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Der Orient · 1844-04-23 · 17 (23.4.1844) · p. Spalte 261-262

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Journal
Der Orient
Volume
1844
Issue
17 (23.4.1844)
Date
1844-04-23
Page
Spalte 261-262 (sequence 3)
Language
German
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361 262 Kritiken. Die neuesten Leistungen der kritischen Schule. Kerem Chemed. Daß Hadrian bei der Belagerung Bithar'S selbst zugegen nxtf, wie es die jüdischen Quellen berichten, während solches nicht der Fall gewesen sein könnte, wenn dieser Krieg um 10 Jahre hinausgerückt würde, beweißt R. im 13. Abschnitt, aus Dio Caffius, der seine Nachrichten gewiß nicht aus jüdischen Quellen geschöpft hat, was sich allenfalls von Hieronymus und dem Syrer behaupten ließe, aus deren Schriften N. dieselben Resultate eruirt. Mit kritischer Strenge werden bei dieser Gelegenheit von R. viele irrtümliche chronologische Daten in Dio Cassius geprüft und berichtigte Einen weiteren Beleg für die Richtigkeit seiner chron. Berechnung findet R. in der Erzählung von R. Simon (Sabbat 33; Jeruft Schebiit 9). Von den vielen Schülern R. Akiba's, die den Tod in und nach dem hadrianischen Kriege fanden (nach Talmud Jebamot 62 belief sich ihre Zahl auf 24,060, nach Beresch. Rabba S. 53 3 auf 12,060, nach Tanchuma, Absch. Chaja Sara auf 300), blieben nur R. Simon und einige andere am Leben; eine tadelnde Aeußerung gegen die Römer zog ihm eine Anklage zu, durch die er zum Tode verurheilt wurde, dem er nur durch die Flucht entging. Er verbarg sich nämlich 13 (nach dem Jerusch. 12) Jahre in einer Höhle, bis der Tod des Kaisers ihm erlaubte, aus seinem Verstecke hervorzutreten. Der Tod Hadrian's siel aber in das Jahr 68 nach der Zerst., rechnen wir die 12 oder 13 Jahre, die sich R. Simon verbergen mußte, ab, so finden wir diese und ähnliche Verfolgungsgeschichte (Abod. Sara 18; Erubin 91; 'Midrasch Kohelet zur Stelle Samchuni) kurze Zeit nach der Zerst. Bithars, im Jahre 55. Mit dem Regierungsantritt des Antoninus Pius hörten die Verfolgungungen auf, und sogar durch die Verwendung dieses R. Simon wurde die Ausübung der Beschneidung wieder erlaubt (Mc'ila 17; Münter a. a. O»). Nach dieser historischen Darstellung sei auch Jost Absch. 13. Anh. 13 zu berichtigen. Im 22. Abschnitt citirt R. viele röm. Historiker, aus denen unwiderlegbar hervorgeht, daß dem Caracalla und Heliogabal nach ihrem Tode der würdige Namen Antoninus nicht mehr gegeben worden sei und daher auch die Bemerkungen Jost's aller Wahrheit entbehrten. Im 24. Abschnirt beweist Rap., aus Richter, die chronologische Richtigkeit des Midrasch's, daß Artaban, Antoninus und R. Jehuda in einem Monat, im Jahre 192 gestorben seien; Artaban sei kein Anderer als Walguris NI. und Antoninus, hier Commodus. So stimme auch die Erzählung, in Jerus. Pea 1, von den Geschenken, die Artaban an R. Jehuda gesendet habe, mit Richter überein, welcher uns ebenfalls von den Geschenken erzählt, die Walguris IN. an Mark Aurel, bei seinem Zuge von Alexandrien nach Antiochien, überschick't habe, in welcher Zeit sich das freundschaftliche Verhältniß zwischen R. Jehuda und Mark Aur. entspannen und daher, nach orientalischer Sitte, auch der Günstling sich eines Theils der