Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 5 (1844)
- Issue
- Heft 5 (30.1.1844)
- Date
- 1844-01-30
- Page
- Seite 34 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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selbst im Koncepte f-ortwährend eingesendet werdenden Zeugnisse und Lobeserhebungen mit ihrer Unterschrift zu -versehen und sodann wieder nach Europa zurückzusenden — wofür sie denn auch ihrerseits als die alleinigen Administratoren und Verteiler (dto^DI -D'Tpo) der durch die Vermittlung des Hauses Rothschild in Paris und eines Agenten in Beyruth dorthin gelangenden Spenden von Hrn. Lehren installirt sind svergl. Orient No. 50). Daher sah ich im Herbst 1842, in der Ungewißheit f welches Rabbinat in Jerusalem als das echte, anerkannte und wirkliche angesehen sei, die Notwendigkeit ein, das mir zur Bestellung übergebene Erkundigungsschreiben an einen dritten, bei den obwaltenden Spaltungen völlig Unbehelligten, also an einen Christen, der aber doch in der jüdischen Gemeinde die zur richtigen Bestellung des Briefes erforderliche Lokal- und Personalkenntniß besäße, zur Uebergabe an die rechte Adresse zu überschicken; und da erschien mir denn Hr. Bischof Alexander die geeignetste Mittelsperson in ganz Jerusalem zu sein. Da nun aber dem Personale des portugies. Rabbinats von Seiten des Hrn. Lehren seine Eigenschaft nun einmal streitig gemacht wird („Amsterdamer Handelsblad" vom 25. Dez. und Orient No. 50), so wollen wir Hrn. Lehren's Recht zu einer solchen Nichtanerkennung hier unerörtert lassen und auch für.,diesmal die beiden Lhatsachen nicht geltend machen, daß a) unter dem von Hrn. Lehren selbst als v o m p o r t u g i e s. Bet-Din ausgefertigt producirten Kaufbriefe über das Lehren'sche Grundeigenthum in Jerusalem die Unterschrift des von Hrn. L. jetzt nicht mehr anerkannten oberwähnten Rabbiners Hrn. Jehuda Raphael Nabon sigurirt und daß Hr. L. b), der eine Abschrift dieses Kaufbriefes mit seinem Schreiben an Hrn I. M. Kulp d. d. 17. Elul 5602 (der Antwort auf die sieben Fragen) einsandte, in diesem nämlichen Schreiben sich selbst ausdrücklich auf die Bestätigung seines Kaufes von Seiten des Hrn. Nabon in den Worten beruft: S5H psnanimv N%v“l jqj wo rw -nnra wnn np dd mn in nj nSniD -ppsn bnj.n inm nVfeai wn Dmnm n"nt>sn paj ~nhddd n: "injnd jpth “nnoa mn w'hm" (Seite 4 des Briefes). Wie gesagt, da Hr. Lehren den unmittelbar nach dem am 23. Lebet 560! erfolgten Lode des selig. U. Jonas Moses Nabon, am 10. Schebat 5601 zu dessen Nachfolger gewählten Hrn. I. R. Nabon jetzt nicht mehr anzuerkennen beliebt, so wollen wir die Debatte hierüber einer andern Gelegenheit Vorbehalten und Hrn. v. W. ein minder streitgcs „Kriterium" an die Hand geben. Wir erlauben uns nämlich, Hrn. v. W., der — übrigens mit vollem Rechte an uns verschiedene Anträge stellt, ebenfalls einen Vorschlag, oder, wenn man so will, eine ZumuLhung zu machen. Hr. v. W. nämlich, welcher die Wichtigkeit des vorliegenden Gegenstandes gleich uns anerkannt hat, möge den Zusammentritt eines Prüfungskomite's*) für diese Angelegenheit in l Wien — einer Stadt, welche doch dem Hauptschauplatze der Begebenheiten viel näher liegt als Frankfurt— veranlassen; dieses Konnte möge dann, wie wir es von hier aus gethan, \ direkte Erkundigungen in Jerusalem einziehen; und deren Ergebnlß sogleich nach dessen Ankunft entweder selbst vollständig veröffentlichen, oder auch mir (im Original oder in beglaubigter Abschrift) zugehen lassen, und gehe ich für diesen Fall die Verbindlichkeit ein, den g e s a m m t e n Inhalt der an kommen den Mittheilungen, wofern solche noch vor dem Erscheinen meiner Geschichte der Lehren'schen Verwaltung an mich gelangen sollten, in diese vollständig aufzunehmen. Wenn Hr. v. W. es — in diesen Blättern oder brieflich — von mir verlangt, so werde ich die Broschüre, auch wenn deren Druck bis auf das zu s Erwartende schon vollendet fern wird, noch so lange zurücks halten, bis ich sie entweder mit den durch seine Bermittj lung zu erlangenden Berichten herausgeben kann, oder bis [ etwa Hr. v. W. selbst die Hoffnung aufgiebt, noch zeitig j genug Antwort zu erhalten, und es vorzieht, daß ich meine! Broschüre ohne diese Dokumente erscheinen lasse. Da näm-! lich, Dank sei es den ehrlichen Herren Chasidim, zwischen! Syrien und Europa — mindestens für israelitische Adj dressen — die Post nicht sicher ist, so können wir Hrn. v. W. I nicht eben unbedingt verbürgen, daß ein Erkundigungsfschreiben von ihm auch wirklich in die Hände der Adressaten st und deren Antwort wieder an ihn gelangen wird. Die be-; sondern Vor sicht smaaßr eg el n, deren ich mich bediente, um das hies. Schreiben vom 23. Okt. 1842 richtig an Orc und Stelle zu bringen, theile ich, um nicht auch dieses Verbindungsmittel zu gefährden und wenigstens Einen Weg nach Jerusalem offen und sicher zu erhalten, nur Ihnen, §m: Redakteur, hierbei vertraulich mit, indem ich Sie zugleich ersuche, §rn. v. W. davon, zum Behuf beliebigen guten Gebrauchs, jedoch Wenfalls unter dem Siegel der sehr nöthigen Verschwiegenheit, briefliche Mittheilnng machen und sodann im „Orient" bescheinigen zu wollen, daß dies : geschehen sei '*). Aber, werden Sie fragen: „DJ31 MTlpD 'O 7n"? — an w e n soll man sich wenden, an wen soll geschrieben! werden, da Hr. Lehren den Oberrabbiner Nabon, als durch ihn abgesetzt, nicht mehr anerkennt, der mittelst der Lehren'- schen Machinationen eingedrungene Hr. H.A. Gagin aber hinwiederum Seitens der Gemeinde nicht als ein legal eingesetzter Rabbiner betrachtet, vielmehr lediglich der Lmm^n *) Den Zusammentritt einer solchen Kommission zur Prüfung der Thatsachen habe ich schon unter'm 28. August 1842 bei dem Chef eines bekannten amsterdamer Banquierhauses beantragt. Mein Vorschlag scheiterte jedoch einestheils an dem holländischen 'Jndifferenrismus und anderntheils ohne '' Zweifel an der Scheu vor einem Hrn. Lehren etwa ungünsti-; gen Resultate der Untersuchung. *') Ist von der Redaktion geschehen. Red.