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Der Orient · 1844-06-11 · 24 (11.6.1844) · p. Spalte 377-378

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Journal
Der Orient
Volume
1844
Issue
24 (11.6.1844)
Date
1844-06-11
Page
Spalte 377-378 (sequence 5)
Language
German
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Studien. Literarische Analekten. > 378 377 wahr! das unmittelbare Wissen von der Welt ist gewiß eben so viel werth, als das unmittelbare von Gott und göttlichen Dingen. Sie sind beide, taube Nüsse!... „Im Wissen ist nur ein Unterschied der Potenzdem Grade nach... Es befindet „für Beides: (das Wissen von Gott und den gewöhnlichen Lebensverhältniffen) — platonisch zu reden — nur die Erinnerung des Geistes statt, das was sein Wesen ihm aussagt nun auch in sich zu finden." Es ist ganz gewiß ein imposantes Beginnen des menschlichen Geistes, sich gegen jedes Lernen aufzulehnen, und die Quintessenz aller Wesen in seinem eignen Geiste besitzen zu wollen; es geht nun einmal nicht! Wenn der Herr Autor nicht einmal das Glück hätte, eben Theolog zu sein, und Religions-Wissenschaft zu lehren, eine Wissenschaft, in der sich von jeher das reine, absolute Wissen, das Erinnern — um mit Plato zu reden — breit zu machen fähig war! Ja, in dieser nebulösen Himmelssphäre, in dieser geistigen Trübe ist gut fischen für die absolute Idee. — Aber wenn der Herr Lheolog einmal aus seinem Fenster hinaus, in die offene, freie Gotteswelt schauen müßte, aber mit wirklichem Ernste, und ohne den bekannten „logischen Hochmurh": da würde er wohl andern Sinnes werden. Da würde er einsehen, daß hier die eigenthümliche Sprödigkeit des Wesens der Dinge durch kein „Erinnern" aufgelöst und zum Bewußtsein gebracht werden kann. Und da würde er vielleicht selbst auf den Gedanken kommen, der so gewiß ist und so nahe liegt — daß wir von dem Gott nur wissen, sein Wesen begreifen können, nicht mehr ist, als unser eigner Geist: ist er jedoch nur um ein Geringes mehr inhaltreicher, mächtiger, wissender, als der Menschengeist; wie wäre es dann diesem möglich, ein adäquates Wissen von ihm und seinem Thun zu haben? Wie würde der Wenig oder Nichts-Wissende, demViel oder gar All-Wissenden, Ihn und sein Wissen, fassen können? Wäre das nicht ein Widerspruch..? Nur das Heidenrhum und die dogmatische Philosophie mit dem Grundsätze: der Mensch ist das Maaß aller Dinge, hat eine Philosophie dev Religion, weiß den Gott in seinem Innern; aber dieser gewußte Gott ist auch danach! Eben so gut wie die bekannte „gewußte Welt" der Naturphilosophie zwar eine mit Nothwendigkeit gewußte, dafür aber gleichfalls danach ist! Beide gleichen nur zu sehr jenem bekannten dritten Ei des Herrn Philosophen Fritz, von dem es heißt: „Im ersten Jahre schon Ganz voll Philosophie Kam Fritz der hoffnungsvolle Sohn Zurück von der Aoadamie." der seinen beiden Eltern, die zwei Eier verzehrten, bewies, das ein Drittes in seinen beiden enthalten sei. Sie überließen ihm — wie bekannt —dieses dritte Ei der nothwendigen Folgerung; man glaube aber nicht, daß er seinen Hunger damit gestillt hat. (Fortsetzung folgt.) Literarische Analekten. Berichtigung. In dem schönen einleitenden Gedicht Mose Ibn-Esra's zu seinem vielbesprochenen Diwun (Kerem Chemed IV, 69) befindet sich folgende dunkle Stelleauf deren schwierige Erklärung bereits der gelehrte Mittheiler, Luzzatto, aufmerksam gemacht: iwcn 2b nn-fc? W? inbbnim? “i2~b ninety ippyj /1D1 DnCN (?) -nts6i Ich erlaube mir hier eine kleine Korrektur vorzunehmen, wodurch der Sinn klar und glänzend aus dem Dunkel tritt; ich lese nämlich: CV)EN yiü/b), da dem Dichter höchst ^wahrscheinlich die Stelle aus Hof. 8,-4 My-p SOI rp&Tl ^EE vorgkschwebt zu haben scheint: steht demnach anstatt: ^P'WN^-IZ wie (iE 'lD OD$b) anstatt und 'Dl NW auf folgt natürlich und ungezwungen. Dr. M. Letteris. Bemerkung über eine Stelle im Werke Korban Netanel zu Onkelos Lev. £6, 6. Am jüngsten Sabbat *>npnm Vü % beim Durchlesen des Targum zu diesen Abschnitten, siet mir die Kritik bei, welche j'p am Schluffe seines berühmten Werkes dieses Namens, bekannt macht. Er sagt nämlich zu Lev. 26, 6. DDSDJO “)Dyn Nt? mm: übersetzt Onkelos „pjnta jrpjn n^> amra dieses finde er (rp) als unrichtig, und meint, das wäre kein Segen; weswegen er einen Druckfehler hier vermuthet und glaubt es müsse heißen „|rpy*> N^" welches deutsch „nicht er^ eignen"heißt; $b aber heiße „nicht weichen". Er fährt fort: in einer amsterdamer Ausgabe des Pentateuchs, welchem drei Targumim beigefügt sind, habe der Herausgeber das jy-pyi zu rechtfertigen gesucht, aber ohne stichhaltige Gründe. Allein, in einem sehr a lt en Manuskripte des Pentateuchs, das erwähnter Kritiker zu Pferrsee bei Augsburg gesehen, sei wirklich N^? zu lesen gewesen. Da er nun diese Leseart für die richtige halte, habe er sich veranlaßt gesunden, solche am Schluffe seines Werkes zu veröffentlichen. So weit die Ansicht des Korban Netanel. Mir scheint aber bei aller Anerkennung des Korban Netanel die erst angeführte und in unfern Ausgaben angenommene Leseart p-py? die richtige, denn da in Hiob 28, 8 Pt?y my tib Rasch: durch my erklärt und p my DnrQT ebenfalls mit my überträgt, so geht daraus hervor, daß auch Rasch: die Radix my durch „schreiten" übersetzt haben will. Es ist also auch hier p’ijj'i als Segen ganz an seiner Stelle. Der Verfasser des Korban Netanel hat sich vielleicht durch eine Parallelstelle in Parascha wa-Iechi wo für »TUTO Mw "d N1? Onkelos ny? n1? giebt, verleiten las-

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