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Der Orient · 1844-03-12 · Heft 11 (12.3.1844) · p. Seite 84

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Journal
Der Orient
Volume
5 (1844)
Issue
Heft 11 (12.3.1844)
Date
1844-03-12
Page
Seite 84 (sequence 7)
Language
German
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84 Ob eine Stelle zum Leichtern -oder Schwerern gehöreist aber nicht blos nach den Schwierigkeiten, welche ein Abschnitt hinsichtlich der Sprache darbietet; sondern vorzüglich auch nach dem Inhalte und der Faßlichkeit desselben für die Altersstufe der Klassein welcher der Abschnitt gelesen wird, zu bemessen. 3) Die hebräischen Gebete und Segensformeln können zwar ebenfalls abwechslungsweise als Uebungen zum Uebersetzen in das Deutsche dienen, es muß aber darauf verhaltnißmaßig weniger Zeit verwendet und noch strenger darauf Rücksicht genommen werden, daß die ausgewahlren Gebete der Sprache und dem Inhalte nach sich für die Altersklasse, welcher sie in die Hände gegeben werden, auch wirklich eigene. 4) Dem hebräisch Lesen und Schönschreiben dürfen nur in der untersten Elementar-Klasse besondere Lehrstunden gewidmet werden, in den folgenden Klassen ist das Lesen und Schreiben mit den Übersetzungsübungen und mit dem Schönschreiben zu verbinden. 5) Die Kenntniß der Accente ist als.ein Theil der hebräischen Grammatik mit diesen zu verbinden. 6) Das Lesen des Deutschen mit hebräischer Schrift ist für diejenigen, welche dieses zu üben wünschen, in Privatstunden zu verweisen. Stuttgart, den 7. März 1834. Soden." So hatte man wenigstens eine Vorschrift, nach welcher man sich halten konnte, wenn dieselbe auch nicht ganz genügte, um besagte Konflikte zu heben, da weder der Unterrichtsstoff, noch die Unterrichtszeit darin gehörig abgegcenzt wurden und die Auswahl der einzelnen Uebersetzungsstücke und der dazu geeigneten Stunden die Willkühr der betreffenden Lokal-Schulinspektionen, Rabbinen und Lehrer zu sehr begünstigte; woher es auch kam, daß in einigen Schulen, je nachdem Lehrer und Vorgesetzte sich hierüber mit einander verständigten, blos aus dem Pentateuch und den täglichen Gebeten einzelne Stücke zum Uebersetzen gewählt wurden; wahrend man in andern auch aus den frühem prophetischen Büchern und den Hagiographen leichtere Abschnitte an diese anreihte; daß in manchen Schulen die Halste der täglichen Lehrstunden ausschließlich dem hebräischen Unterricht gewidmet wurden, während man in andern nur 2 Stunden hierfür aussetzte, und wieder in andern mit den hebräischen und deutschen Fachern derart wechselte, daß die schwierigecn, mehr Geistesanstrengung erheischenden dieser und jener auf die Vormittagszeit zu stehen kamen, wahrend man die leichtern, mehr technischen Uebungen auf den Nachmittag verlegte; auch wurden nicht selten, wie es noch jetzt häufig zu geschehen pflegt, die verwandten Zweige mit einander verknüpft. Die Kön. israel. Ober-Kirchenbehöcde, welche zum Behufe des biblischen Geschichts- und systematischen Religionsunterrichts für sämmtl. israel. Schulen des Landes schon früher gleiche Spruch-, Gesang- und Lehrbücher ei nsührte, hat nun auch, zur Feststellung eines gleichförmigen Lehrplans in den hebräischen Elementarfächecn, schon vor einigen Jahren von mehren Rabbinen und Lehrern des Landes Gutachten abgefordert, worauf aber bis jetzt, außer einigen Anweisungen hierüber in der Amtsinstrukcion für Rabbiner und Lehrer v. I. 1841 nichts Weiteres erfolgt ist, was von desfallsigen Kommunikationen mit den betreffenden König!. Ober- Schulbehörden herrühren dürste. So zweckmäßig dieser in Aussicht stehende Lehrplan aber auch sein mag; so bleibt der hebräische Unterricht für die Elementarschule, von der so Mannigfaltiges gefordert wird, die Kinder von so verschiedenen Talenten, aus so verschiedenen Familien „ihrer derma ligen Weise gemäß zu leiten h a t", immerhin schwierig. Es ist deswegen ganz natürlich, daß der Arbeiter in diesem Weinberge des Herrn auf Wege sinnt zur Vereinfachung und Erleichterung seines mühesamen Geschäfts. Von mehren Freunden hierzu aufgemuntert, nimmt der Unterzeichnete daher keinen Anstand, sein Verfahren in dieser Beziehung, wie dies theilweise auch von einigen andern unsrer Schulmänner beobachtet wird, zu veröffentlichen. (Beschluß folgt.) Oesterreich. PlMA, 1. Marr. Suum cnique! Oesterreich darf sich nicht mehr über die vorzugsweise Strenge größerer Censur beschweren. Die russische Eensur hat nämlich aus einem Psalmenexemplar, das in der hiesigen Landau'- schen Officin gedruckt wurde, einige Blätter ausgerissen. Der Geist unseres Königs David ist allerdings anticussisch. — Dr. Wessely, der ein geborner Mährer ist, soll sich für die gehörige Besetzung des mährischen Landrabbinats interesstren, was allerdings für Mahren nur heilsam sein kann.— Das Werk des Dr. Sachs über die neuhebcäische Poesie, von dem man sich in ästhetischer und literarhistorischer Beziehung sehr viel verspricht, wird doch die nächste Ostermesse erscheinen. Pesth, 1. März. So eben lese ich in der A. A. Z., daß die deutschen Auswanderer, anstatt in die neue Welt, nach Ungarn sich wenden sollen, und unwillkürlich fallen mir die Reden der Emancipationsgegner auf dem gegenwärtigen Reichstage ein. Diese Herren haben die Befürchtung ausgesprochen, daß, wenn die Juden emancipirt würden, Ungarn von lauter Juden überschwemmt werden wird. Und gesetzt, es träte dieser Fall ein, würde dies etwa Ungarn mit einer Gefahr bedrohen? Keineswegs; denn Ungarn könnte in der Thah wie der Verfasser jenes Aufsatzes in der A. X I. richtig sagt, noch vielen Tausenden Menschen einen bequemen Sitz darbietm; Ungarns Handel bedarf m der TH^

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