Geschenke zu erfreuen gehabt hätte. Die schwächste Seite in R's Entgegnung ist die Beantwortung der sFragen im 27. Absch, warum der Midrasch dem Eommodus den Namen Antoninus beigelegt habe, wovon weder auf Münzen noch bei den Historikern eine Spur zu finden sei, und warum er der Enkel des großen Antoninus genannt werde. Diese Bruchstücke mögen genügen, um die. Freunde der hebr. Literatur auf diese Sammlung aufmerksam zu machen, die eine reiche Ausbeute zu weiteren Untersuchungen und Forschungen enthält. Wir lassen nun das erwähnte Schreiben des Hrn. Dr. Jost folgen, und hoffen hierdurch, nicht eine Beendigung dieses noch weitere Untersuchungen veranlassenden wissenschaftlichen Kampfes, wohl aber die Beseitigung persönlicher Angriffe, die der Wissenschaft keinen Gewinn und Nutzen gewähren können, zu bewirken. * * Herrn R. Kirchheim Wohlgeb. Sie wünschen zu vernehmen, was ich von der Kritik meiner Bemerkungen zu Rap ap ort's Untersuchungen über Antoninus und Rabbi halte. Ich habe dieselbe, nachdem sie mir schon längst als sehr herbe angekündigt war, nunmehr im 7ten Bande des Ion D*"P vollständig und ich füge hinzu, trotz der eingemischten, gewiß nicht erfreulichen Persönlichkeiten, mit vielem Interesse gelesen. Ich lasse, wie sich's, von selbst versteht, alle Angriffe auf meine Gesinnung, namentlich betreffend einen angeblichen Mangel an Theilnahme für die öffentliche Meinung über unsere Moralität, auf sich beruhen, und darf dies um so eher, als meine kleinern Schriften, die sehr verbreitet sind, dagegen zeugen. Noch ruhiger sehe ich zu, wenn eine augenscheinliche Korruption im Anhänge meines Geschichtswerkes, welche vor zwei und zwanzig Jahren vorsiel, und zu spät wahrgenommen ward, um durch Cartons ersetzt zu werden, jetzt aufgestachelt wird, um mich eines Unsinnes zu zeihen, gegen welchen ich mich schon vor zwanzig Jahren verwahren zu müssen veranlaßt sah*). *) Es war dies nicht die einzige Korruption, wie Jeder in den ersten Bänden meiner Geschichte leicht sicht. Ich war damals ein Neuling in Drucksachen, auch durch meinen schweren Beruf vom Morgen bis in den Abend so sehr beschäftigt, daß ich die Anordnung des Druckes und die Korrektur fremden Händen überlassen mußte. Wer nur irgend Erfahrung in diesem Punkte hat, weiß, wie die Korrektoren, und zwar je sachkundiger sie sind, desto schlechter, dergleichen Aufträge mitunter besorgen, zumal in Abwesenheit des Verfassers. Hat doch der hiesige Korrektor, unter meinen Augen, in den Annalen den Titel Schurath haddin in einem Schulrath Ha d d i n, und den Halle y 'schen C o m e t e n in einen H a lleschen Commentar verwandelt. Ich hielt es nicht für nöthkg, alle solche Misgriffe durch Umdrucke zu strafen, oder durch Berichtigungen anzugeben. Jeder erkennt sie. Meine Legislativen Fragen 1842 sind aus der Hand eines sonst in der Wissenschaft nicht unbekannten Gelehrten so abscheulich entstellt hervorgcgangen, daß sie, wenn es die Zeit erlaubt hätte, ganz hätten umgedruckt werden müssen. Aber trotz der offenbaren Entstellung, fand sich ein Ree. im Orient, welcher behauptete, ich könne nicht deutsch schreiben. — So geht es uns, wenn wir nicht selbst nachzusehen Muße haben, und die Drucker eilen und drängen. 17*

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