Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1844
- Issue
- 24 (11.6.1844)
- Date
- 1844-06-11
- Page
- Spalte 381-382 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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381 Kritiken. Kurze Anzeigen. 382 in seiner ordentlichen Bedeutung: aus Drangsal und Kampf e n t'r o n n e n e. Kap. 15, 19. „tj/nDD hieß vermutlich dort ein Felsen, wegen seiner mörserartigen Form. So fassen auch Iosephus, die pm im Midrasch rabba und Ralbag dieses Wort. Bochart, Gesenius u. 2t. nehmen es von der Zahnhöhle des weggeworfenen Kinnbackens; allein dann erschiene dies nicht nur wundervoller als das Spalten des Felsens durch Mose, daß Wasser herauskam (Ies. 48, 21, wo auch wie hier stcht), sondern es widerspräche auch der folg. Bemerkung, daß der Quell noch vorhanden war „bis auf den Lag" wo dies berichtet worden". Kap. 19, 9. Hier die instruktive Bemerkung: „Vier Stufen des Sonnenunterganges bemerken wir hier: 1, rnttJ I dm (V. 8), 2) □ vn nsn, 3) 'n nun, 4) 'n -n (V. 11). Der Sonnenuntergang selbst heißt Erstes Buch der Könige. Kap. 4, 2 wird das Wort pD sehr gut, wie Sam. 8, 18, mit Staatsminister übersetzt. „Uebersetzte man: Zadok's, des Priesters, so wäre auffallend, daß Asarja allein und früher als sein Vater und die übrigen Priester (V. 4) genannt ist, auch müßte p dann Enkel bedeuten, da Zadok's Sohn Achimaaz hieß, auch stände nicht, worüber Asarja ge-! setzt war; gegen die Interpunktion wäre es auch, ihn (mit Abarb.) zu den dv-^q V. 3 zu zählen", s Kap. 4, 7. Daß die zwölf für ihre Lieferungen! Zahlung aus königl. Schatze erhielten, dürfte wohl nicht zu! erweisen sein. > Kap. 5, 6 (nach and. Kapitelabth. 4, 26). Differenz mit der Chronik, wie öfters, beseitigt. Kap. 5, 13 (4, 33). Während die ältern Ausleger hier! von den großen naturwissenschaftlichen Kenntnissen Salomo's fabeln, sagt unser Autor: „Salomo nahm in seinen Sprüchen und Gesängen Gleichnisse und Bilder bald von diesem, bald von jenem Gegenstände des Pflanzen- und Lhierreichs."! Kap. 11, 15. „Der Sinn lst vielleicht: Als Ioab die Edomiter geschlagen hatte (-p bezieht sich auf Ioab, vergl.! folg. Vers, und ist plusquruupei k., vergl. Kimchi) und nach! Jerusalem gereist war, zog er wieder mit David nach Edom,! um, aus Humanität und um pestartige Krankheiten zu ver-! hüten, die erschlagenen Edomiter zu beerdigen; wegen Daj vid's Ankunft fürchteten nun die edomitischen Minister selbst j für ihr und des Prinzen Leben und flohen mit ihm." j Kap. 19, 12. „Wie einst vor Mose auf demselben Berge, l ziehet Gottes Herrlichkeit ihm (dem Eliah) vorüber, in drei - Zeichen andeutend, daß das Stürmische, Erschütternde! und Verzehrende seines Feuereifers Gott mißfällig k lei, der lieber in sanfter Geduld erscheine." j Zw eites Buch der Könige, j Kap. 2, 1. „Der Erzähler dachte, wie die ältesten Aus-! leger ,,es auffaßten, daß Eliah lebendig in den Himmel gefah-! uen sei; nach Ralbag aber ist der Sinn: der Sturm trieb ihn in die Höhewie 5. M, 1, 28), und entrückte ihn der menschlichen Gesellschaft, so daß er noch auf Erden fortlebte; womit es übereinstimmt, daß noch Ioram, König von Juda, einen Brief von Elia erhielt, 2 Chron. 21, 12. Auch Ibn-Esra (zu Maleachi Ende) scheint den Bericht so zu verstehen.' Allein die alte Welt glaubte beim plötzlichen Verschwinden frommer Menschen, daß Gott sie zur Belohnung zu sich genommen und nicht wie andere Menschen dem Lode unterworfen habe." Kap. 8, 16. Hier bemerkt H. mit Recht,- daß man nicht nöthig habe, mit de Wette u. A. die Worte rrorv wegzulassm. Kap. 14, 9 wird der Sinn der Parabel angegeben: „Selbst wenn du durch ein freundschaftliches Bündniß dich mir gleichstellen wolltest, würde ich (Zeder) dich (verachteten Dorn) von meinen Leuten zertreten lassen". Kap. 17, 9. Die angeführte, aber nicht aufgenommene Uebersetzung von (heimlich thun, verwandt mit *on, NDH, nun), der auch F ü r st beitritt, dürfte der Uebers. Raschi's, die nur aus dem Zusammenhänge gerathen ist, vorzuziehen sein. Kap. 23, 9. „Da er (Iost'ja) die Götzenpriester V. 20 tobten ließ, so müssen hier Priester gemeint sein, welche dem wahren Gotte auf Hohen opferten, was aber auch verpönt war, daher sie fortan nur ihr Priester-Deputat (niSD) noch erhielien (wie 3. M. 21, 17—23), aber keinen Dienst mehr verrichten durften. Demnach wurden auch diese Gottes- (nicht Götzen-) Höhen (V. 8) durch Iost'ja abgeschafft, weßhalb es nicht mehr wie immer bei den frommen Königen heißt: noch aber opferte das Volk auf Höhen." Diese Proben der Herxheimer'schen Schrifterklärung, die wir, ohne eine besondere Auswahl zu treffen, mitgetheilt haben — wir hätten eben sowohl jeden andern Vers wählen können — mögen genügen, unser oben ausgesprochenes Urtheil zu rechtfertigen, und das Interesse aller Gebildeten für dieses eben so erfreuliche als ersprießliche Werk zu wecken. Schließlich wollen wir noch mit einigen Worten andeuten, wie dasselbe auch in der Hand der Schüler großen Nutzen stiften könne. Unsrer Ansicht nach sollten die Schüler, wenn sie in ihrem 14. Jahre eine gute israelitische Schule verlassen, im Stande sein, sämmtliche historische Bücher der heiligen Schrift (etwa mit Ausnahme der chaldäischen Abschnitte) und nicht zu schwere Stücke der poetischen und prophetischen ohne weitere Vorbereitung zu übersetzen und zu verstehen. Um dieses Ziel zu erreichen ist es durchaus notwendig, daß die Kinder viel, sehr viel übersetzen und das Uebersetzte dem Gedächtnisse einprägen. Da nun aber, wenn die übrigen Uirterrichtsgegenstände nicht zu sehr vernachlässigt werden sollen, dem Hebräischen nur höchstens 6 bis 8 Stunden wöchentlich gewidmet werden können, so bleibt dem Lehrer nur folgendes Mittel übrig. Er gebe den Kindern jeden Tag ein bestimmtes Pensum auf, das sie mit Hilfe der Herxheimer'schen Bibel zu Hause einüben müssen, und in der nächsten Stunde über-