendet, auf dessen Haupt der göttliche Segen -unaufhörlich und unbeendet ruhen mögen! Daß er lange And ungefährdet in -der ihm ertheilten Würde als ein 'Wöhlthätrt seines Volkes walten möge! Daß sein Herz und scm Eifer für das Gute und Edle nimmer erkalte, daß in seinem Streben er nimmer ermüde! Daß er auch ans die arme verlassene und verödete -hebräische Sit et iv tu t sein väterlich erbarmendes Auge richte-, und zu dem Erhaltung, Erhebung und Förderung etwas, ach, ruic etwas thu e! — Und somit Segen ihm, dem gottgcsegneten Frommen! Segen seinen Angehörigen! Segen und noch langes Leben seiner frommen tugendceichen greisen Mutter, auf daß sie .noch lange schauen möge das heilbringende Wirken ihres edeln gottgeliebm Sohnes! Bei dieser Preisvertheilung öffentlicher Anerkennung! und Würdigung müssen wir auch des verehrungswürdigen Hcn. Rabb. El. Horwitz erwähnen, der M

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.