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Der Orient · 1844-05-07 · 19 (7.5.1844) · p. Spalte 293-294

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Journal
Der Orient
Volume
1844
Issue
19 (7.5.1844)
Date
1844-05-07
Page
Spalte 293-294 (sequence 3)
Language
German
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Studien. Zur Geschichte der hebr. Grammatik und Masoretik. 294 f 293 : der Mosaismus schon jedes und jegliches Bild, das zur Veranschaulichung der abstrakten Idee hätte dienen können, als das zweifelloseste Irrlicht verpönt. Es gab daher keinen andern Ausweg, zur Bezeichnung der Erkenntniß des Absoluten zu gelangen, als durch Prädikabilien sinnlicher Gegenstände. So entstanden die Nedefiguren der Parabel, Metapher, Prosopopöie und Hyperbel. Eine Redeweise, die zumeist in der hei-! ligen Schrift wie in der Tradition gebraucht, am allerwenigsten geeignet ist, diese Begriffe zu veranschaulichen. C- Obgleich für die meisten Leser überflüssig, wollen wir doch ''-1 für Manchen, dem diese Ansicht als etwas Neues erscheinen könnte, unter vielen andern rabbinischen Bibelexegeten, die zur Genüge letztem Gegenstand besprochen, nur Maimuni More Nebuchim, 2 Thl. Abschnt. 47. Ansng. hier anführen: mD ubwn dwdjh niNiDJ dw , pDd pnd rftui nNnnn ■pa pr, nmon ran ysh nun m^iyD nur ro ’bnw ü}7D nmim nubnm niWnn pjjjd p dj ynw urraoi , ruvmn nDD dhd Nm runter HDD mv in , mbn nnw ynu th) mpipriD dw jnr Nch , nmson nrann vh nbon by mmiw : hdni rusa nroi , mpnra D’wj; nsnrp , ühxvnn rwo frram , xmn tqI? ran ,\son yuhi mm mm ff. -.hon r»n omaa nnnni mbni nny iendd Der schlagendste Beweis für das klare Bewußtsein, welche das jüdische Alterthum von der Spracharmuth zur Bezeichnung seiner metaphysischen Theoreme hatte, ist der, daß man die Aussprache des Namens Gottes, außer von dem Hochpriester (s. Tamid, 33 b.) an dem Versöhnungstage, für eins der größten Sacrilegien gehalten, und dadurch wirklich, die richtige Leseart des vierbuchstabigen Namens Gottes bis heute noch zweifelhaft geblieben ist. Unzweideutig spricht sich diese menschliche Ohnmacht, selbst für Beilegung von Eigenschaften dem Wesen Gottes, im Talmud (Tr. Berachot S. 33 b.) aus: ,113Ü1 ,brun ,!?ni : ion Nwn '211 rvcp I'MI nih , fdnii , pinn , ’INth , ntj?n , tinii , niiih % , D"D ’3 , D”D1 ly h pIDI! 122)11 , 'di11.11 'LI pN! ’NI ’1?D '^ID^—?~1D1 '13V 1l!?13^> 113'1V"0 , ni”iin3 iJ’2i nw widni in1? 'n , 110N1 n!?n l'^D' p’in ab , 132512 imypm ibrui 5idj3 >mx ihm! \\’1 ' ’blD 1110N nN! , ir6 10’D^. Man vergleiche hiermit noch McgiUa, iS a Mitte: iön run 13.13 131 1DN p ipyj 'NiD 1511' ni'p.i buf 1N3V3 12VO1 : prm 'i ’.ND : N’1133 ’2D L"N 1111’ '1 2H1; '131 'Jttf; DllJJI 5 Npin^D ibai NDD (Ps. 65, 2) 1^11 IDII -fj 2'131 J?