Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 5 (1844)
- Issue
- Heft 10 (5.3.1844)
- Date
- 1844-03-05
- Page
- Seite 79 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2360092-2360310-2360321--4381-3530135- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
ihnen, mittler-wesl.ei neueKetten zu den - vorigen-zubexeit?t: wer-: dm, schon ganz,erstarrt-, das-.sie, so lange es warm war, zu ihrer-.Msichtschmieden könnten.? Statt so unnützunsereKraft zu.-.vergeuden, - wäre es unsere Pflicht gewesen,, aus allen Kräften zu beweisen,, wie unsere gesetzliche Stellung, wie überhaupt die ganze Verfassung dem. Volke höchst, schädlich fei,, wiedie Verfassung, die. doch-,, wie es alle Despoten zugeben, zum Wöhle der Mehrzahl dasei, ihrem Vortheile, und aller Vernunft ganz zuwiderlaufe; daß, sind auch bei uns eben noch nicht alle die Laster zu treffen, die, wo eine stärkere und edlere Natur dagegen nicht schützt, nach solcher Behandlung der wahrscheinlichsten Berechnung zu Folge eintreten sollten, sie gewiß nicht lange mehr ausblerben werden, und den ganzen Staats-Verband mit Auslösung bedrohen; wir sollten erklären, daß die jetzige Menschheit keine Gnade wolle, vielmehr ihr festbegründetes Recht zurückfordere, wie wir Juden auch' unterlassen sollen jene Schmeicheleien und jenes Verherrlichen der kleinlichen Tribute, die man hie und da der Gerechtigkeit zollt, die eher die Nothwendigkeit erpreßt, als daß sie Folge der Rückkehr zur Vernunft gewesen wären. Wir sollten erklären, daß wären wir stärker an der Zahl, wir uns gewiß nicht mit Federkielen bewaffen würden; daß wir übrigens im Kriegs- Zustande, wenn auch bis auf Weiteres nur im Vertheidigungs- Zustande uns befinden, und daß wir Frieden nicht schließen, bis das verhöhnte Menschengeschlecht in den Besitz seiner verlornen ^Rechte wieder eingesetzt wird. Werden wir einmal schon die Messiase der Welt, und fordern wir einmal schon statt unsere, der Welt Entknechtung! Die fernere Entwickelung dieser meiner Ansichten und die : Auseinandersetzung dessen, was ich als dienlich dem Zwecke Halle, mir auf ein anderes Mal vorbehaltend, will ich eben Ihrer Bitte doch Genüge leisten, einzig in der Absicht, daß - Sie ersehen, wie tüchtig wir zum Streite seien, freilich Ihnen jedenfalls das Recht einräumend, mein Dargedotenes nach Belieben für Ihre von der meinigen etwa abweichende Ansicht auszubeuten, und sollte es für Ihr Vorhaben zu einseitig aussallen, so mache ich mich anheischig, Ihnen auf Ihr Anfra- . gen allen möglichen Ausschluß zu verschaffen. Ich werde mich nun bestreben, die Lage meiner Stammes-Genoffen in Ungarn getreu, wie ich mir sie abgezogen, Ihnen zu schildern. 1. Wohnplatze. Es ist eine auffallende. Erscheinung, und sie wiederholt slch täglich,, daß wir Juden, wie wir einander stark anziehen, nicht minder mächtig, oder gar mit mehr Kraft auch abstoßen; "nd daher nirgends in einer, bedeutenden Anzahl zusammenbleiben können, sondern uns in alle Winkel, so cs uns nur erlaubt ist, zerstreuen. Freilich erklärt diese Erscheinung leicht der Druck; denn auf wenige Erwerbs-Zweige angewiesen, mußte bald der Raum zu enge werden, und die allseitige Tüchtigkeit, die wir uns in diesen Zweigen erwarben, einem Jeden glänzende Aussichten auf Gegenden, wo sr Mitbewerben nicht ' zu fürchten hat, eröffnen. Aber der höhere Zweck dabei ist, dass wir. durch.das. Band,, das., wir. bilden, , alle- Völker,, umschlingen, und die. Einheit, die allein die, Menschheit retten wird, je-,eher-verwirklichen-sollen; wir sollen durch Wort.und. That überall aneifern und begeistern, den Großen nicht schmeicheln, vielmehr Furcht einjagen, und der Welt Befreier wer-, den. In Ungarn ist dieser Zweck herrlich begünstigt worden; wir sind in allen Gespannschaften anzutrcffen; fast in jeder Freistadt machen wir einen bedeutenden Theil der Einwohnerschaft aus, ftlbst in Gegenden, in denen die Protestanten, und wären sie die ersten Würdenträger, sich nicht niederlaffen können, wie in Kroatien, sind Juden in großer Anzahl. Auch haben die gesetzlichen Einschränkungen nicht verhindern können, daß sie selbst an Plätzen, wo sie nicht wohnen dürfen, sich -in viele Verbindungen einlassen, den Handel an sich ziehen, und so eine bedeutende Masse bilden sollen; und vielleicht ist Gömor die einzige Gcspannschaft, in der durchaus keine Juden wohnen, und sonderbar genug sind die gesetzlichen Gründe hier weniger obwaltend, und die freisinnige Partei, die in vielen sehr wichtigen Fragen die siegende ist, hat in diesem einen Punkte zurückweichen müssen, und, wie wir vernehmen, will eben die Negierung ihr darin helfen, da sie die Behörde um Aufklärung über diese Einschränkung aufforderte. Aber dieselbe Negierung, die sich hier und auch gegen einige Freistädte gerecht zu sein nicht schämte, wendet Alles an, um die Juden aus den Bergbautreibenden Barscher, Honther und Sohler Gespannschaften, die seit vielen Jahren dort ungestört und alle Lasten tragend wohnen, zu vertreiben, nicht berücksichtigend das ungeheuere Elend, welches daraus für so viele Familien entstehen wird, und der Umstand, daß ja einzig sie gegen das Gesetz sündigte, indem sie dem Niederlaffen nicht vorbeugte, und daher für ihre Nachlässigkeit Unschuldige, deren Vergehen höchstens darin bestand, sich für Wesen aus dem Geschlechte der Menschen gehalten, und nicht eingesehen zu ha- . ben, daß dort, wo der öffentliche Werrug des Gemeingutes die einzige Quelle des Erwerbes für viele fromme christliche Familien ausmacht, sie die nicht beichten, gefährliche Rivalen sein müssen, nicht büßen dürfen, und daß sie dem historischen Rechte, das doch größtentheil ihre Grundlage ausmacht, Hiemil Schaden zufügt, wenn sie Verhältnisse, die sich langsam bildeten, und Niemanden Nachlheil brachten, so grausam zerreißen will. Daß die engherzigen Spießbürger den Untergang der Welt, und „noch andere nicht minder gefährliche Folgen" mit Gewißheit voraussehen von der Wirkung des Gesetzes vom 1.1840, begreifen Sie natürlich, und es muß umso weniger auffallen, da der Bürgcrstand bei uns, sich vom Landmann nur durch schlechtere Sitten unterscheidet, ihm an gesundem Menschenverstand und Hochherzigkeit nachsteht, und dann daß, da sich in der Nähe jeder bedeutenden, Juden unzugänglichen Stadr . mehre große jüdische Gemeinden gebildet, die vom Handel in der Stadt Leben, oft gemeindenweise die gefürchteten Fremdlinge sich niederlaffen da, wohin sie sich schon lange gesehnr, von wo aber eine Schranke sie abgewehrt, die eben erst niedergerissen wuroe. Daher kein Wunder, daß nach kaum 3 Jab-