Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1844
- Issue
- 19 (7.5.1844)
- Date
- 1844-05-07
- Page
- Spalte 299-300 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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299 Studien. Literarische Analekten. 300 23) Samuel aus Evreux (s. Aunz, Addit. p. 316) 232 b., wo zur Erklärung einer Stelle der Ester - Megilla hinzugesiigt wird: 3 D bxiOW T)"n bw »DttfD tt/b (tcd mmD). 24) n'Sn oder mn sehr häufig im B. Job citirt (mit oder ohne Abkürzungszeichen) und daneben zuweilen cn'V] 181/ a. nSn PI nin ^2 pb Unter 3DN kann nicht Raschi gemeint sein, denn dieser, wird auch in Job genannt, und die betreffenden Erklärungen sind von denen Rasch i's verschieden, häufig ihnen widersprechend. Der Gemeinte ist aber ein französischer Rabbi, denn er erklärt französisch, z. B. Job. 21, 2. DHN NKO fis^l 'DD ”1D D^D NUi^ N*? 'DD '"ö bSm, vielleicht ist R. Berachja zu verstehen, der 214, b. rrD")D '1 rr.H genannt wird. Noch ungewisser bin ich über tnn (s. Zunz, Addit. p. 314, b 8. über nn '□). Nachdem wir so den grammatisch-exegetischen Apparat des Glossators durchmustert, wird es nicht schwer sein, eine deutliche Vorstellung von seiner Person zu gewinnen. Zunächst ist es klar, daß er ein Franzose ist, denn die französische Sprache nennt er aber auch die deutsche Sprache ist ihm nicht unbekannt, und es ist bemerkenswerth, daß er bei Erklärung von Wörtern, welche Längenmaaße (45, b zu *113:1) und Gewichte bedeuten, (22, a zu -^D : whip bpu/üb) auf deutsche Verhältnisse Bezug nimmt. Das Zeitalter des Glossators ist das 13. Iahrh.; denn Rabbenu Tam (st. 1171) und Parchon (der sein Lexikon 1161 schrieb) werden von ihm mit dem Zusatz citirt, der jüngste der von ihm citirten Grammatiker und Exegeten ist David Kimchi (st. nach 1232), und Crespija Ha-Nakdan, der Vater Machir's (s. meinen Catal. p. 273; vgl. Iesurun p. 257), ist sein Zeitgenosse. Die enge Verbindung, in welcher der Glossator mit den Nakdanim steht, führt auf die Vermuthung, daß er selbst ein Nakdan war, wie er denn auch die Masora (rrmr 'sb 186, a. niDon p nwi 147, a. 155, b. mDßn byn njn p 169, b) fleißig berücksichtigt. Diese Vermuthung wird dadurch begünstigt, daß der Name des Glossators Simson ist; denn überall wo im Glossarder Name vorkommt, ist er durch besondere Verzierungen bemcrklich gemacht 23, a. 50, a. 140, b. 151, a. 211, b. 219, a. Solche Verzierung hat sonst nur noch einmal der N.?pp 215, b., so daß vielleicht ^pp p der vollständige Name des Glossators sein mag. Indeß ist uns sein eigener Name wichtiger als der seines Vaters. Simson Ha- Nakdan ist einer der berühmtesten Nakdanim. Es ist auffällig, daß sein grammatisches Werk, gewöhnlich n\)ipn -jpn genannt, wie ein Pendant zu diesem Glossar, sich auf derselben hiesigen Bibliothek befindet (s. mein Iesurun p. 16). Die Vermuthung, daß der Vers, unsers Glossars ppjn jr^DI^ sei, har aber noch festere Stützen, als diesen möglicherweise nur zufälligen Umstand. Denn Simson Ha-Nakdan blühete um 1290, das stimmt mit dem Zeitalter des Glossators. Sein Sohn Kalonymos. war aus Neuß, sein Enkel Josef aus Xanten bei Wesel, wie wir aus Heidenheim's Bemerkung über eine Handschrift des A. T. (mit Masora) von Josef ha-Nakdan, dem Enkel Simson's, wissen (s. Löwenstein, die Proverbien Salomo's S. 37 f.). Dies stimmt damit, daß unser Glossator f. 22, a nach Kölner Gewicht rechnet; denn Neuß und Xanten sind im Umkreis von Köln gelegen. Somit glaube ich wahrscheinlich gemacht zu haben, daß unser Glossator mit dem Grammatiker Simson Ha-Nakdan identisch ist. Ein tieferes Eingehen in diese literaturgeschichtliche Untersuchung ist bei meinem jetzigen veränderten Studiengange nicht möglich; vielleicht ist der gegebene Bericht auch so eine nicht unwillkommene Ergänzung zu Dukes' trefflichem Aufsatze über die jüdischen Grammatiker und Lexikographen. Literarische Analekten. Die Unterlassung der Befchneidnng an einem Dohne Mosis. In den vom Herrn Rabbiner Trier zw Franks, a. M. herausgegebenen Gutachten über die Beschnei-- dung, wrrd S. 224 eine Notiz in meinem Namen mitgetheilh die ich hier vervollständigen will. — Nicht zu Ex. 4, 2o' sondern zu ib. 18, 3 macht Isaak Caro*) die Bemei kung: „Man hätte erwarten sollen, daß Moses seine Danj barkeit gegen Gott schon in der Benennung seines erst Sohnes ausdrücken, also schon diesen — Elieser-G ot thi! nennen würde; aber es scheint, daß Moses bei der Gebrt seines ersten Sohnes noch allzusehr die drückenden Verhcsniffe des Fremdlings empfand, und damit erklärt es sich aib, daß er die Beschneidung seines ersten Sohnes verzöget. Denn wie es oft der Fall ist, daß Eheleute von verschieden Religionen die Erziehung ihrer Kinder zwischen dem Kutis des Vaters und dem der Mutter theilen, so mag wohl ach Iitro darauf bestanden haben, sogar den ersten C seiner Tochter nach seinem Kultus zu erziehen, und ihn her nicht beschneiden zu lassen. Hierin mußte sich Mses als Fremdling fügen, nannte aber eben darum, gleichsam entschuldigend, diesen unbeschnittendn Sohn — Gewm (Fremdlin g) „denn ich bin ein Fremdling d. h. und ruß mir den Zwang gefallen lassen. — Als aber Moses beider Geburt seines zweiten Sohnes sich von den Fremdlings-3erha'ltnissen nicht mehr so beengt und gebeugt fühlte, da nainte er denselben Elioser - G o t t h i l f, und die Schrift bezeiynet >n >a- ’) Hr. Reggio, in seiner Vorrede zu feinem (Wien,1821) nennt ihn po btt/ »in, was vermuthlich auf Joses Caro, den Vers, des FpV> nu beziehen ist,-und giebt an, daß das von uns hier benutzte pnm mbn, tton fiby ==r 155S gedruckt erschienen ist. Meine Ausgabe ist indessen Amst. 1700. D. E.