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Der Orient · 1844-02-27 · 9 (27.2.1844) · p. Spalte 131-132

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Journal
Der Orient
Volume
1844
Issue
9 (27.2.1844)
Date
1844-02-27
Page
Spalte 131-132 (sequence 2)
Language
German
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131 Schreiben aus Jerusalem. 132 Wir beschränken uns auf nur wenige kritische Bemerkungen, indem wir das Weitere der Feder unseres tapfern Kommilitonen, Hrn. Löwenstein, überlassen, und legen hiermit den Lesern dieser Blätter die Briefe selbst in wortgetreuer Uebersetzung vor. Wir erlaubten uns, besonders in den beiden ersten Briefen, einige Abkürzungen der sich stets wiederholenden wahrhaft hündischen Lobhudeleien und Parodien, wovon die beiden ersten, den auffallenden stylistischen Eigenheiten und so manchen Antecedenzien nach zu urtheilen, wieder echtes holländisches Fabrikat sind, während der dritte den Stempel seines hierosolimitanischen Ursprunges an sich trägt. I. An unsere geliebten israel. Brüder, Verehrer der Tora und ihrer Ergründet'in allen Städten Deutschlands, Frankreichs und Hollands, an alle Städte und Provinzen, in denen Komitee» für die Spenden des h. Landes bestehen, besonders an alle Fürsten, Vicefürsten, Gelehrten, Geonim, Weise, Vernünftige, Verständige, Aufseher, Vorsteher und Redliche. Der Herr erhalte sie. „Euch, Ihr heiligen Männer Israels, wollen wir die Stimmen der armen Bewohner Zion's verkünden, den allgemeinen Schmerz, den wir in unfern Tagen empfanden, der nie seines Gleichens fand. Seid aufmerksam auf die Stimme unserer Lippen; höret es, Könige, vernehmet es, Fürsten, und Gott der Herr wird euch schützen. In allen Ländern ist bereits die Wohlthat der von unseren Oberhirten, dem Fürsten des Landes, dem Aufseher der Freude unseres Angesichts, dem in Kenntnissen und im Chasidäismus ausgezeichneten Herrn Hirsch el Lehren und seiner Beisitzer errichteten Chebra, genannt ßnpn nbnn, bekannt und anerkannt. Diese Würdigen vereinigten sich, weihten ihren Körper dem Himmel, ohne etwa Lohn und Ehre zu erwarten, sondern nur aus Verehrung Gottes und des heil. Landes, um seine zahlreichen Bewohner zu erhalten. Unsere Vorfahren, die wie Engel Mren x), die früh er n Sekten der Heiligen im Lande, Rabbinen und Geonim in unserer heiligen Stadt; Könige versammelten sich und beschlossen und dekretirten die allgewaltige Herrschaft des Hrn. Lehren und seiner Beisitzer, daß nur sie die heiligen Spenden einsammeln, außer ihnen aber Niemand die Hand aufheben dürfe rp nN r»N □H’ Nb DnybDl, denn sie handeln mit Redlichkeit. Auch wir haben diese Beschlüsse bestätigt, als wir die herrlichen Thaten dieser Zadikim wahrnahmen, an denen wir nie einen Makel oder Tadel fanden. Wir haben schon früher ihr segenreiches Wirken durch Umlaufschreiben bekannt gemacht, und Gott sei Dank, dies ist unser Trost, daß wir alle -Quartal eine Geldsendung empfangen, welche 1) Das soll an den Spruch erinnern „qwjo dn aniDHD UN DONböD"! ~ Sehr bescheiden. nach übereingekommenem Modus vertheilt wird. Dem Tugendhaften werden Werke der Lugend zugetheilt; durch das edle Streben des Hrn. L. und durch seine unausgesetzten Geldsendungen ist in unfern Tagen ein gutes Werk gestiftet worden; denn durch diese Zadikim kann das Gesetzesstudium Tag und Nacht ununterbrochen betrieben werden. Das von Herrn L. und seinen Beisitzern gesandte Geld wird nur an die Armen für deren Unterhalt vertheilt, und zu keiner andern städtischen Ausgabe verwendet, wie unsere Landsleute fälschlich verbreitet haben; die allgemeinen und speciellen Ausgaben, das Sündengeld an die Türken und die' Mächtigen, damit sie uns den Aufenthalt gestatten'), wird nicht von diesen Spenden, sondern von den Spenden anderer Länder bestritten. nij/Dp nNDm i’triDi fen niNüin onu.6 i^dni uw nNtn Tja iptt/b unw inw ’-d pxn' nutrfe .maiN nNtra nifon nitynpno dn uj -oun vnpnn jnu Dieses ist bereits aus vielen Briefen bekannt, die wir geschrieben haben; wir bezeugen aber wiederholt die Handlungen und Tugenden des Hrn. L. und seiner Beisitzer, denn wir wissen, daß sein einziges Streben die Ausbreitung der Tora ist. Nachdem Gott (!) dieses alles kundgethan nnN pnj DNI bs HN ynin, so lehrt die Wahrheit, daß, wer Gottesfurcht in seinem Herzen hat, mit vollem Munde eingestehen und sagen muß, daß a u ß e r H r n. L. u n d seine n Beisitzern Niemand Spenden für das h. Land in Empfang nehmen darf; denn wir fanden keinen Tadel an ihm und wir rühmen und preisen die Herrlichkeit seines hochgebenedeiten Namens und derer seiner Beisitzer, .nbnn DL? T03 nN DHNDD1. Wer darf es daher wagen, ihre Ehre anzutasten oder nue den Mund gegen diese Zadikim zu bewegen, zu sagen, es sei besser, wenn sie ihr Amt niederlegten und Andere ihrer statt ernennen; mögen solche auch eben so fromm und mildthätig, ja, selbst noch mehr als sie sein DniDD O’TDm D’pHSf VTP DN' >>' DDHD nnvn DDiHD. Um so weniger darf man sicherkühnen, diese Zadikim mit dem Banne zu bedrohen, sofern sie sich künftighin mit den Palästina-Spenden beschäftigten. Es ist sicher, daß diese Leute die Ruhe des Landes nicht wollen und einst darüber Rechenschaft geben müssen. Wir sehen uns um so mehr genöthigt, uns hierüber zu verbreiten, als aus unserer Sradt ein kränkendes Schreiben, ein bitterer Brief DNDD nbno HD nnJN ausging, von Männern, welch e von jeher, aus den hierorts bekannten Gründen, u n se r e G e g n e r sind. Unbekümmert um den Nachtheil, der für die Armen daraus entstehen könne, verfügten sie, daß Herr L. und seine Beisitzer sich um die Pa- 2) Nicht damit sie Ihnen den Aufenthalt gestatten, sondern damit sie Ihnen eine barbarische Gewaltherrschaft über Ihre armen Brüder einräumen, und namentlich damit sie die Gemeindeämter und Rabbinatsstellen ihrer Kollegen und Vorgesetzten usurpiren können! (Vgl. Orient Nr. 50 v. Iahrg. und Nr. 4 d. Iahrg.)

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