^>D3 ibo! 121J1D3 ’IION I 1DN ’D’I 31 N1N '3 ♦pro NpinBio Ueberhaupt war man darüber in Gewißheit, daß der Inhalt der Religion mehr subjektiver Natur sei und an seinem Gehalte verlieren müsse, je objektiver er sich maniftstirt. Deshalb hatte man großes Bedenken und es erfuhr nachdrücklichen Widerspruch, die Halacha d. h. die durch die Volksvraxis sich forterhaltcnde lebendige Tradition, durch das Nicderschreiben zu cntgcistigcn, durch den Buchstaben zu tödten. Und dem R. Jochanan wird die Behauptung zugeschrieben (Temuxa, 14 b Anfang) hd'pI '35113 11111’2ilBO, welche Ansicht sogar anderweit (Gittin, 60 a) biblisch begründet wird: 3113 : w'pb L"11 ly’DjniD ’jaru 13 1111' 1 ttm INN 315131 , I^NI D'1311 NN ~\b 31513 : 1D1N 11N byw D’i3i : i? .106 , i!?n.i L'1311 '2 by '3 : idin 11N ’N , 31322/1; 3133 pDlN^ ’NKO UN 'N , 12 "]!? 3113 : 'PNJIDB'’ '1 '31 N111 j 12 by slvIN^r iNöl 3113 HIN ’N “?3N , 3113 11N ipN , 1^>N1 2'1311 IN NOPn. Vgl. hiermit noch Lemura, 14, Midrasch Rabba Nr. 160 Ende und Ialkut 1 Thl. Nr. 404 u. 405. Tanchuma, S. 7. a.). *) Der Glaube, das Gesetz, ursprünglich Sache des innern Menschen und zumeist im Widerspruch mit der äußern Welt, sollte auch nur durch die Unmittelbarkeit des Lautes ein Gegenstand der Fortpflanzung und der Erhaltung sein. Nur das wechselnde Verhältniß der Zeit war der Dränger, welcher unfern Religionslehrern die Feder in die Hände zwang. Nur die gegründete Besorgniß, es möchten die, durch die aufgelöste Staatsselbstständigkeit herbeigesührten, ganz neuen Lebenszustände, das mit der isolirten Volksexistenz eng verbundene Religionsgesetz paralysiren, veranlaßte sie, gestützt auf die freie Exegese von r,r>n <rb ny (Ps. 118.) jene Beschränkung aufzuheben z von dem rationellen Grundsätze geleitet: daß es bester sei, Ein Gesetz aufzulösen als das Gesetz vergessen lasten, min npyTI DD1D i>iOtsnD min tvrwn bxi , (Temura, 14.) (Fortsetzung folgt.) Zur Geschichte der hebräischen Grammatik und Masoretik. Von F. Delitzsch'). 1. Ein altes hebraisch-franzosisch-deutsches Glossar. Auf der Leipziger Universitätsbibliothek befindet sich unter der Chiffre 102 Ms. eine wohlerhaltene hebräische, für *) Nach der hagadischen Auffassung des Midrasch: ,Dnpn N’n-p)N iwon Nnnty nro ^pn mim ni'.mi minn nx mich pmny niowni^ m'pn nasn bN-iisn bw jnjJN : onoiN ]m n^u nniN j\vpip; EtMU nr idd dni -mm t -diton napn hv (Mysterium) jniöDD N'H n^Dney JODD Hüb rn bl n^n bw pniDDD ]m nn'pn pro »mpn (Tanchuma, 7, b), sollten die traditionellen Gesetze deshalb nicht niedergeschrieben werden, weil sie als besonderes Bundeszeichen zwischen Gott und Israel dienen. Das schriftliche Gesetz sei Gemeingut aller Menschen, das mündliche aber müsse als geheimes Erkennungszeizeichen der Bundesglieder unter sich auch deswegen nur mündlich bleiben. *) Hr. Dr. Delitzsch hat uns eine Reihe von Aufsätzen unter dieser Aufschrift zur freien Benutzung überlassen; wir 19 *

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