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Der Orient · 1844-03-05 · 10 (5.3.1844) · p. Spalte 153-154

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Journal
Der Orient
Volume
1844
Issue
10 (5.3.1844)
Date
1844-03-05
Page
Spalte 153-154 (sequence 5)
Language
German
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153 Studien. Zur Geographie des Talmuds. 154 avTcov TtQoaayocpsvofisvovg, so auch M. Nabba Wajikra 9. Magog war der damaligen jüdischen Welt im Norden ein Reich, dessen Grenzen nicht bekannt gewesen, eben so wenig als seine Lage, so daß es manche sogar nach dem fernen Osten hinverlegten. So herrscht in der 18. Sure, in jener Unterredung des.Alexander mit einem Fürsten eine große Unwissenheit über dieses Land vor, und man weiß nicht recht, wo man es sich hindachte. Alexander, wird daselbst erzählt, setzt seinen Weg fort, bis daß er gekommen ist an den Ort, wo die Sonne aufgeht; dort sollen 2 Berge sich befinden, zwischen denen eine Nation wohnt, die eine kaum verständliche Sprache spricht, und diese bittet den Alexander, daß er den Iagog und Magog, die das Land verheeren wollen, daran verhindern solle. 'Iagog und Magog bilden also hier zwei Völkerstämme, gegen welche Alexander, für ein angebotenes Charg', um Unterstützung angegangen wird. *) Auf welche Völkerstämme in Wirklichkeit diese Namen hindeuren, kann immer nur Konjectur bleiben; vielleicht daß damit die Massa g eten und die Jazygeten gemeinr sind, oder daß der fabelhaften Kunde wegen, die den Vorstellungen vorschwebte, Mayayr) das Land der Magier genannt wurde; Mugh im Persischen {(.osyctg) hieß auch „groß", also „mächtiges Land". Wie aber auch das Wort zu erklären ist, jedenfalls wurde es nach dem Norden verlegt, und es kann mit Magog nicht Kreta gemeint sein, (Kandien), weil jenes als ein fernliegendes, weitläuftiges Land angesehen wird, Kandien aber schon seines geringen Umfangs, wie seiner geringen Erfahrung wegen, als dasselbe nicht gelten kann. Es scheint uns darum mitKandia Kandavia bezeichnet zu sein. Dieser Landesstrich bildete den nördlichen Thcrl Macedoniens, umfaßte Jllyrien und zum Theil auch Epirus und führt noch heute, wahrscheinlich weil auch damit der Begriff „weiß" bezeichnet wird, den Namen Alb a n i en. Albanien ist aber auch eine Gegend am kaspischen Meere, und es dürfte leicht möglich sein, daß bei einer ähnlichen Verwechselung derselben Wörter, als denselben Begriff bezeichnend, diese Gegend gleichfalls mit dem Namen Kandien sich benannt zu denken. Der Talmud würde demnach unter Kandia den ganzen Norden sich gedacht haben, vom kaspischen Meere und dem äußersten Osten bis Germanien (Gomer) und dem adriatische Meer, weil die äußersten Grenzen im Osten und im Westen, zufällig von dem Begriffe „weiß" ihre Benennung erhielten, und biblisch mit dem Namen Magog bezeichnet halten. Sollte vielleicht, weil man von ihm den Umsturz des Bestehenden nach den Weissagungen erwartete, und ihn als den Vorläufer der Erlösung betrachtete, gerade ein Gegensatz zu der Benennung Scythen (dunkel), die man dem ganzen Norden und dem unbekannten Magog beilegte, diesem die Benennung Kandien gegeben worden sein, da man Glückseligkeit und Freude sich von ihm versprach! Wie dem auch sei, so scheint es jedenfalls /) In der französischen Uebersetzung vonPeyer herrscht hier ein großer Jrrthum vor. Es scheinen die Personen verwechselt worden zu sein. gewiß, daß mitKandia an dieser Stelle eine Gegend im Norden bedeutet worden ist. — Ganz natürlich wird dann das zunächststehende Madai nicht mit Medien, sondern mit Macedonien, dem an Kandavia grenzenden Lande, erläutert. Medien wie es von Josef a. d. a. St. erklärt wird, und was es an vielen Stellen der h. S. wirklich bedeutet, konnte es nach des Talmud's Meinung nicht sein, weil es zum semitischen Stamme gehört. Madai aber konnte füglich als Macedonien gelten, weil Macedonien gar oft Ematia genannt wird. So Virgil Georg. 1. 493: bis sanguine nostro Emathiam et laetos Haemi pinguescere campos. Vergl. Boß a. a. St. — Jawan für Ionien, als das zunächstliegende Griechenland zu nehmen, bietet keine Schwierigkeit. Tubal wird mit Bet Uniaca erklärt. Unserm Bedünken nach scheinen die beiden letzten Wörter nur ein Wort auszumachen, das durch Irrthum der Abschreiber, die iTO für Haus nahmen, getrennt wurde; und es ist dann Bethynien, bitbyniaca (terra), der nördliche und östliche Theil Kleinasiens. Die Transposition der Buchstaben, so wie die Verwechselung des b in v att liquida gab auch hier die Anleitung zu dieser Erklärung. Der Gründer des Bithynischen Staates wird auch allgemein Bithys genannt, der mit Tubal leicht identisicirt werden kann; wohl auch schon aus dem Grunde mit, weil dieses Wort sich in Thyn's Bal, Thyn's (für Bithyn, wie es oft genannt wird) Gründer oder Herr auflößen läßt. Meschech wird mit Mysien erklärt, den vordern Theil Kleinasiens bezeichnend, den südlichwestlichen. Schon Josef will damit Kappadocien bedeutet wissen, und unterstützt damit seine Ansicht, daß noch zu seiner Zeit eine Stadt Marsaka dort vorhanden war. Dem Talmud, der mit Meschech das ganze südliche Kleinasien bedeutet wissen wollte, lag das Wort Mysien bei seiner Erklärung näher, weil es wie Meschek, das damals, wie es die Septuaginta ausweist, Mosoch ausgesprochen wurde, klingt. Tiras, das Teiras ausgesprochen wurde, soll endlich nach einer Meinung Bet Teriaca sein, das offenbar Thracien bedeutet. Auch Josef nimmt es dafür, und Ti ras und Thrax sind in der That als gleichlautend auch für identisch zu halten. — Es würde somit nach dieser Erläuterung des Talmud's, der biblischen Angabe zufolge, den Nachkommen Iefet's der nördliche Theil dex alten Welt, vom kaspischen Meere bis Galien, Kleinasien, Thracien, Macedonien, Jllyrien, Griechenland (wohl auch Großgriechenland) und Germanien umfassend, zugetheilt worden sein. Hirschfeld. Literarische Aualekten. Biographisches über R. Serachja ha-Levr Ba'al Ha-Maor. Ueber diesen Gelehrten finden wir in unfern Geschichtswerken sehr wenig verzeichnet und auch das Wenige bedarf

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