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Der Orient · 1844-05-21 · Heft 21 (21.5.1844) · p. Seite 166

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Journal
Der Orient
Volume
5 (1844)
Issue
Heft 21 (21.5.1844)
Date
1844-05-21
Page
Seite 166 (sequence 11)
Language
German
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— 166 - aus seinen sonst so schönen Vorträgen verbannen und sein Auditorium wird es ihm Dank wissen. 24. Preßburg, 10. Mai. Das in diesen Blattern schon oft erwähnte Institut, welches hier durch die vorzügliche Freigebigkeit des wohlthätigen Herrn H. Todes ko als eine israelitische Kleinkinderbewahranstalt und als Primarhaupeschule gegründet wurde, ist endlich den 6. Mai eingeweiht worden. Der Erzherzog Palatin und überhaupt die vorzüglichsten Beamten der Stadt und die vornehme Damenwelt war zugegen und selbst Wien sandte uns eine große Anzahl Gaste zu dieser seltenen Feier, worunter Mannheimer und Sulz er bereits im vorigen Bericht erwähnt sind. Nur sehr ungern haben wir den Hm. v. Rothschild vermißt, da man weiß, mit welcher Freude er das Empvrkommen seiner Glaubensgenossen ansieht. Bedauerlich ist es, daß das Gebäude auf den Baron Sina verschrieben werden mußte, weil die Gemeinde als solche keinen Grundbesitz haben darf; es wäre, wie wir meinen, hohe Zeit, daß die Regierung diesen Flecken der Staatspolitik verwische. Hr. To des ko war bei dieser Feier, wie sich leicht denken laßt, der Gegenstand allgemeiner Achtung und Aufmerksamkeit und als äußeres Zeichen derselben wurde ihm ein prachtvoller in Silber gefaßter Krystallbecher überreicht. Polen und Rußland. Wcrrschcrn, 3. Mai. So eben wird nun die Rekrutirung beginnen und zwar 4 Mann von 1000 Seelen, und da unsere Stadt circa 30,000 Juden zählt, so . werden wir 120 Rekruten zu stellen haben. Es werden aber gegen dreimal soviel ausgehoben, um aus einer größern Zahl und nach vielen schändlichen Bestechungen die richtige Zahl herauszubringen. Es ist kaum glaublich, welche Fülle von Elend und herzzerreißendem Unglück diese Maaßregel uns bringt; die Unbemittelten sehen sich Preis gegeben und die Reichen sehen der systematischen, kosakisch-moskowitischen Ausplünderung entgegen. Noch nie traf die Juden eine größere Geißel als in Polen und Rußland; die Barbareien des Mittelalters sind Freundschaftsdienste dagegen, nicht einmal das Exil, die Auswanderung in fremde Länder wird ihnen gestattet. ' Seit dem 1. Mai ist es auch den Juden nicht mehr erlaubt, auf den Schausseen durch die harte Arbeit des Sleineklopfens das Brod zu verdienen, weil der Kaiser „dieses verdammte Volk", wie er gesagt haben soll, was kaum glaublich ist, nicht sehen will. Gegen 300 Familien haben sich von dieser schweren mühsamen Arbeit, die kaum trockenes Brod brachte, ernährt. Nordamerika. Columbia (Süd-Carolina), Januar. In dieser Stadt, die noch vor Kurzem sehr wenig jüdische Ein-, wohner zählte, wurde eine Sonntags-Schule errichtet. Gegenwärtig befinden sich gegen sechsundzwanzig Kinder darin, von denen einige nicht älter als drei Jahre sind. Nach der Versicherung eines Charlostowner Juden nn „Occident" machen die Zöglinge bedeutende Fortschritte. — So unbedeutend auch solche Nachrichten sind, wenn sie die europäischen Juden betreffen, so wichtig sind sie, wenn sie sich auf die Juden in Nord-Amerikabeziehen. Sie beweisen, daß der religiöse Sinn der Nordamerika- Nischen Juden nicht erstirbt, obwohl sie selbst von den gründlichseinwollenden Reform- und Anci-Reformschriften verschont bleiben. Was die nordamerikanischen Juden im Interesse des Judenthums thun, geht zumeist von Privatleuten aus, die weder die Kanzel mit großem Geräusche betreten, noch aä magrem (lei glomm Maaß und Mäßigkeit, Vor-, Um-, Rück-, Ein- und Nachsicht im Munde führen. Wenn nicht ein religiöser Fond im Herzen des Volkes vorhanden ist — so ist bas Reich der Kanzelrethorik das Ohr. Philadelphia, Januar. Dem „Occident" zufolge, ist die „Pennsylvania Society for Evangelizing llie Jews“ aus dem Grunde aufgelöst worden, weil die Zahl der dortigen Juden zu gering ist. Dagegen find Mi. Hilfsvereine zu New-Pork und Röchest ec entstünden. Wann werden die Missionsjager ermüden! Zur Judenfrage in Norwegen. Bericht der Konstitutionskommiteen, den Vorschlag m Aufhebung des letzten Passus des Par. 2 des Grundgesetzes betreffend. (Mit Auslassung einzelner specieller Referate ans dem Inhal! der Dokumente). (Fortsetzung.) Die nächste Frage — ob die Erfahrung lehre, daß e» räthlich sei, die vorgeschlagene Veränderung vorzunehnm, glauben die Komitee», zum großen Theile aus dem Angeführten beantwortet zu sehen. Die im Lauf der Zeit gewonnene Uebcrzeugung von der Unrichtigkeit der Grundidee, von der man bei der Aufnahme der Bestimmung in das Grundgesetz ausgegangen, ist nämlich eine solche Erfahrung. Denn har man hier nur eine Bestimmung beibehatten wollen, die vermeintlich schon in der älteren Gesetzgebung | enthalten war, und setzte man hiebei noch voraus, daß die Juden ihren Neligionsbegriffen zufolge, von Haß und Verachtung gegen die Christen durchdrungen wären, und die Erfahrung hernach vollgenügende Nachweise, daß beide Voraussetzung^ irrthümlich wären, —- so folgt hieraus, daß die auf mangrb mmssitM

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