Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 5 (1844)
- Issue
- Heft 21 (21.5.1844)
- Date
- 1844-05-21
- Page
- Seite 163 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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163 corpus delicti hier cirkuliren ließ und so nothwendig l dje bekannte naive Frage entstand: „Wie kommt Deine l Hand in meine Tasche?" — so ließ ich unterm 19. 1 Aug. 1842 Hrn. Lehren durch Hrn. Kulp befragen, ob \ es wahr sei, daß er, Hr. Lehren, das Heiligthum des! Briefgeheimnisses also verletzt — „ein Verfahren, welk ches Hr. L. u. A. auch an Hrn. Rabbiner Ettlinger in; A. eingestanden haben soll", (wohlverstanden, nicht in- - dem er ein ehrliches Gestandniß seiner Unthat ablegte, sondern) „indem er Hrn. Ettlinger von dem Inhalte; eines an Hrn. A. Selig von Jerusalem aus adressirten *) i und von Hrn» Lehren auf die bezeichnete Weise aufgeftngenen und erbrochenen Briefes unterrichtet habe" - (Frage 1. S. Orient Nr. 10). Hatte nun Hr. Lehj rm dies wirklich gethan, so war das Gestandniß | vollständig und der vollkommene Beweis über die Schand-?■ that geliefert, gleichviel, ob nun Hr. Lehren seine Schuld \ in anderer Form ebenfalls zugab oder abzuleugnen verl suchte — worauf bei solcher Sachlage gar nichts mehr i ankam. |- Auf diese Frage erklärte sich Hr. Lehren unterm 17. i Aul 5602 (23. Aug. 1842) indem er die Empfangsl anzeige des Hrn. Ettlinger über den diesem eingesand- I' ten gestohlenen Brief abschriftlich beilegte — im | Wesentlichen ebenso wie unser altonaer Korresp. sich hier | für ihn erklärt — jedoch mit dem bemerkenswerthen | Unterschiede, daß, dem altonaer Herrn zufolge, Hr. f L. an Hrn. E. geschrieben hat, der Brief sei ihm „von I Beyrut zugeschickt worden", während in der hierher {' gelangten Erklärung vom 17. Elul bet heuert und l Gott z u m Zeugen angerufen wird, daß derjenige, | welcher ihm, Hrn. Lehren, den Brief von Jerusalem f aus offen zugesendet, denselben vorher von Beyrut aus geöffnet erhalten habe!! v Doch lassen wir in diesem auf die vorliegende Untersuchung so einflußreichen Momente keine umschriebene oder summarische Excerpte, sondern den Angeschuldigten , in seinen eignen, mit hebräischen Ausdrücken und Phrasen reichlich untermischten Worten selbst reden. In der erwähnten, an Hrn. I. M. Kulp adressirten . Erklärung auf die sieben Fragen (Nr. 455 der Lehren'- schen Korrespondenz) lautet es (pu^. 3) folgendermaaßen: „1 und 2. Daß ich in Beyrut und mehrere Oerter Agent oder Agenten habe, um Briefe zu stehlen rc. und die darauf erfolgte, ob niNtnnn (die Kosten) dazu aus ') Dies war in sofern ein Irrthum, als Hrn. Lchren's Erkl.ärung zufolge, der fragl. Brief nicht an Hra. A. Selig nach Europa, sondern umgekehrt von diesem nach Jerusalem adressirt war und schon in Syrien angeicrngt, den Weg zurück nach Amsterdam machen mußte, nachdem er vorher erbrochen von dem eigentlichen Brief- Jizchak Alifandri in Beyrut an Jesaias Pinzker m Jerusalem gesendet worden war. Man vergl. Orient Nr. ö0 von 1843. den Armen Geld gezahlt wird - oder aus meiner Kassa. — Ich berufe mich auf das Zeugniß aller unsrer Handelsfceunde a costi, welche gewiß meine Rechtlichkeit poDDCtf Gnmn (in Geldsachen) bejahen würden. pN njnn by (Wie wäre es denkbar), daß ich das Eigenthum eines Andern, ob es Geld oder ein Brief ist, zu stehlen würde Miethlingen haben? — Daß ich dazu Armen Geld stehlen und mißbrauchen würde? — Auch aus meine Kassa bleibt der Briefe Raub einen Diebstahl (sehr richtig!). Und daß ich solches gestanden hart' n: ynmo njie&n ppi -Tun pwn mrfr (dem hochwürdigen Rabbiner von Altona, Hrn» I. E.) NW HDJ ->jM (ist durchaus falsch und erlogen). Ich denke aber, daß dieses vielleicht umgewend't (umgekehrt) heißen muß, nämlich daß der Schreiber (Loewenstein) sagt, ich hätte eine an R. A. S. von Jerusalem aus adressirten Briefe auf bezeichnete Weise aufgefangen, soll seyn: ein Brief von ft. A. S. nahch Jerusalem adressirten Brief rc. — Q.V yw NW m (und auch dieses ist durchhus falsch und erlogen). (Und dennoch ist Hr. L. sofort darauf verfallen, mich in diesem Sinne zu korrigiren!) „Sondern rwyo rpfi p (so war das Faktum), wovon die Brief in Händen habe, bei Gelegenheit Ihnen (Hrn.Kulp) davon zu überzeugen: II. A. S. hat von London Brief nach Jerusalem geschickt pr. Beyrut (natürlich!). Derselbe wurde — in Beyrut erbrochen und in Jerusalem nicht an den rechten Eigner zugestellt, sondern an einen Andern (so!), welcher da der Brief offen war, denselben gelesen hat (by!~>nvi "2) und zufolge dessen denselben nach Konstantinopel geschickt, wovon (von wo aus) er mir zugeschickt wurde. Mit die Betheuerung N<n Jn nyi yirn (Gott weiß es und ist Zeuge), daß der Sender in Jerusalem den Brief nicht geöffnet hat, sondern offen erhalten hat (er hatte ja also nicht selbst Hand angelegt, sondern blos den Diebstahl des Andern benutzt! Es war ein Chasid!). Jn demselben Brief schreibt ft. A. San dessen Kommittent, das er doch nun gestehen wird, daß ihm wb® (ein Drittel) gebührt (vielleicht anspielt er auf noch mehr) (meinen Sie, Hr. Lehren?) und beordert, was damit' (?) geschehen soll. Dieses habe ich an den hochw. Hrn. Rabb. von Altona mitgetheilt, indem ft. A. S. die Welt (?) in London M (und auch) in Hamburg und Altona getauscht, daß ec nur seine Spesen zurück nemmt, aber nichts dabei verdient (er hat auch in der That schwerlich etwas dabei erübrigt); so berichtete ich ihm, daß ich überzeugenden Beweis dagegen habe. (Und zu welchem Zwecke diese ganze saubere Operation?) Ich lege hierbei Abschrift W -DNJn .mn bw rrüND pD1? Nin riDDT nN IO i"-!Z (von Hrn. Ettlingers Schreiben vom 23. Nisan 5601), so würden Sie sehen, in welchen Charakter dieser R. X S. bei ru 'nn TiNJn mrs 21*