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Der Orient · 1844-01-30 · 5 (30.1.1844) · p. Spalte 77-78

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Journal
Der Orient
Volume
1844
Issue
5 (30.1.1844)
Date
1844-01-30
Page
Spalte 77-78 (sequence 7)
Language
German
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77 Literaturberichte. — Kritiken. B. Bauer und seine gehaltlose Kritik rc. von Dr. Salomon. ¥& gMrte und Schulmänner (in Kassel) umwandeln. Dem kräftigen Widerstande des Administrators gelang es indessen rine Übereinkunft dahin zu treffen, daß die Sinsen des Sams, j Gmnpel'schen Legats zur Sam. Freisch. verwendet, dafür ^gher b von dem Konsistorium empfohlene Zöglinge ^entgeldlich ausgenommen werden sollten, ohne daß dadurch jagend ein fremder Einfluß auf den Gang des Unterrichts! gestanden wurde 29). Die Schule ging ihre Bahn des Fortschrittes ruhig und besonnen weiter; die Spuren der toübcn Vergangenheit waren bald verwischt, aus einer rab- - bimschen Klause war eine deutsche Erziehungsanstalt ge- ' worden^).! (Fortsetzung folgt.) Literatur - Berichte. l' Prag, im Jam Eine erfreuliche Mittheilung habe ich diesmal den Freunden jüdischer Literatur zu machen. Die ^Herren Rabbinatskandidaten Steinschneider und A. Lery bereiten eine Ausgabe des sehr seltenen Werkes pQl n^p von R. Simon den Sem ach Dur an vor. Das Werk wird, außer der Verbesserung des sehr korrupten Lcxtes, mit einer deutschen Uebersetzung und Realerklärungen bmichert werden. Hr. Steinschneider, der bereits durch seine disherigen Arbeiten Proben seines Fleißes und Sammelsinns gegeben, hat die Bearbeitung derjenigen Partie des Werkes übernommen, welche gegen den Islam gerichtet ist, und ist von seiner tüchtigen Kenntniß des Arabischen und des MutzMmedanismus (Sekten und dergl.) überhaupt viel Schönes lind Lehrreiches zu hoffen. — Ueber die jüd. Real-Eneyklo- Me ist so eben ein ausführlicher Plan in einer eigenen Broschüre erschienen. Dieser gedruckte Plan enthält schon an sich Manches Werthvolle über Gliederung der jüd. Wissenschaft. Kurze Anzeigen. \ S) Bruno Bauer und seine gehaltlose Kritik über die Juden-? frage, von 0r. Go tth o ld Salomon. Motto: Die l Jugend ist aus umgekehrten Gründen, als das Alter, | kritiklustig; sie will eine Zukunft, das Alter will eine Vergangenheit schützen. (K. Rosenkranz). Hamburg, 1843. 8. Perthes, Besser und Mauke. I (Schluß.) f Die Frage, ob Spanien deshalb so gesunken, weil es die betriebsame, thätige und aufgeklärte jüdische Bevölkerung | 29) Diese Uebereinkunft ward bis zum I. 1813 vollzogen. I 30) Ueber die innere Einrichtung wird hier nur das zur j Schichte Roth wendige berichtet. Der Abschn. 4 wird das k im Zusammenhänge nachholen. zur Auswanderung verdammt hatte, oder durch das schlechte Princip seiner Regierung, das in Unfreiheit, Intoleranz und Verfolgungssucht bestand, ist gewiß nur ein leerer Wortstreit, wie Jeder mit Hrn. S. übereinstimmen wird; und nur Bauer, der die Begriffe verhegelt und auf Nadelspitzen balanciren läßt, konnte hier haarspalten. Aber wir hätten gewünscht, daß Hr. S. in diesem Punkte das treffliche neue Werk von Prescott benutzt, wo er Bauer schlagend hätte beweisen können, wie tief diese Auswanderung auf Spanien eingewirkt habe. Denselben Wunsch hätte ich bei seiner Widerlegung über die Juden in Polen zu machen, wo die wahrhafte, in der Geschichte tief wurzelnde Bedeutung der Juden in diesem Sarmatenlande nicht zur Anschauung der Leser gebracht wird. Die trefflichen Abhandlungen über die Juden in Polen und die Chronik derselben, wie sie in einer Reihe von Aufsätzen in der Revue Oriental abgedruckt sind, hätten Hrn. S. diesen Einblick verschafft. Schlagend und treffend ist S.'s Widerlegung dessen, was B. über die Juden in der bürgerlichen Gesellschaft sagt. B. nämlich behauptet, daß die Juden die unsichern Elemente in der bürgerlichen Gesellschaft, die sie freilich nicht hervorgerufen, so zu ihrem Vortheile ausbeuten, daß sie dann nur schlecht auf dieselbe einwirken. Hr. S. widerlegt das Letztere, welches freilich nur ein glühender Judenhaß eingegeben haben kann; aber noch notwendiger war es, den Vordersatz zu widerlegen, daß nämlich die Juden den unsichern Zustand nicht mitgeschaffen. Bauer denkt sich die Juden, wie der Geheime Obersinanzrath Wolfrat den Staat, als außerhalb stehend, was aber historisch und in der Wirklichkeit nicht der Fall ist. Zu dem Guten und Bösen in der bürgerlichen Gesellschaft, wenn dieser Dualismus nicht überhaupt nothwendig ist, haben die Juden eben so wie die Christen mitgewirkt; denn diese Einwirkungen geschehen nicht als Juden und Christen, sondern als Gliederungen der Bewohner eines Landes; ist in der Gesellschaft Noth und Armuth, Wucher und Staatspapierhandel, kurz das Böse, und wir sehen dabei Juden influiren, so muß man bedenken, daß wir sie ebenfalls in Handel und Industrie, in Fabrikwesen und Verkehr ebenfalls erblicken. Juden haben das Fabrikwesen Schlesiens theils geschaffen, rheils in die Höhe gebracht, und das Fabrikwejen und der Handel Böhmens ist fast nur von Juden ausgegangen. Es verlohnte sich der Mühe, über diesen Gegenstand Detailnachrichten zu sammeln, und wer hätte mehr Beruf, dazu als S., der auf diesen Gegenstand eingegangen? — WasB. unter der Ueberschrift: die Betriebsamkeit der Juden, gegen dieses Volk vorbringt, daß es nämlich nicht mitgeholfen, die Hierarchie stürzen, die christliche d. h. die Madonnenknnst schaffenic. hat Hr. S. ausführlich beantwortet und zugleich trefflich nachgewiesen, wo die Juden wohl zur Veredlung, zur Erweiterung der Kunst und Wissenschaften beigetragen haben. Es wäre aber auch noch nachzuweisen gewesen, daß 1) die Hierarchie nicht durch Schlachten vernichtet worden ist, sondern ihre Kraft wurde durch innere Fäulniß gebrochen; weder Luther noch der ganze Protestan-

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