Mannheim
Compact Memory

Der Orient · 1844-03-05 · 10 (5.3.1844) · p. Spalte 149-150

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Orient
Volume
1844
Issue
10 (5.3.1844)
Date
1844-03-05
Page
Spalte 149-150 (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/8555529-9890798-9890808--3456-3530139
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

149 Schreiben aus Amsterdam. 18« Nin Pnpn), und man dürfe das Ansehen der Person nicht achten. Zu derselben Zeit, im Nisarr 5603, redete ich allen Weisen zu, sie (!) zu besänftigen - da erhob die ganze Gemeinde (?) ihre Stimme und gab eine siegreiche Antwort, die ich Ihnen bereits ausführlich mitgetheilt habe, denn ich überredete sie, ihm verhältnismäßig mehr zu geben, als die andern Großen erhalten. — Der zweite Unterzeichner ist der Rabbiner Benjamin Nabon: auch dieser hatte eine Ursache, sich von uns abzuwenden, weil er liirt ist mit R. Ich. Nabon seit der Verbannung des jo'Sn (?), der sein Schwager ist. Später bereuete er diese Lhat und gestand die Wahrheit, wie aus beifolgendem zu sehen ist (?). Die übrigen 12 Unterzeichner sind Väter und Söhne, Freunde und Verwandte, von denen jeder einen Grund hatte, uns zu Haffen (versteht sich wohl!). Sollten noch mehr als 12 jenen Brief unterzeichnet haben, so können es höchststens 30 sein. Wenn ich mit mir allein wäre, so könnte ich die Wurzel, das Entstehen und die Handlungsweise eines Jeden schildern, (nrn NN bo by yv/rb'bm nrnn oniäoi wyü ro imnoi lBhiw), daß sie ecrothen müßten, sich'unter den Unterschriften zu finden. Aber — unsere Weisen sagen: man müsse zuweilen etwas verhehlen und es ist Zeit zu schweigen 8). Zur Ehre Gottes und zur Erhaltung unserer heiligen Stadt stürze ich den Deckel auf sie. Wer aber die Wahrheit tückisch anficht, für den sind wir nicht verantwortlich, und der Himmel wird' seine Schmach aufdecken, wie es heißt: „Die mich verehren, werde ich ehren, die mich verachten, werden von selbst verachtet werden." Um Ihnen nur Einiges zu zeigen, empfangen Sie hierbei die Abschrift eines Rechtsb.escheids des Bct-Din gegen 4 der Unterzeichner jenes kränkenden Briefes. Ob nun zwar in Gemäßheit dieser Urtheilssprüche jene 4 Männer durchaus keine Ansprüche auf die europäischen Spenden mehr haben, so habe ich ihnen dennoch nichts vorenthalten 9). Der Grund und Zweck meines Gesuchs ist, d i e se Sache zu veröffentlichen, damit die Völker einsehen, wie klein die Zahl unserer Gegner ist, und daß jeder derselben einen selbstsüchtigen Grund hat. Hieraus darf aber nicht gefolgert werden, daß etwa Feindschaft und Streit in unfern Mauern einheimisch seien; denn eine solche Meinung könnte die Quellen unseres Ueberfluffes verstopfen. — (Sehr naiv!). Ihre Pflicht ist es aber, die Herzen der Menschenkinder zu entflammen, daß sie sich der armen Schafe, die das h. Land bewohnen, erbarmen, und statt des e i frig en S trede n s, e i n Krankenhaus und eine Schule s ü r d e n Ingen du nterrich t zu e rb au en,. sollte man sich vielmehr bemühen, die Gesunden zu ernähren, (sie!) die dem 8) Welche ehrlose Verläumdungsmethode!?6ncIs-toi, Figaro, tu n’as pas invente cela. 9) Wir wären denn aber doch begierig, jene Urtheilssprüche und insbesondere deren Entscheidungsgründe zu lesen; diese müssen sicherlich das Gepräge jerusalemischer Humanität und Toleranz tragen. Hunger und dem Durste preisgegeben sind, ein Zustand, der Menschen auf Abwege leiten kann. Diese Antwort genüge für den Augenblick, in meinem nächsten Schreiben werden wir Ihre weitern Anfragen beantworten. — Sie erhalten hierbei eine Liste über die monatliche V e r t h e i l u n g der Spenden, und ich bitte Sie dringend, solche zu veröffentlichen (und sie wurde dennoch nicht veröffentlicht!), weil in demerwähnten Frankfurter Zeitungsartikel der Verdacht ausge- . sprechen wurde, die Spenden würden nicht alle an die Armen vertheilt und vielmehr zu fremdartigen, tyrannischen Zwecken verwendet. Ich muß abkürzen, denn die Zeit drängt. — Jerusalem, Donnerstag, 6. Kislew 5604. Chajim Abraham Gag in. Hierauf folgt noch schließlich eine Aufforderung von Seiten des Komito's in den Worten: IV. Geliebte Brüder! Indem wir auf unser voriges Cirkular vom 7. Marcheschwan l. I. Hinweisen, worin wir euch erklärten, daß Alles, was man in der Palästinasache gegen uns gedruckt hat, Lüge und Betrug sei, und daß Ihr bei Wiederankunft der Post Weiteres vernehmen werdet, übergeben wir euch, ihr Frommen, einen Theil der bisher aus Palästina an uns gelangten Schriften, aus denen die Wahrheit der in obigem Cirkular — sowie im hiesigen „Handelsblatt" — enthaltenen Worte genugsam erhellt. Dieses alles seht ihr nun aus den heiligen Schriften, die wir in gegenwärtiger Broschüre unter dem Titel „pttD HDN" abgedruckt haben. Den Rest werden wir in einer spätern Broschüre nachliefern. Wir legen hiermit Jedem, der Gott fürchtet und auf dessen Wort achtet, die Bitte an's Herz, einer abermalig e n (neuen) K o l l e k t e f ü r -P a l ä st i n a b e i z u t r e t e n, welche den Namen m'y" erhalten soll, und durch welche das Panier der Tora und des Gottesdienstes in Palästina (d. h. der Chasidäismus) errichtet werden soll. Es ist hier nicht der Ort, noch weitläufiger zu sein. Möge das Wenige Vieles enthalten und mittelst dieser Gabe Zion wieder aufgerichtet und Jerusalem erbaut werden! Donnerstag, 11. Schebat 5604. Pekidim und Amarkalim, der heil. Städte, residirend in Amsterdam. Hirschel Lehren, Präsident. Salomon Rubens. Elias Abraham P r i n s. Jakob Meyer Lehren. Diese sind die liebeathmenden Briefe der Söhne Jerusalems, die girrenden Stimmen der palästinensischen Turteltauben, das sanfte Säuseln kühlender Zephyrwinde, die duftenden Wohlgerüche zur Belebung und Wiedererweckung der erkaltenden Liebe zum h. Lande verbreiten. Und du, Mann Gottes, „umduftet von Myrrhen und Weihrauch, von aller- 10*

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.