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Der Orient · 1844-02-27 · 9 (27.2.1844) · p. Spalte 133-134

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Journal
Der Orient
Volume
1844
Issue
9 (27.2.1844)
Date
1844-02-27
Page
Spalte 133-134 (sequence 3)
Language
German
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Literatur - Berichte. 134 133 lästina-Spenden nicht mehr kümmern sollen. Wer wird künf- / lig seine Spenden dem Hrn. L. mehr geben, wenn er die Worte dieser Briefe liest, da ohnehin viele unserer Glaubensbrüder nur einen Vorwand suchen, ihre Spenden uns zu entziehen, worüber Herr L. so jammervoll schreit und klagt. In Wahrheit aber haben alle Unterzeichner jenes Briefes die Macht nicht, gegen unfern Willen etwas zu unternehmen; nur aus Zorn haben sie das geschrieben. Denn die zwei zuerst Unterzeichneten, die Herren Rabbiner Iehuda und | Benjamin Naboa, welche die-Vorzüglichsten der Unterzeichner sind, haben ihre Aemter und Würden aufgegeben; (Vgl. Orient Nr. 50) die übrigen zwölf Untergebenen sind weder Dajanim noch Beamten, einige derselben sind noch unverheirathet und manche sogar noch brotlos und haben sich in der Uebereilung von den genannten zwei Rabbinen, die von jeher unsere Gegner waren, verleiten lasten, wie sie vor uns selbst eingestanden haben 3 4). Mit welchem Rechte konnten daher jene Männer gegen den allgemeinen Willensausdruck der h. Stadt uns diesen Schaden verursachen? Und hierdurch schoß in Frankfurt a. M. eine Galle und Wermuth emportreibende Wurzel auf; denn man nahm hierdurch Veranlassung, die Reihen der Chasidim und Zadikim zu verhöhnen und zu lästern, und als man nur Unterschriften aus Jerusalem sah, so untersuchte man nicht weiter, und die Gegner des Hrn. L. und seiner Beisitzer, ein L. H. Löwenstein und Raphael Kirchheim, der immer lästert und spottet (-mn ppDni *pnon pS Nrob m ny torwm) *). Diese und ihre Helfershelfer entblödeten sich in ihrer Frechheit nicht, in Zeitungen zu veröffentlichen, daß man zufolge der aus Jerusalem erhaltenen Nachrichten, mit der Amtsführung des Hrn. Lehren unzufrieden sei, und demselben unter Androhung des Bannes die Fortsetzung seiner Funktionen msolange untersagt habe, bis er genaue Rechnung ablegen würde. — Als wir dieses lasen, erhoben sich Stimmen im Hanse Gottes und alle Talmudisten rüsteten sich, zogen weinend an den Eingang des Stiftszelts und riefen: Es möge verstummen der Mund der Lügner, die den Zadik verläumden und Lügen verbreiten, die den Palast untergraben und die Nahrungsquellen der armen Talmudisten, der würdigen Söhne Zions, welche in Noth und Leiden das Gesetz erforschen, verstopfen, daß ausbleibe der Lohn der Zadikim, den jeder monatlich nach dem Grade seiner Würde erhält if)1? Wir haben es bereits bekannt gemacht, wie wir eine Jeschiba unter dem Namen rruVDn errichtet haben, wo unausgesetzt, nach einem eingeführten Turnus das Gesetz Tag für Tag studirt wird, was den Spendern, die der Herr Zcbaot erhalten möge, zu Ruhm und Segen gereicht. Wir, die Weisen, die Rabbinen, Auf- 3) Durch welche Mittel mag nun wohl wieder dieses angebliche Gestäudniß erlangt worden sein? 4) Steht dieses Epithet im Originalschreiben oder ist es eine freundliche Zugabe des Hrn. L.? scher von Jerusalem re. hielten daher eine große Versammlung aller TalmideChachamim, mit Zuziehung des heilig gebenedeiten Gottes und seiner Herrlichkeit, die nie von der westlichen Tempelmauer gewichen, 'myon ‘prroD rm tb 'im nwaian rnpn *)nso, um zu erneuern den Bund, die Vollmacht und die Herrschaft des Herrn Hirschel Lehren und seiner Beisitzer. Niemand darf fortan den kleinsten Verdacht gegen sie erdenken oder aussprechen oder ihrer Ehre im geringsten zu nahe treten; denn Gott hat sie erwählt wegen ihrer Frömmigkeit, Treue und Liebe zum h. Lande, und sie besitzen die Eigenschaft ihres Schöpfers — denn Gottes Auge waltet über das Land, er findet Wohlgefallen an Jerusalem und liebt die Thore Zion's, geschmückt mit der Halacha; wer über ihre Handlungen nach grübelt, der ist zu betrachten, als grübele er der Gottheit nach. ('ui cm w Mp rro 'Ui Dnpnsm nra nnn -rnpn O MDtwi nriN vnno b'iso cnnriN -mnon toi). Alles was nunmehr Hr. L. und seine Beisitzer, von nun an bis zur Ankunft unseres Messias thun werden, das ist recht und genehm für uns und unsere Amtsnachfolger! Ferner wird bestimmt, daß alle Briefe, sie mögen von einem Einzelnen oder von Vielen ausgehen, auf denen das Siegel des großen Rabbi, unseres ersten Rabbiners 5), nicht aufgedrückt ist, Null und nichtig ist. Jerusalem, im Monat Kislev 5604.!.[T)D(? (!) EÖMm DDDDDn WH O gez. Ehajim Abraham Gag in (mit noch 13 andern Namen). (Beschluß folgt.) 5) Es darf nicht übersehen werden, daß dieser sog. erste Rabbiner selbst unter dieser nämlichen Urkunde zuerst unterzeichnet ist. , p hyz Nin , nyn am , rnn nih ]H^ -pny. Literatur - Berichte. Leipzig, 14. Februar. So eben ist bei Otto Wigand eine ziemlich starke Reformschrist von Dr. F. Eisenberg erschienen, die wohl mit Recht als die einzige wissenschaftliche Arbeit für den Reformverein anzusehen ist. Sie führt den Titel: „Staat und Religion, mit besonderer Rücksicht auf die Stellung der Israeliten in den sogenannten christlich-germanischen Staaten" (Leipzig 1844 8. XU und 194 S.) Die Schrift zerfällt in 2 Abschnite, von welchen der erste „Staat und Gewissensfreiheit" in 3 Kapiteln bespricht, der andere „die mosaische Religion in ihrem Conflikte mit dem bürgerlichen Leben" in 2 Kapiteln abhandelt. 9

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