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Der Orient · 1844-04-16 · 16 (16.4.1844) · p. Spalte 249-250

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Journal
Der Orient
Volume
1844
Issue
16 (16.4.1844)
Date
1844-04-16
Page
Spalte 249-250 (sequence 5)
Language
German
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249 25V Kritiken. Die neuesten Leistungen der kritischen Schule: Kerem Chemed. tfibl. Mehr. für einen Katalog der Oppenheimerffchen Bibliothek hält. Nach dem Tode Oppenheimers 1737, beginnt ein fast volles Jahrhundert der Wanderung, Einkerkerung, der Prozesse, Verpfändung rc. und endlicher Verschleuderung nachdem Auslande für die Bibliothek. Mehrere Jahre blieb sie in Hannover, wo, wie mir Dr. Zunz vor meiner Abreise mündlich mittheilte, 1764 ein Katalog über einen Theil derselben im Drucke erschien.^) Ihr weiteres Schicksal blieb unbekannt, bis 1782 ein vollständiger Katalog in 4. in hebräischer Sprache erschien. Hieraus erfuhren wir, daß sie in diesem Jahre sich zu Hamburg im Besitze des Herrn Izick Kohn, oder, wie er sich vollständiger nannte, Isaak Seligman Bercnd Salomon war, der sie zum Verkauf ausbot.5 6 7) Mehr erfuhr man durch I. D. Michaelis bei Gelegenheit seiner Anzeige dieses Katalogs in seiner orientalischen Bibliothek. Nachdem M. sie als die einzige Bibliothek ihrer Art erklärt, rheilt er in seiner breiten Weise unter Anderem Folgendes mit: „Diese Bibliothek kam nun mit Hirschel Isaak Oppenheimer, ich weiß nicht in welchem Jahr, nach Hildesheim: von dessen Witwe ich im Jahre 1775 den sehr schon geschriebenen Katalogus auf wenige Lage durch einen Expressen geschickt bekam, um wegen des Verkaufs ein im Gerichte vorzuzeigendes Bedenken zu geben, weil auf einen sehr geschwinden Verkauf derselben, und zwar durch den Weg einer noch dazu übereilten Auction, gedrungen ward. Die äußerste Schädlichkeit und Unbilligkeit, hiervon zeigte ich und setzte noch unter Anderem (welches wider statt Rezension dienen kann) hinzu : ich weiß nicht, vor welchem Gericht diese Sache anhängig ist, allein ich darf mir doch die Freiheit nehmen, auch an das mir unbekannte Gericht eine sehr anständige Bitte der orientalischen Gelehrsamkeit selbst zu bringen. Der Verlust für diese würde unersetzlich sein, wenn die unvergleichliche Bibliothek, die so viel noch nicht gebrauchte Schätze enthält, auf eine übereilte Art zerstreut würde« Das kostbarste Werk, das noch nicht gebrauchte Manuskript, könnte dadurch in ganz unbekannte Hände kommen, in denen es Makulatur würde oder doch ungebraucht verwesete z da hingegen es der 5) Wolf in seinen Briefen an La Croze (Thesauri epistuf. La rroziani To m il., 77, 147, 148). Damals 1742, war der Sohn Oppenheimers Besitzer, und er schätzte den Werth der Bibl. auf 40,000 Thlr. Wolf drückt dort aufs neue seine Bewunderung über den Reichthum derselben aus. 6) Hamburg, gedruckt von Johann Michel Brauer. Er ist in zwei Abtheilungen, wovon der erstere, 24 Blatt stark, die Handschriften, die zweite, 60 Bl. stark, die Druckwerke enthält. Er ist alphabetisch nach den Namen der Werke geordnet und bat manchen Vorzug vor dem gelehrt sein sollenden Katalog von 1826. 8. Viele Exemplare dieses Katalogs, wie z. B. das der Königl. Bibl., haben kein Titelblatt, andere dagegen haben zwei Titelblätter, wovon das eine den sehr langen hebräischen, das andere dem noch längeren deutschen Titel trägt. 7) XXI., Nr. 304. S. 10 ff. Welt nützlich bliebe, wenn sie wüßte, wo es wäre. Möchte doch das Gericht hier der Vormund der Gelehrsamkeit werden u. s. f." Was nun weiter geschehen ist, weiß ich nicht, ausgenommen, daß das Gericht wohl muß Vormund der Gelehrsamkeit geworden sein: denn so viel zeigt sich aus diesem Kataloge, daß die Bibliothek noch beisammen, aber nunmehr in Hamburg ist. Einige Seiten später sagt er: „Meine Leser werden zwar wohl nicht selbst Käufer werden, denn es gehört wirklich sehr viel Geld dazu, und damit pflegen die Liebhaber der Exegesis und orientalischer Sprachen nicht stark gesegnet zu sein... Zweierlei Gattungen von Käufern stelle ich mir als möglich vor. „Die ersten und natürlichsten (sonst der Rangordnung unbeschadet, wären reiche Söhne Abraham's, dergleichen es in Deutschland, sonderlich in Einer Hauptstadt giebt, die man nicht nach Tonnen Goldes, sondern nach Millionen zu berechnen pflegt. Einigen unter ihnen würde es eine Kleinigkeit und doch ein sehr patriotisches Werk sein, wenn sie einer solchen Bibliothek in einer Hauptstadt, wo viel Juden beisammen sind, auch wohl jüngere Juden sich auf Gelehrsamkeit legen und Unterricht genießen, (und wem fällt nicht eine solche Hauptstadt ein, ohne daß ich sie nenne?) einen beständigen Platz gäben. Sie müßte freilich nicht das Ein und Alles der studirenden Jugend sein, dies zu wollen, sind jeA selbst viele Juden zu aufgeklärt, sonderlich in der Hauptstadt, an die ich denke: es müßten auch andere Studien, auch wahre eigentliche nwrgenländische Philologie, swie sie unter Christen ist, auch Philosophie, dabei getrieben werden, aber wo das geschähe, wäre es doch etwas Vortreffliches, eine solche jüdische Bibliothek, die immer den Juden näher als den Christen angehet, dabei zu haben. Wirklich, ich würde mich wundern, wenn unter so reichen Juden so wenig Patriotismus für ihr Volk wäre, daß die Oppenheimerische Bibliothek keinen jüdischen Käufer erhielte, der sie in eine öffentliche verwandelte." (Beschluß folgt.) Bericht über die neuesten Leistungen der kritischen Schule: Kerem Chemed. VH. (von K— m.) (Fortsetzung.) In seinen Erklärungen spricht er sich sehr heftig und mißbilligend über die hagadischen und talmudischen Schrifterklärungen aus; so sagt er (2 Samuel 12): rTiJN '1' hn r&n by pwi nnriN d^d pann .nmn Jrfa p-otw pOivtnpi paatw wn iw , tnriNi Ucber die Erklärung von Raschi und Jonathan zu der Stelle 1 Könige?, 33 nrDIDH myCD D'JDINn sagt er: unnaa nnx i?*n£« bo njm O"N nn isnoj.

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