Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1844
- Issue
- 4 (23.1.1844)
- Date
- 1844-01-23
- Page
- Spalte 61-62 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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öl 62 Kritiken. B. -Sauer und seine gehaltlose Kritik rc. von Dr. Salomon. gefallen, uns mit den Ergebnissen seiner Forschung wieder zu ' freuen. Allen Lehrern aber, die mit uns ihren Schülern eine tüchtige Gewandtheit im Uebersetzen auf sicherem Wege beibringen wollen, empfehlen wir diese Pentateuch-Ausgabe recht sehr und dürfen sie, wie wir bereits erfahren haben, von der Benutzung derselben einen nicht geringen Erfolg er- M'ten. Schließlich sei auch noch des Verlegers rühmlichst gedacht, bei dem äußerst billigen Preise von 1£ Thlr. für das ganze Werk, um demselben den Eingang in die Schulen zu erleichtern, sich noch erboten hat, bei direkten Bestellungen Z eine Anzahl von Freiexemplaren für arme Schüler zu bej Bügen. , Meyer Wiener. i 15) Bruno Bauer und seine gehaltlose Kritik über die Juden- | frage, von Di. Gotthold Salomon. Motto: Die t Jugend ist aus umgekehrten Gründen, als das Alter, | kritiklustig; sie will eine Zukunft, das Alter will eine | Vergangenheit schützen. (K. Rosenkranz). Hamburg, t 1843. 8. Perthes, Besser und Mauke. § | Wäre nicht Dr. S., dem deutschen Publikum schon aus | fC(nen zwei Gegenschriften gegen Anton Theodor Hartmann*) | als der gründlichste, durch Witz und populäre Darstellung'geß mndteste Verfechter der Juden und des Judenthums bekannt, | so würde es ihn aus dieser vorliegenden Schrift, worin er als | Impfer für das Judenthum gegen Bauer's dialektische Ant Me auftrilt, als einen solchen begrüßen. Denn Keiner in ff der großen Schaar der Judenvertheidiger, so tief wissenschafttlicl), so gelehrt und geistreich auch ihre Arbeiten sonst sind, |; besitzt in so hohem Grade jene glänzende Gabe der^ klaren, k Wehen Darstellung, jenen populären durch Wih gewürzten | Styl, jene Vorherrschaft des gesunden Menschenverstandes, der | im zu oft den überreizten, extatischen, in gelehrte Formeln f sich hüllenden Phrasenwust der gelehrten rlnvernunft zu jjf Schanden macht, als Dr. S. unter den gebildeten gelehrten | Suben, und die ungetheilte Anerkennung, welche die apologe- I\ tischenßSchriften dieses auch als Kanzelredner gefeierten Manl nes zu jeder Zeit im Publikum gesunden, hat den. Kritiker, | welcher der Volksstimme nur beizustimmen vermochte, schon I ^ram gewöhnt, seine Leistungen auf diesem Gebiete nur anjf ruzeigen, und dem Publikum zu empfehlen. Auch hier soll | diese treffliche Schrift nur angezeigt und nicht recensirt wer- | den; denn wenn Ref. auch hie und da an manchen Punkten jf die Sprache gemäßigter, und überhaupt eine größere Achtung jj vor dem Gegner gewünscht, so find es doch nur einzelne | Punkte, die kaum in Betracht'kommen können, da der Total- | eindruck der Schrift nichts zu wünschen übrig läßt. Hr. S. dar vollkommen Recht, wenn er sagt, daß gerade der großen | Stoffe der Nichtgelehrten die Unhaltbarkeit der Bauer'schen ') Briefe an Hrn. Anton Theodor Hartmann rc. Allona, 1835. 8. Anton Theodor Hartmann's neueste Schrift: f Zündsätze des orthodoxen Judenthums rc. in ihrem wahren | dichte dargestellt von Dr. G. Salomon. Mona, 1835. 8. 1 Kritik deutlich und klar erwiesen werden muß, da gerade diese sich leicht durch dessen kecke Morte und klingende Phrasin Hinreißen lassen könnte, dessen Behauptungen wie einer Autorität Glauben zu schenken. Auch ist es ganz richtig, daß die Widerlegung des Dr. Hirsch zu gelehrt d. h. unpopulär ausgefallen; und die Sache der Juden ist, wie Bauer selbst sagt, populär geworden, „weil das Volk ahnt, in welchem Zusammenhänge die Emancipation der Juden mir der Entwickelung unserer gesummten Zustände steht." Diese Popularität kann sich aber nur auf die Sprache und die äußere Darstellung erstrecken, wie ich auch Hrn. S. verstehe; die Wissenschaftlichkeit und Gründlichkeit darf natürlich auch in einer solchen Widerlegung nicht fehlen, weil sie sonst ihr Wesen aufgiebt. Was die Anordnung der Widerlegung anlangt, so ist Hr. S. mit Recht der des Bruno Bauer gefolgt,-um in dieser Weise dem Kritiker auf jeden Schritt folgen zu können. In dem Eingänge behauptet Hr. S., 1) daß B. keinen neuen Gedanken in der Judenfrage zu Tage gefördert und daß 2) kein christlicher Schriftsteller über das beregte Thema Neues hervorbringen kann. Dohm, Greg oire, Mirabeau, Krug schrieben nicht als Christen, sondern als Diener der Menschheit; aber diesen Dienst, odervielmehr diese Freiheit, ist dem Christen vielleicht schwerer zu erringen, als dem Juden. Auch Bruno Bauer scheint diese Frage nur als Christ, d. h. besangen und parteiisch aufgefaßt jzu haben; denn so niedrig er auch im Ganzen das Christenthum stellt, so stellt er es doch noch hoch genug, um ihn für die menschheitliche Freiheit untauglich zu sein. Diese Hauptgedanken haben Hr. S. bei seiner Entgegnung geleitet. Das 1. Kap.über die richtige Stellung der Frage, widerlegt B. Bauer's kranke Begriffsverwirrung, über die Schuld der Juden, indem nach Bauer's sonderbarer Bestimmung derjenige, der für eine gute Sache leidet, wenn diese gute Sache das Böse als Gegensatz hervorgelockt, wirklich schuldig genannt werden kann. Die Zurückführung der Begriffe „Schuld" und „Unschuld" auf ihre wirkliche Bedeutung hat Hr. S. mit treffendem Witze begleitet. Der Gegensatz der reinen Passivität der Dulder und des gerühmten wohlthätigen Einflusses der Juden, den Bauer hervorhebt, sucht Hr. S. zwar jedenfalls zu entkräften; aber wir hätten hier ein strengeres Eingehen in diese Sache gewünscht. Denn die reine Passivität der Juden, obgleich sie durch 18 Jahrhunderte größtentheils als Dulder erscheinen, ist ein Unsinn; denn auch der Dulder ist nicht passiv und ohne Wirksamkeit, wenn er auch der Gewalt weichen muß. Sokrates, Christus, Calvin, Huß waren Dulder, aber gewiß nicht passiv im Bauer'schen Sinne, ohne Einfluß auf die Menschheit; die Juden wurden Jahrhunderte lang gekreuzigt, aber nicht minder als Christus reich an Einfluß auf die Menschheit. Juden waren es, die Jahrhunderte vor Christus in Alexandrien den Neuplatonismus und die Gnosis geschaffen, und so den Evangelisten, Aposteln und Kirchenvätern erst die Themata gegeben; Juden waren es, die durch das Vorbild ihrer kanonischen und unkanonischen Schriften, durch ihre jüdisch-orientalische Mystik das Neue