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Der Orient · 1844-04-02 · 14 (2.4.1844) · p. Spalte 217-218

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Journal
Der Orient
Volume
1844
Issue
14 (2.4.1844)
Date
1844-04-02
Page
Spalte 217-218 (sequence 5)
Language
German
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217 Studien. Bibliograph. Notiz über verschiedene Ritualien und besondere Gebctsammlungen. 218 die hohen Staatsbehörden sind, in Anerkennung der gerügten Mängel des General-Juden-Reglements, auf diesen unfern Durag vollkommen eingegangen. — Ueberdies haben wir in einer anderweitigen Vorstellung vom 29. Juni 1842 Gelegenheit genommen, in Beziehung auf das künftig zu erlassende Gesetz solche Bestimmungen in Antrag zu bringen und zu motiviren, die den gegenwärtigen Wünschen und Bedürfnissen jüdischer Gemeinden entsprechen dürften. Bis zur Erlassung jenes Gesetzes aber sind uns, wie wir Ihnen so eben berichtet haben, einzelne Abänderungen der bisher bestehenden Verfassung verweigert worden; nur bis dahin bleibt die Ordre vom 25. Mai in Kraft, welche uns den unschätzbaren, seit langer Zeit keiner jüdischen Gemeinde in Preußen gewährten Bortheil darbietet, daß unsere Wahl auf einer gesetzlich gesicherten Grundlage vorgeht. (Fortsetzung folgt.) Bibliographische Notiz über verschiedene Ritualien und besondere Gebetsammlungen. Won Leopold Dukes *). Im Allgemeinen lassen sich zwei Hauptformen des äußern Ritus annehmen, nämlich 1) d i e babylonisch-spanische, 2) die deutsch-französische, auf welche letztere Amram Gaon mehr influirte, als auf die spanische (Rapaport R. Nathan, Note 29). Die Veränderungen, welche zwischen diesen 2 Ritusformen stattsinden, beziehen sich nur auf Äußerlichkeiten, die Hauptgebete aber haben sie gemeinschaftlich, und weichen nur in einzelnen Lesearten oder in sonstigen nicht bedeutenden Dingen von einander ab; der Unterschied ist mehr philologisch als dogmatisch. Einen besonderen Unterschied zwischen beiden machen die Festgebete (Pijutim) aus, so wie auch die allgemeine Anordnung derselben. 1) Diese Notiz, sowie die über die äußere Form der Pijutim, welche diese Blätter jüngst dem Leser vorführten, war ursprünglich für mein Buch: zur Kenntniß u. s. f. bestimmt; Hindernisse mannigfacher Art traten diesem Borsatz hemmend entgegen. Wir lassen jetzt dieselbe als Nachtrag zum genannten Werk folgen, und bitten den Leser, uns auf die bibliographische Haide zu folgen. Damit es in der Wüste nicht an Oasen fehle, haben wir einige Gedichte aus den verschiedenen Sammlungen ausgenommen, die wir — da sie iktzt nicht Selbstzweck sind — ohne Anmerkungen geben. Es mag hier auch bemerkt sein, daß wir nur solche Werke beschrieben haben, die wir selbst zu sehen Gelegenheit hatten, und daher nur selten bibliographische Werke zur Ergänzung anführten. Manche dieser Festgebete sind von span. Autoren verfaßt, und die gewiß ursprünglich in dem span. Ritual sich befunden haben, später aber, ohne daß sich die Zeit angeben läßt, in deutsche Sammlungen übergegangen sind. Bon deutschen Autoren hingegen gingen äußerst wenige Gebete in's spanische Ritual über. Der Grund dieser Erscheinung liegt theils in dem verschiedenen Geschmack der Bewohner beider Länder, theils mochte er in zufälligen Umstanden wurzeln, die aber unbekannt geblieben sind. Aus diesen beiden Ritualien sind dann später die übrigen entstanden, mit Hinneigung zu dem einen oder dem andern, woraus sich dann ersprießliche Schlüsse für die Kulturgeschichte im Allgemeinen ziehen lassen 1 2). Solche Sammlungen heißen Mach asor Cyklus. Abraham ben David spricht schon von 041 nTTttf nWlinD» Die eigentlichen Redakteurs dieser Sammlungen sind nicht immer bekannt, und es ist gar nicht unwahrscheinlich, daß mairche dieser Sammlungen vom Zufall redigirt wurden. Was sich nämlich in einer Gegend von solchen Festgedichten vorfand, wurde von verschiedenen Personen gesammelt und dann von der Gemeinde gebraucht (vergl. zur Kenntniß u. s. f., S. II. §. 3). Allmälig setzte sich ihr Gebrauch fest, sowie die Observanzen (DMOID) überhaupt, wovon mich nicht immer der Begründer und Sammler derselben anzugeben ist 3). 2) Im Buche pyi onyv, S. 77 lesen wir: D'nshüh nfenn mo pbrb oyD jrü nm--- , D'H13D W15Q — 'uv hd nmni , dtidoh , Manche dieser Ritualien werden wir im Verlauf dieser Notiz zu betrachten Gelegenheit haben. Das hier genannte OOD ist der italienische Ritus (vergl. Nr. 11) z das IJpLOnrb ist der romanische Sidur (vergl. weiter unten Nr. 10); das vuplONp ist uns unbekannt; wir haben von einem katalonischen Ritual sonst keine Spur bis jetzt gefunden. Das DTIDO^ biu-fte vielleicht die süd französischen Ritualien in sich enthalten (vergl. darüber Nr. 2. 3. 4.). Diese Notiz wird auch den Leser einige Ritualien vorführen, welche diesem- Schriftsteller auch nicht bekannt gewesen zu sein scheinen. Josef del Medigo (riN'OJpD oV) sagt in seinem WIN DDDD (Meto Chofnajim, S. 15): D^myrn D”*nDDn wm crmi pmnon nnte o^JDnnr Unter den hier erwähnten Qvooy glauben wir die afrikanischen Ritualien verstehen zu können. (Vergl. weiter unten Nr. 5. 6. 7. 8.) 3) Folgende Min Hag im finden sich bei verschiedenen Schriftstellern erwähnt: ♦D^iNjn mjrno (1 Von Schibbole Leket §.96 erwähnt. .y'w VND 'in Duma (2 Siehe VnilD im OTm W TiD. nun#) (3 Schibbole Leket §. 85. nuniD (4 Ebendaselbst. ♦mynoo nnnja (5 Iin Buche ODIW ppn häufig erwähnt, lieber I0VNVB vergl. Note 18.

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