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Der Orient · 1844-04-16 · Heft 16 (16.4.1844) · p. Seite 126

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Journal
Der Orient
Volume
5 (1844)
Issue
Heft 16 (16.4.1844)
Date
1844-04-16
Page
Seite 126 (sequence 11)
Language
German
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— 126 - baldigen Einberufung eines außerordentlichen schwedischen Reichstages der sein , daß der König das nächste Storthing in eigener Person zu eröffnen denke, was sich nicht würde thun lasten, wenn der schwedische Reichstag gleichzeitig mit diesem einsiele; sofern der König nicht unmittelbar nach Eröffnung des Reichstages ihn würde vergasten wollen, um nach Norwegen herüber zu reisen. Amtliche Bestätigung wird man wohl so bald nicht erhalten, da das schwedische Grundgesetz, jede amtliche Bekanntmachung hiervon eher als 50 Tage vor der Zusammenkunft des Reichstages verbietet. Bekanntlich ist höchstens Ortes vor einiger Zeit zugelasten worden, daß jüdische Naturforscher und Aerzte sich mit zu der hier bevorstehenden Zusammenkunft von skandinavischen einstellen dürfen, als Ausnahme von dem, was Juden in Norwegen im Allgemeinen nicht erlaubt ist. — Unser bekannter Dichter, Henr. Wergeland, hat, diesen Punkt betreffend, hier folgendes Schreiben an Hcn. Dr. S r e i n h e i m in Alcona, mit welchem ec in Briefwechsel sieht, öffentlich mitgetheilt: „Wenn die Freundschaft nicht das Recht hatte, ihre Meinung aufrichtig zu sagen, so würde die Feindschaft den Vorzug in Beziehung auf den Nutzen, den gewiste Verhältnisse der Welt bringen, haben. Erlauben Sie mir daher, hochgeehrter Herr Doktor, Ihnen zu sagen, daß ich weder aus allgemeinen Rücksichten angesehen, oder nach den fpecte(Ien, welche aus dem Verbalen iß der Mosaiken zu Norwegen herzuleiten, Ihre Ansicht billigen kann, daß kein mosaischer Gelehrter, sich des erlassenen allgemeinen Geleites bedienen dürfe, um an der Zusammenkunft der Naturforscher in Christiania diesen Sommer theilzunehwen. Bedenken Sie doch, daß auf keine bessere Weise die Vorschrift des Grundgesetzes suspendirt werden kann! Bedenken Sie, daß es wirklich eine Suspension ist, daß sie eine hübsche Einleitung involvirc, einen sehr deutlichen Fingerzeig zu einer Aufhebung, und daß es außerdem nichts wenigeres '.st, als eine specielle Einladung des aufgeklärten Theils des Volks, der es gefordert, und von Seite des Königs und der Regierung, die es zugestanden haben! Nein, mögen die Mofaiten, welche ihrem Volke und den Wissenschaften Ehre machen, nicht bei dieser Zusammenkunft mangeln! Sie werden hier vorzugsweise bemerkt werden, wo nur noch die Erfahrung und wirkliche Bekanntschaft fehlt, um gegen die Mosailen die Liebe zu beweisen, welche die Vernunft, das Gemüth und die Denkweise unsers Volks zu erbieten einig sind. Kommen sie auch persönlich, Herr Doktor, Ihr Interesse für die Sache, Ihr Name in der wissenschaftlichen Welt, das Interesse, das Norwegen für jeden Freund der Freiheit, für Jeden, der ihre Resultate kennen lernen will, und ihren Baum in Blüche zu sehen wünscht, haben muß-— alles dies möge Sie rufen! Henr. Wergeland " Der hier mitgetheilte Brief des Herrn Prof. Werge-. land an Hrn. Dr. Stein heim ist ganz dazu geeig.. net, die Naturforscher Deutschlands und der Nachbar lander, soweit sie sich zum Judenthum bekennen, wenig: stens zu einer Meinungsäußerung über die Räthlichkeit oder Unzulässikeic des Besuchs der Versammlung zu Christiania zu veranlassen. Besonders wünschen wir die Ansicht der Herren Prof. Valentin zu Bern, Prof Gluge zu Brüssel, Dr. Peter Ries zu Berlin, Dr. Pappenheim zu Breslau Geh. Kommerzienrarh Wilhelm Beer zu Berlin und Dr. Stern zu Gottings, außerdem aber die bewahrter jüdischer Aerzte über diesen Fall zu vernehmen. Die Juden in Galizien. Ein e Skizze. (Fortsetzung und Schluß.) 5. Religion (Chasidimus). Der Aberglaube, der von dem Elend unzertrennlich ist, und ihm treu folgt, hat hier die kräftigste Nahrung gefunden. Er leitet die Handlungen der meisten Familien, und ist in allen ihren Unternehmungen vorherrschend; besonders, wie es stets zu geschehen pflegt, da die schlechtgesinnten Priester oder Rabbiner, die aus jeder Lage eines Volkes ihren Vortheil gu jeder Zeit zu ziehen wiffen, sich ihrer auf eine unerhörte Weise bemächtiget haben. Durch allerlei Gaukeleien arbeiten sie dahin, den bereits Wurzel gefaßten Aberglauben zu schützen und zu pflegen; dafür fehlt es von ihrer Seite zwar nichl an Versicherungen eines ewigen ununterbrochenen Glückes, wogegen sie aber eine baare Bezahlung fordern. Merkenswerth ist das Zutrauen, das die armen Bethörten diesen unmenschlichen, nicht übermenschlichen, Wesen schenken. Jener pharaom'sche Befehl, „das kein Mensch eine Hand oder einen Fuß ohne seines Meisters Befehl bewege," triß! hier buchstäblich ein. Man wagt es nicht, die bedeutungsloseste Handlung zu unternehmen, ohne bei diesen Gottmenschen darüber seinen Rath zu holen; leer jedoch darf man vor deren Angesicht nicht erscheinen. Diese Betrüger werden selbst von den Christen geachtet, und es ist keine seltene Erscheinung, daß manche Dame, der die Natur die Fruchtbarkeit versagt hat, ihre Zuflucht zu diesen Gauklern nimmt, und oft die tröstende Hoffnung mit sich führt, daß die gegebenen -Mittel ihr die schönsten Früchte zu bringen geeignet sind.- Indessen sind nicht alle Bewohner in diesem. Aberglauben bn fangen. Jene sind unter dem Namen Pietisten (chasnlim). diese unter dem der Aufgeklärten (fälschlich, Epikuräesi bekannt; freilich nur in Vergleich mit Jenen, und eigentlich durch sie hervorgerufen, in der Lhat aber sind sie der wahren Aufklärung noch sehr fern, und nur hie und da finden mmmsm

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