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Der Orient · 1844-01-23 · Heft 4 (23.1.1844) · p. Seite 30

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Journal
Der Orient
Volume
5 (1844)
Issue
Heft 4 (23.1.1844)
Date
1844-01-23
Page
Seite 30 (sequence 11)
Language
German
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30 der oMljirte Spitalbeitrag nicht wäre, vermögen wir nicht einzusehen. Denn der Ausspruch Ihres Berichterstatters, daß der wahrhaft milde Sinn nur in der Freiheit wohne, klingt zwar recht gut, scheint uns aber nichts mehr zu enthalten, als das Argument jenes Knaben, der seinen Kameraden von seinem Kuchen nichts mittheilt, wenn er nicht darum bittet, weil er nicht weiß, ob jener welchen haben will, wenn ec aber darum bittet, es abschlägt, weil jener nicht gewartet, bis er selbst ihm davon anbieten werde. — Daß bei dem Spitatbeitrage von einer Abrechnung nicht die Rede sei, sagt er ferner, kann der Leser sich leicht denken. In der That, wenn er jenem Berichte glauben wollte, so könnte er wirklich auf jenen Gedanken gerathen, nachdem aber was. ec bereits von der Wahrheitsliebe jenes Korrespondenten erfahren , kann er schon errathen, daß es sich hiermit eben so verhalte, wie mit dem Simpel, und daß jener die Abrechnung ignorire, um seine Anklage plausibler zu machen. Denn daß er wirklich nichts davon wissen sollte, können wir von ihm nicht glauben, der auch selbst mit Lemberger Zuständen so vertrauet ist, und uns beim dritten Worte zu unserer Beschämung vorhält/wie doch dort Alles so trefflich bestellt sei. Weil aber diese Dinge, obgleich von keinem allgemeinen Interesse, schon einmal in Ihrem Blatte zur Sprache gebracht worden, so halten wir es für unsrer Pflicht, Ihre Leser über den wahren Sachverhalt aufzuklären und wollen zu diesem Behufe die Ergebnisse der letzten Jahresrechnung, die am 9. Februar 1843 öffentlich abgelegt wurde, in gedrängten Auszügen mittheilen: Zahl der Kranken in der Anstalt vom Jahre 1841 zurückgeblieben ..... 56 neu ausgenommen . > . . . 648 . 1004 davon wurden geheilt entlassen . 874 gestorben sind . . . 75 in der Behandlung verblieben 55 1004 Zahl der Verpflegungstage *) 20,664. Einnahme. Kassenrest vom Jahre 1841 . ♦ 525 fl.46zX. Ectragniß der der Anstalt gehörigen Realitäten, nach Abzug von Reparatur, Steuern und Assekuranz") ♦ 2384 44z 1) Man kann demnach rechnen, daß gewöhnlich 57 Kranke in der Anstalt sind. Ihre Anzahl steigt aber hin und wieder auf 80 bin 00, wahrend früher, bevor das neue Stockwerk angebaur wurde, kaum für 30 Raum war, woraus Ihr Korrespondent ersitzen kann, daß man mit der Vergrößerung des Spitals nicht erst auf seinen Rath gewartet. — 2) Besondere Erwähnung verdient hier die neuerbaute Fleischdank. Der Rest wurde durch cm Anlehen auf Aktien gedeckt, das durch die Erträgnisse des Gebäudes (jetzt 800 fl., Zinsen von Staatspapieren und Obli- Mionen^) .... 2563 21 Milde Gaben . . . 318 57z Spitalbeitrag * * 3 4) . . . . 946 28 Einkasstrle Rückstände von 1841 164 35 6903 st :.52$. Ausgaben. Verpflegung der Kranken 1718 ff. 55p. Arzneien, Blutegel und decgl.5) . 947 56 Gehalt an Spitalarzt . 400 fl. 1 Wundarzt . . 200 2 dergl. . . . 150 Krankenwärter, Köchin, Hausknecht, Wäscherin, Schreiber und Kanzleidiener . 825 1575 — Beheitzung und Beleuchtung 673 10z Neu angeschaffte Wäsche . * 75 — Stempel, Taxen und Schreibrequisitm 46 — Reparatur am Spitalgebäude u. Utensilien 508 32z Arzeneien von 1841 Rückstand 485 16 Schulden ä conto bezahlt6 7) . 1027 50 Saldo auf 1843 . 43 7 7105 m Agio Abzug 7) 201- 55 6903 fl. 52z X. Ein Legat von 3000 fl., welches die Anstalt in diefür das folgende Jahr auf 1300 fl. veranlchlagt) bis auf 2386 fl. bereitsabgetragen wurde, so daß fas ganz ohne Kosten, dem Spitale ein Einkommen gewonnen wurde, das einen Kapitalwerth von 26,000 fl. reprasentirt. 3) Unter dieser'Rubrik sind auch die Sinsen vomNathansehn'schen Legat, wovon aber den Bestimmuncen des Testators gemäß, 500 fl. jährlich der Talmud-Tora zukommen, und deshalb von der Totalsumme 3063 fl. 21 Xr. in Abzug gebracht worden sind. Die Obligationen sind beim Kreisamte deponirc, und Ihr Korrcspnadent kann darüber ganz ruhig sein; sie sind gut aufgehoben. Was er übrigens unter dem etwas undeutlichen Ausdrucke „eine Bestimmung treffen" verstehet, können wir nicht errathen, glauben aber, die einzige Bestimmung dieses Geldes sei, daß es nutzbringend angelegt, und die Sinsen zum Vesten der Anstalt verwendet werde; daß es auf dieser Weise am besten und sichersten gcschiehet, bedarf keiner weitern Auseinandersetzung. — 4) Dieser beträgt jetzt im Ganzen 1000, früher 5000 fl., während das Spital kaum halb so groß war, welche Aenderung gewiß das beste Seugniß für die Trefflichkeit derVerwaltüng ist. 5) Eigentlich 1056 fl. 27 Xr. Das Spital verkaufte aber von den in seiner kleinen Hausapotheke bereiteten Arzneien an arme Kranke außerhalb desselben, weshalb der Erlös hiervon von obiger Summe abgezogen worden. — 6) Damit war eine vortheilhafte Conversion von 5-g auf 4overbunden. — 7) Die Ausgaben werden nämlich in russischem Gelde gemacht, in der Rechnung wurde der Rubel a 1 fl. 36 Är. angenommen, während der Cours häufig niedriger stand. —

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