Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1844
- Issue
- 24 (11.6.1844)
- Date
- 1844-06-11
- Page
- Spalte 379-380 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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379 Kritiken. Kurze Anzeigen.' 380 stn. Mein Räschi, der wegen seiner gründlichen Erklärung und scharfen Auffassens des Textes von den Rabbinen mit dem Namen NrrrJtcnD benannt wird, hat diese Stelle sicherlich nicht übersehen. Aber alle Schwierigkeit in der Erklärung der Radix my hebt sich, wenn man bedenkt, daß Lev. 26, 6 my mit einem 3, in welchem Falle es durchziehen und in Tn bei -nD' N1? mit wo es weichen heißt, konstruirt ist. Mit Bedauern steht mir F's. Concordanz nicht zu Gebot. Buxtorf übersetzt my Zwar blos mit tran^re, disredere, praeterire. Schlagt man jedoch die korrespondirenden Stellen nach, so stellt sich mit 2 auch die Bedeutung „Weggehen" heraus. Gabriel Adler, Rabbiner. Kurze Anzeigen. 24) Die israelitische Bibel in correttem hebräischen Texte mit worttreuer Uebersetzung, vollständiger Erklärung und homiletisch benutzbaren Andeutungen, herausgegeben von Dr. S a l 0 m 0 n H e r x h e i m e r, herzogl. Landes-Rabbiner zu Anhalt-Bernburg. Berlin 1844. 8. Lewent. Zweiter Lyell. Die Propheten. (Schluß.)^ Kap. 2, 3. leitet Ibn Gannach trefflich ab von jagen, also Netze, parallel mit folg, Der Chald. übers, weil er vermutlich gelesen. Viele erklären von 21U arab. die Seite (statt des Augesichts) zuwenden, feind sein; aber mit Recht bezweifelt Studer, daß an dieser einzigen Stelle -jg eine Bedeutung haben solle, wofür man genug andere Bezeichnungen in der Sprache hat." 'Auch Fürst hat in seinem sehr empfehlenswerthen hcbr. und chald. Schulwörterbuche die Erklärung des Ibn Gannach angenommen. Kap. 4, 6. „Geh und zieh herbei" (rDtt'D wie 2. Mos. 12, 21). Sehr gut! Gesenius' und Winer's Uebersetzung („breite dich aus") wird gründlich widerlegt. Kap. 5, 2. „D a m a n d i e L 0 s m a ch u n g bewirkt in Israel, da freiwillig sich stellte das Volk, preiset den Ewigen." Hierzu die treffliche Bemerkung: „Die im hebräischen Sprachgebrauche gesicherte Bedeutung des y-0 l 0 smachen (vgl. 3. M. 10, 6 Anm.) paßt in dem Sinne dcr Befreiung vom feindlichen Drucke hier um so mehr, als dadurch gleich in den ersten Worten die Veranlassung des Liedes ausgesprochen wird. Aus diesem Grunde folgen wir nicht den Uebersetzungen des rny^D ynD3: „ Zerrüttung" (Mendelssohn), oder „ als Zügellosigkeit war" (Zunz), oder nach chald. Sprachgebrauche: „als Rache geübt" (Targ., Kimchi, Abarb., Herder, Köhler , oder nach dem Arabischen: „als Fürsten die Herrschaft übernahmen " (LXX), oder „Führer führten" (Gesenius, de Wette), oder „da sich behaupteten die Häupter" (Ewald). Für letztere Erklärung spricht nicht die parallele Unterscheidung von Häuptern und Volk V. 9, da dort Ein mrrtinDn eher in Apposition als im Gegensatz zu '’ppn steht. Auch mN niyiD 5. M. 32, 42 ist nicht erweislich von Führern zu verstehen." Kap. 5, 6. wird mit Recht darauf aufmerksam gemacht, daß man unter Jaul hier nicht die Nicht - Israelitin, die Mörderin des Sisra verstehen könne, sondern daß man Jael für einen zweiten Namen des Sch am gar, oder für den Namen eines sonst nicht erwähnten israel. Richters zu halten habe. Kap. 5, 15. Schnurr er (dem auch Hollmann und Maurer folgen) faßt p als Substantiv in der Bedeutung Bedeckung, und übersetzt: Jssaschar bildete Barak's Bedeckung. Viel angemessener läßt unser Verfasser dem Worte p seine gewöhnliche Bedeutung, und ergänzt nur vor das oy aus dem ersten Versgliede. „So entsteht der schöne Parallelismus: wie die Fürsten Israels Debora begleiteten, so stürzte dem andern Hauptführer, Barak, Issaschar's Volk nach." Kap. 7, 3. „Wer surchtsam und schreckhaft ist, d e r k e h r e zurück und wende si ch u m v 0 m B er g e G i l e a d." Wie war dies möglich, da doch das Gebirge Gilead jenseits des Jordan lag, Gideon aber sein Lager diesseits des Flusses hatte? Um diese Schwierigkeit zu beseitigen, übers. Einige: nach dem Berge Gilead, indem sie der Präp. je eine Bedeutung imputiren, die sie gar nicht hat. Andere helfen sich durch Konjekturen; so empfiehlt I. D. Michaelis ppO statt Clericus statt Besser ist die Erklärung unsers Verfassers: „Sie sotten, weil ihnen der gerade Rückweg durch das feindliche Lager versperrt sei (vgl. V. 1. Anm.), ins Ostjordanland übersetzen und vom B. Gilead daselbst in ihre Hekmath umwenden, und indem sie diesen Bogen machen, die Feinde umgehen." Kap. 11, 39. Diejenigen Interpreten, welche nicht gern zugeben wollen, daß Iefta ein Menschrnopfer dargebracht habe, nehmen zu einer gezwungenen Erklärung ihre Zuflucht. H. entscheidet sich aus triftigen, vollständig auseinandergesetzten Gründen für eine wirkliche Opferung. Kap. 12, 4. „Denn sie sprachen: Entronnene Ephraim' s seid ihr, Gilead, in E p h r a i m u n d Menasse". Hierzu die Erläuterung: „Gezwungen wäre e§, "ly^ zum Subjekt von DEN4, und "pro — p3 zu nehmen, in dem Sinne: die Gileaditen, welche zwischen den Gebieten von Ephr. und Menaffe an der Iordansfurt postirten, hätten gesprochen: ihr seid Flüchtlinge Efraim's, so daß V. 5 und 6 nur das im umständlicher wiederholten. Richtiger scheint es, daß während der Unterdrückung durch die Ammoniten viele Gileaditen in das Gebiet Efrainlls entkommen waren, weshalb die Efraimiten nun den Sieg der Gileaditen über die Ammoniten dadurch verkleinerten, daß sie ihnen vorwarfen: ihr seid doch nur die Geretteten durch Efraim in (-pro) Ephraim's und Menasse's Gebiet. Hiernach steht richtig hex o und nicht und Ü7Z