Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1844
- Issue
- 9 (27.2.1844)
- Date
- 1844-02-27
- Page
- Spalte 129-130 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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Mleratnrblall des Orients. Berichte, Stuöien und Kritiken für Mische Geschichte in* Literatur. MS. Leipzig, den 27. Februar 1844. Inhalt. Vertrage zur Entlarvung der Lehren'scben Betrügereien, Unterschleife mb Schandlickkeiten. — Llteratur- Verrchte. Leipzig. - Studien. Zur Geschichte der Judenschaft in Halberftadt. Von Böhme, Kommissions-Agent. (Schluß.) Korrespondenz zwischen dem mährischen Landrabbiner N. M. Ben et und dem N. Hirsch in Berlin. Mitgetheilt von S. Rosentbal. (Forts.) — Kritiken. Kurze Anzeigen. Jenny. Tanchum's Kommentar zu den Klagliedern, herausgegeben von Wilhelm Cureton. — Lit. Ankündigungen. Beiträge zur Entlarvung der Lehren'schm Betrügereien, Unterschleife und Schändlichkeiten. .pND DDK D-IfcUlp „naiN* noN i^n!" (n ^N\n) Unter diesem Sitet. verbreitet das am st. Konnte für die Palästina-Spenden ein Broschürchen, enthaltend drei Briefe aus Jerusalem, durch die — mit der am Schluffe nochmals hinzugefügten, so beliebten stereotypen Formel 83 3D1 Ipty bn i”n WJjn UU:d w'21N — dasselbe sich auf eine sehr leichte Weise von der so vielmal verlangten Rechnungsablage und von der Beantwortung unserer ernsten Anfragen zu befreien glaubte Es mag sein, daß man etwa diejenigen, welche ohne zu p rü fe n u n d gehörig zu lesen, mit heiliger Ehrfurcht und einfältiger Scheu Siegel und Unterschriften aus Jerusalem, von Hrn. Hirschel als die einzigen rechtmäßigen Stimmen anerkannt, ansehen, rauschen kann; die Aufgabe derer, welche dieses falsche Spiel durchschauen ist es aber, so viel in ihrer Kraft steht, das Acht der Wahrheit selbst denen, die nicht sehen wollen, in seinem Glanze zu zeigen. Wir wollen daher nicht ermüden, die uns zukommenden Aktenstücke, mögen sie auch in einer so konfusen und kauderwelschen Sprache, wie die vorliegenden adgefaßt sein, mitzutheilen und zu beleuchten. Der Hauptinhalt dieser Briefe ist a) Anpreisung der Lehren'schen Verwaltung, cumme d’ordinaire, b) neue Bestätigung seiner Amtsführung, und c) das Absetzungsdekret Sr. Majestät des Herrn Hirschel Seitens des Rabb. Nabon, als eine freche Anmaßung der Unterzeichner, die hierzu weder Ursache noch Befugniß hätten, zu entkräften. Bei Durchlesung dieser Briefe muß selbst der Uneingeweihte in die mysteriösen Verhältnisse des amst. Konnte folgende Lhatsachen als festgestellt erkennen: a) daß allerdings viel gesammeltes Geld zu andern als wohlthätigen Zwecken, wie z.B. zu Bestechungen rc. verausgabt wird, und zwar daß diese Ausgaben von den Spenden anderer Länder m>on fWipno mmN bestritten werden; b) daß es w ah r ist, was wir in Nr. 50 dieser Blätter von 1843 berichtet haben, daß nämlich der von der Gemeinde gewählte Rabbiner Jehuda Nabon in Konstantinopel einen Abdikationsakt unterzeichnen mußte, und zwar aus Gründen, in die Herr Gagin, der Nachfolger Nabon's, er, welcher sich, wie wir sehen werden, auf Verdächtigen und Verläumden so gut versteht und in die Geheimnisse seines Herrn und Meisters so ziemlich eingeweiht zu sein scheint, nicht näher anzugeben für gut findet; c) daß Gagin sich offen gegen di§ Errichtung eines Hospitals und einer Schule erklärt, weil man ihm zufolge, zuerst für die Gesunden und dann erst für die Kranken sorgen müsse; d) daß die Spenden nicht nach der Seele n z a h l d e r Familien oder nach A r t e r u n d körperlicher E r w e r b s f ä h i g k e i t vertheilt werden, sondern nach den geistigen Fähigkeiten, daher auch in den Briefen immer und ewig von dem Schaden, den die Talmi de Ch achamim, biefe Cicerones pro domo, durch die Zerwürfnisse erleiden, gesprochen wird. Wohlweislich hat daher Herr L e h r e n die Vert hei l u n g sli ste, die ihm Gagin ausdrücklich Behufs der Veröffentlichung überschickte, dennoch nicht veröffentlicht, wohl einsehend, daß nach unfern Rechtsbegriffen diejenigen keinen Vorzug verdienen, die ihren Lebensberuf in einer klösterlichen chaft'däischen kontemplativen Lebensweise suchen. 9