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Der Orient · 1844-03-26 · Heft 13 (26.3.1844) · p. Seite 100

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Journal
Der Orient
Volume
5 (1844)
Issue
Heft 13 (26.3.1844)
Date
1844-03-26
Page
Seite 100 (sequence 7)
Language
German
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- 100 - Nehmen wir noch hinzu, wie die Schüchternen dadurch des vielen Fragens überhoben und auch die Schwächern in den Stand gesetzt werden/ bei einigem Fleiße das Ihrige gehörig zu leisten, während für die übrigen Elementarfächec der Schule im Allgemeinen viel Zeit erspart wird, da das Aufschreiben der Wörter füglich mit den Schön- und sonstigen Schreibübungen verknüpft werden kann; so wird dieses Verfahren gewiß auch bei andern israel. Schulmännern, die mit den Schwierigkeiten des hebe. Unterrichts in der Elementarschule bekannt sind und denen zu einiger Hebung derselben jedes Scherflein willkommen ist, Beachtung und Nachahmung finden. — Zugleich kann ich nicht umhin, dem sich in diesem Blatte schon öfters kund gegebenen Wunsch einiger israel. Schulmänner: „Daß in unfern Schulen auch jüdische Geschichte gelehrt werden sollte", das Wort zu reden, indem dieselbe einen jener Hauptströme bildet, die den Garten Gottes bewässern und mächtig zu demjenigen hinführt, der unfern Vätern zu verschiedenen Zeiten Schutz und Schirm war und der auch jetzt „um seines großen Namens willen, sein Volk noch nicht verläßt". Schade, daß es uns noch immer an einem geeigneten Handbuche hierzu gebricht, indem Jost's treffliches Geschichtswerk für die Elementarschule zu gelehrt ist. Erwarten wir nun von der Lösung der zweiten diesjährigen Preisaufgabe des Kultur-Vereins zu Berlin solch' eine zweckmäßige Schrift. Uebrigens möchte ich mit Korrespondent A in Nr. 39 d. Bl. v. I. doch gerade nicht behaupten, „daß dieses Fach in den meisten isr. Schulen brach liegt," indem die wichtigsten Momente desselben in so manchen dieser Anstalten, wenn dies auch nicht im Lehrplan besonders verzeichnet ist, mit dem biblischen Geschichtsunterricht, dessen Ausläufer es bildet, verknüpft werden. So eignet sich z. B. schon der Auszug aus Egypten, diese erfolgreiche Begebenheit, dazu, an dem Faden der Geschichte nachzuweisen: „Wie man von Zeit zu Zeit wider uns aufstand, uns zu Grunde zu richten, wie uns aber der Heilige, gelobt sei er! stets gerettet." Von dem Aufenthalt unsrer Väter in Palästina, wo sie selbst ihre Felder zu bestellen und ihre Weinberge zu bebauen hatten, um ruhig unter ihren Weinstöcken und Feigenbäumen zu leben, kann Veranlassung genommen werden, auf die ursprüngliche Bestimmung Israels zu einem Ackerbautreibenden Volke, aufmerksam zu machen (woran auch so viele göttliche Gesetze, die auf den Ackerbau Bezug haben, sowie unsre Schalosch Regalim, die zugleich Erntefeste waren, zeugen-, um für die spätere Geschichte einen Anknüpfungspunkt zu erhalten, wo man Israel seinen frühern Handrhierungen gewaltsam entfremdete und ihm weder Ackerbau noch sonst ein ordentliches Gewerbe zu treiben gestattete, wodurch es zum Nochhandel seine Zuflucht nehmen mußte, bis eine glücklichere Zeit uns theilweise wieder unsren frühern Handrhierungen zuführte. Auch für die Gestaltung unsrer spätem kirchlichen Verhältnisse, die Errichtung von Synagogen, die Festsetzung der Gebete, fehlt es nicht an passenden Anknüpfungspunkten beim Vortrag der biblischen Geschichte; wie schon das Leben und Wirken des königlichen Sängers David, von dessen Psalmen noch jetzt in unfern Gebeten ausgenommen sind und so viele fromme Gemüther erbauen, die Gottesdienst-Ordnung imTempel zu Zeiten S a l o m o' s u. A., die Wiederherstellung derselben unter Esca, derartige Punkte barbieten, an welch letztem auch noch das Entstehen der verschiedenen Sekten, die Ausbreitung des Rabbinismus mit seinen Folianten, angereiht werden kann; da solche gelegenheitlich eingeschalteten Bemerkungen die Aufmerksamkeit der Schüler öfters mehr fesseln und in dem weichen Boden ihrer Herzen fester wurzeln, als ein planmäßiger Geschichtsunterricht, indem es auch hier sich bewahrheitet: „Wie gut ein Wort ist zu seiner Zeit". Hamburg, 16. März. Der hiesige Buchhändler, Hr. Berendsohn, hat von dem Könige von Preußen für ein demselben zugesandtes Exemplar des in seinem Verlage erschienenen „Hamburgischen Gedenkbuches" die goldene Huldigungsmedaille erhalten. — Aus einem Artikel von Louis Simon, im Telegraphen Nr. 40 d. I., über den Emancipationsverein, erfahren wir, daß L. Schräg in Nürnberg für' antijüdische Schriften ein bereitwilliger Verleger, und Gebhard und Körb er in Frankfurt a. M. eben so bereitwillige Kommissionäre sind. — In demselben Blatte macht Hr. L. S. darauf aufmerksam, wie eine judenfeindliche Augsb. Bücherfabrik sich nicht gescheut habe, in einer erdichteten Erzählung: „Dir Braut von Tarent" der christl. Jugend das Mahrchm vom Kinderdlut für das Passahfest als historische Wahrheit aufzutischen. Frankfurt a. M., 15. März. Der Rabbiner Stein wird noch vor Ostern ankommen und in dtt sogen. Altschul seine Antrittsrede halten. Auch ist ihm die Prüfung beim hiesigen Oberrabbiner erlassen worden, was auch vorauszusehen war, da er bereits mehre Jahre als Rabbiner fungirt und von ortbodoxen Theologen die Rabbinatßbefugniß besitzt. Der Rothschild'sche Sy nagogenbau ist als ganz aufgehoben zu betrachten. Dafür aber wird an der Real-Schule rüstig fortgebaut. — Der judenfeindliche Korrespondent in der A. A. Z. ist ein Mitglied des Reformvereins, Dr. H. — Die A. A. Z. beklagt sich, daß in der Uebersetzung des Gutachtens vom „würdigen Rapaport" eine Stelle, welche von der Hilfe der weltlichen Macht abräth, ausgelassen worden sei. — Das Gutachten des Predigers Mannheimer, welches die A. Z. d. I. der Oeffentlichkeit näher gerückt hat, erregt allgemeines Aufsehen. Vorzüglich spricht der Schluß an, wo er zum Entgegenkommen zur gesetzlichen Reform ermahnt. Dresden, 20. Marz. Als der Streit über das Hamburger Gebetbuch in Flugschriften und Tagesblättern geführt wurde, waren sehr Viele erstaunt darüber, wie man denn wegen einiger Modifikationen in den Gebeten so viele Kräfte in Bewegung setzen könne. Nun erfahren wir aber aus Leipzig, daß in der christlichen Gemeinde ein ähnlicher heftiger Kampf sich entsponnen habe. Man will nämlich ein seit 40 Jahren

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