Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 5 (1844)
- Issue
- Heft 20 (14.5.1844)
- Date
- 1844-05-14
- Page
- Seite 157 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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157 her Spitze — heftigen Widerstand zu leiden hat. Der Rabbiner und Konsorten sind jetzt endlich mit Errichtung einer Schule einverstanden, aber nur unter der Bedingunz — welche aber die Partei pro nicht annehmen tvill — daß in derselben Talmud durchaus nicht unterrichtet werde!!! — Der gute Alte fürchtet, daß dies eine Entweihung des heiligen Talmuds sei, wenn er in einer und derselben Schule mit Deutsch, Ungarisch ic. vorgetragen wird. 0 sancla simplicilas! — I. E. Schweden und Norwegen. Christicrnicr, 16. April. Die skandinavische Naturforscherversammlung ist nun auf den 12. Juli festgesetzt und wird 6 Tage dauern. Die Einladung geht von den beiden Wortführern, den Professoren Hansten und Holst und dem Professor C. Bo eck als Sekretär aus. Anmeldungen nimmt der Letztere und die Professoren Eschricht (Physiologe) in Kopenhagen und Retzius in Stockholm an. In Bezug auf die Juden heißt es in der Einladung wie folgt: „Es muß hierbei bemerkt werden, daß die auf Christians V. Norweg. Gesetz 3—22 — 1, ferner den Plakaten vom 30. Juli 1684 und 23. Januar 1750 gegründete Verfügung, wonach Bekenner des mosaischen Glaubens nicht ohne einen Geleitsbries sich in Norwegen aufhalten dürfen, nun kein Hinderniß abgeben wird, da zufolge einer königlichen Resolution vom 12. Oktober 1843 ein jeder Naturforscher, der die oben angeführten statutenmäßigen Eigenschaften*) besitzt, die Erlaubniß an der Versammlung Theil zu nehmen bat!" Wird auch diese Einladung, diese Zuvorkommenheit unbeachtet und unerwiedert bleiben? Nordamerika. Leipzig, 6. Mai. Es liegen uns wieder 4 5?efte „Occident" vor. Es ist sehr erfreulich aus denselben ttschen zu können, wie der Redakteur Herr Isaak Eeeser bestrebt ist, das religiöse Interesse unter den Juden Amerika's rege und wach zu erhalten. Erwägt man, wie einerseits der Materialismus sich der Bewohner der neuen, freien Welt bemächtigt, und wie andererseits die Misstonärenhorde dort auf Seelenbeute aus- Zeht, so muß man in der That Hrn. I. Leeser hochkchatzen, daß er in seiner Monatschcift sowohl den Materialismus als die Bestrebungen der Missionare bekämpft. Hr. Leeser weiß aber auch die Aufmerksamkeit seiner ^eser auf die Wissenschaft hinzulenken. So bringen die Hefte für Januar, Februar und Marz Auszüge aus ^lirmoly's „Geschichte der jüdischen Aeczte". *) Wissenschaftliche Befähigung, insbesondere Promotion. New - Jan. Am 15. November 1839 wurde hier eine „Hebmr Assislance Society“ (Unterstützungs-Gesellschaft) gegründet, deren Zweck es ist, sowohl einheimische als fremde Arme zu unterstützen. Seit ihrem Bestehen hat sie 6000 Doll, verausgabt. Am 15. November 1843 ftieete sie den vierten Jahrestag ihrer Gründung im Washington Hotel. Beinahe hundert Gäste, theils jüdischer theils christlicher Konfessionsanden sich zu einem prächtigen Vanquel ein. Christliche Redner rühmten die strengen moralischen Grundsätze der Juden, und die Geschenke, welche während des Banquets einliefen, betrugen 1500 Doll. St. - ThonlLrs/ Januar. Aus den frühern Blattern des „Orients" wird unfern Lesern bekannt seindaß Hr. Carillon in St.-Thomas bestrebt ist, den Gottesdienst zu veredeln und überhaupt zeitgemäße Reformen vorzunehmen. Wir erfahren nun aus dem Januarhefte des „Occident", daß Herr Carillon die erste Konfirmation unter den amerikanischen Juden am Sabbat Chol ha-Moed Sukkot veranstaltete. PHLlndelphLa, Januar. Die von Hm. Cremieux in Cairo und Alexandrien gestifteten Schulen erfreuen sich einer besondern Unterstützung von Seiten der amerikanischen Juden. So fand hier am 21. December 1843 eine Versammlung statt, um zur Unterstützung der Ccemieux'schen Stiftungen Geld zu sammeln. Es wurde der Beschluß gefaßt, daß drei Kommite's zu diesem Zwecke ernannt werden sollen. Zur Judenfrage i« Norwegen. Bericht der Konstilutionskommiteen, den Vorschlag um Aufhebung des letzten Passus des Par. 2 des Grundgesetzes betreffend. (Mit Auslassung einzelner specieller Referate aus dem Inhalt der Dokumente). (Fortsetzung.) 41. Unterthänigste Vorlage der Regierung vom 14. Mai t833 wegen Geleitbriefes für Moritz Lichten!) ein in Altona, der sich zum jüdischen Glauben bekennt, auf daß derselbe im nämttchen Jahre eine Reise nach Christiania, Drammen und dieser Städte Umgegend, während der Dauer von 4 Wochen unternehmen könne, welcher Geleitsbrief mit lv Sp,-Thalern einzulösen, — nebst Formular zu Geleitsbriefen für Juden. Aus diesem Ansuchen lernt man die Grundsätze kennen, welche die Negierung in Betreff der Ausschließung der Juden angenommen hat. Es heißt darin: „Da Par. 2 des Grg. unter Anderm die Bestimmung enthält, daß den Juden hin-