Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 5 (1844)
- Issue
- Heft 6 (6.2.1844)
- Date
- 1844-02-06
- Page
- Seite 45 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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45 Besprechungen von sich, welche ein Literat, der zu seinen Mitgliedern gehört, zum Nutzen und Frommen der Sache in die Welt schickte, und har daran noch bester gethan**). Ist es durch diese Zeitungsbesprechungen dem RV. gelungen, von sich sprechen.zu machen, so war es natürlich, daß er Entgegnungen hervorrief, die mehr oder minj der leidenschaftlich abgefaßt waren. Jüdische Blatter : sprachen gegen ihn vom theologischen, politische Blätter! beleuchteten den Gegenstand vom philosopischen Standz punkte. Daß dadurch der Verein in Mißkredit kam,.! war natürlich. Die vielen Inkonsequenzen, die er sich; zu Schulden kommen ließ, und die bei dergleichen Gelegen- - heilen ans Tageslicht kamen, feine eigenen Publikationen, l die so unbestimmt abgefaßt waren, daß es unmöglich ist, : sich ein klares Bild von ihm zu machen, sein ganzes | Auftreten, das ebenso zaghaft wie unpraktisch war, hat? nicht wenig dazu beigetragen. Doch haben eben diese : Besprechungen zur Folge gehabt, daß der Verein bekannt . wurde, und weil er — freilich gleißnerisch genug — sich : ein Produkt der Zeit nannte, und namentlich verkündete, j wie durch ihn, und nur durch ihn die Hindernisse der Emancipation beseitigt werden konnten, schenkte man H ihm eine Aufmerksamkeit, die man ihm in einem andern Falle wohl schwerlich gewidmet hätte. Daß aber , eine gute Sache, um die man seit langen Jahren kämpft, verdächtiget, daß dadurch das Gute, was tüchtige Kräfte : unter uns in der öffentlichen Meinung bemerkt, wieder vernichtet werden soll, daß dieses Bestreben unter dem perfiden Aushängefchilde einer Reform auftritt, das soll ' kein Ehrenmann dulden, dem Recht und Wahrheit noch etwas gelten. (Beschluß folgt.) Oesterreich. Prag, 30. Januar. „Wenn du dem Hungrigen brichst dein Brod, wenn du den Unglücklichen und Armen dir bringst in's Haus, so wird dein Licht anbrechen wie der Morgen, und dein Heil bald emporsprießen." (Ies. 58, 7. 8.) Allgemeiner Jubel beherrscht Stadt und Land, seitdem die Kunde sich verbreitet, daß Seme K. K. Maje- *") Es ist dies derselbe Korrespondent der Augsb. Allg. Zeitung, der ihr von hier aus unter dem Zeichen *-s über ankommende und abgehende Standespersonen rapportirt, und dann mitunter von der großen Verbreitung des Reformvereins und von den Fortschritten, die er mache, berichtete. Derselbe hatte sogar einmal einen längeren Artikel geschrieben zum! Dortheil des Vereins, und weil er sein Blatt kannte, geflissentlich darin Einiges gegen den rheinischen Landtag und gegen die Emancipation geschrieben. Nach seiner mir gegenüber gemachten Aeußerung wollte er dadurch der Redaktion Artikel plausibel machen!! Er irrte sich, wir haben freilich keine Ursache, der Augsburgerin das Wort zu reden, stak, unser allergnadigster Kaiser und Herr, einen hohen Sproßling des erlauchten Kaiserstammes, Seine Kaiser!» Hoheit den Erzherzog Stephan, zum Landes-Chef von Böhmen eingesetzt. Die Menschenfreundlichkeit, Milde und Herzensgute dieses erhabenen Prinzen erfüllen Jeden, der das Glück hat, sich Höchstdemselben zu nähern, mit den innigsten Gefühlen der Freude, und Jeder ergreift mit Enthusiasmus eine sich darbietende Gelegenheit, solche an den Tag legen zu können. Die hiesige Bürgerschaft, in allen Korporationen vereinigt, brachte Höchstdemselben einen glanzenden Fackelzug. Der israelitische Handelsvorstand, vereinigt mit den Repräsentanten des Fabriksstandes, wollten auch ihre Gefühle der Freude an den Tag legen, sie glaubten, daß sie dem wohlwollenden Herzen des erlauchten Prinzen am Besten entsprechen, wenn sie den Armen dieser Stadt, ohne Unterschied des Glaubens einen frohen Tag bereiten; sie gaben daher am 25. b. M. in den Lokalitäten der israel. Hauptschule, welche mit Genehmigung des Hochwürdigen Schulenoberauffehers, Herrn Kanonikus Rauch dazu verwendet wurden, ein Festmal von 250 Gedecken. Es wurden 250 Arme, und zwar 50 aus jedem der 5 Stadttheile mit Eintrittskarten versehen, indem 200 dieser Karten dem Herrn Sub-Direktor des Armen-Institutes, Herrn Kanonikus Thomek, 50 aber, unserem würdigen ersten Gemeindevorsteher, Herrn M. I. Landau zur Vertheilung übergeben wurden» Die Lokalitäten, die mit den Bildnissen der erlauchten Regenten des Habsburg-Lothringischen Kaiserhauses geziert waren, enthielten in 3 Sälen 5 Tische, je mit 50 Gedecken, auf jedem Tische stand auf einer Tafel der Stadttheil angezeigt» Im ersten Saale war das Bildniß des allgeliebten Kaisers, im dritten das des erlauchten Landes-Chefs dekorirt. Herzerhebend war der Anblick, 250 arme und gebrechliche Menschen, einen Augenblick ihres Elends vergessen, froh und munter zu sehen» Auch hatte dieses Fest der Menschlichkeit viele Menschenfreunde, ohne Glaubensuntecschied, herbeigezogen, und die würdigen Vorsteher unserer städtischen Behörden, der K. K. Herr Hofrath und Stadthauptmann, Edler von Muth, der K. K. Herr Appellations- Rath und Bürgermeister I. Müller, so wie der obgenannte Herr Sub-Direktor, Seine Hochwürden Herr Kanonikus Thomek beehrten dieses Festmal mit ihrer Gegenwart. Nach geendigtem Male brachte der israel. Handlungsvorsteher und Schulinspektor, Herr Ernst Wehli, nachdem derselbe einige, aus dem Herzen kommende aber sein Artikel ward nicht ausgenommen!! ex un^ue leonent. — Ein anderer Korrespondent der Augsburger (A) ließ sich zu falschen Mittheilungen verleiten; die Deusche Allg. lieferte die Berichtigungen.