Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 5 (1844)
- Issue
- Heft 4 (23.1.1844)
- Date
- 1844-01-23
- Page
- Seite 29 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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ber einer hebräischen Buchdruckerei, welche am Ende des siebzehnten Jahrhunderts unter der Protektion des polnischen Königs Zoh. So bi es ki (Johann III.) von Amsterdam nach Lemberg und spater nach Aolkiew übersiedelt wurde. Die hernach entstandenen Typographien in Aolkiew der Hrn. Ru bin st ein, Vater und Sohn, sind als Filiale der erwähnten Buchdruckers! zu betrachten. Die vom Zolkiewer Kreisrabbiner H. H. Chajes in diesen Blätten aufgezählten bedeutenden hebräischen Nationalwerke, die dort erschienen, sind größtentheils aus der Letteris'schen Ofsicin hervorgegangen. Gerson Letteris war ein angesehener talmudischer Gelehrter, der sich auch mit der jüdischen wissenschaftlichen Literatur befaßte; vorzüglich war er ein eifriger Anhänger der philosophischen Schule und Maimonides (More Nebuchim), Jehuda Ha-Levi (Kusaci), Jbn-Esra (Komm, über den Pentateuch), und Nachmanides waren seine Handbücher bis an seines Lebens Ende. — Ec hinterließ einen hebräischen Kommentar des Pentateuch über den Komm, von Jbn-Esra, der, — nach dem letzten Willen des Verewigten —- seinem Sohne, dem bekannten Literaten M. Letteris in Prag, zur Herausgabe übermittelt worden ist. Auch ist von ihm früher im Druck erschienen ein gedrängter, leichtfaßlicher hebe. Kommentar zu den Selichot, unter dem Titel: j^DDD flrpö (Aolkiew, bei G. Letteris 1819), welcher Kommentar mehre rechtmaßge Editionen wie auch einige Nachdrücke erlebte. G. Letteris war, durch eine längere Reih« von Jahren, Vorsteher der Israel. Gemeinde der Kreisstadt Aolkiew, und er stiftete viel Gutes durch sein edles Herz, von einem klaren Verstände geleitet. Er irug auch durch eine sorgfältige Erziehung viel zum literarischen Ruf seines einzigen Sohnes, M. Letteris bei, den er auch mit der Herausgabe des nm "W (ein Produkt des siebzehnjährigen Sohnes), in die Oeffentlichkeit zuerst einführte» Der würdige Kreisrabbiner H. Chases, wendete auf den Verblichenen die sinnigen Worte der alten Weisen an: „(*^2.3 pN mra dn jn nnnrntcr, D'pnab". E—. Bl'vdy, 1. Jan. (Widerlegung der Mittheilung in Nr. 48 des Or. v. I.) Die Widerlegung hatte im Original eine größere Ausdehnung, aber die Redaktion hat mit Bewilligungdesien, der sie ihm übergeben, alles Ueberflüßigeweggclassen. Dabei muß ich noch für die Leser bemerken, daß die Anklagen gegen Mißbräuche bei der Simpelsteuer und in der Spitalvecwaltung gerichtet waren, worauf diese Widerlegung sich bezieht. Eine Zurechtweisung dieser Widerlegung erwartet die Redaktion nächstens von ihrem achtbaren Korrespondenten. Red. -ir * * — „Was die Simpelsteuer anlangt, so verhält es sich damit folgender Maaßen. Der Vorstand legt jährlich das •) Monument. Ausgabenbudget dem Kreisamte vor, und wenn dieses die Summe verwiegt, so wird dieselbe von fünf aus der Gemeinde gewählten und von der Regierung angestellten und beeideten Repartenten, auf die einzelnen Eemeindeglieder umgelegt. Nach Ablauf des Jahres, wird dann wieder über die Verwendung Rechenschaft gegeben. Daß bei dieser Einrichtung Unterschlerfe unmöglich sind, auch wenn die Persönlichkeit des Vorstandes durchaus keine Garantien darbieten würde, ist einleuchtend, und wenn Ihr Berichterstatter davon nichts weiß oder nichts wissen will, so ist dies weder die Schuld unseres Vorstandes, noch die des hiesigen Publikums. — Was wir aber an ihm (dem Korrespondenten) lobenswerth finden, das ist seine Konsequenz; denn wenn er gleich anfangs erklärt, daß die Männer, die an der Spitze unserer Gemeinde stehen, zu den achtbarsten Gliedern derselben gehören, so hindert ihn das doch nicht, dann wieder von einem schmutzigen Bestechungssystem zu reden, von Händen, die nicht von Billigkeit und Gewissenhaftigkeit geleitet werden, und von der ominösen Sieben, die nichts zu den Gemeindelasten beitragt. Noch lächerlicher aber ist, was er gegen den Spitalbeitrag vorbringt; er will von dieser Steuer nichts wissen, sondern sie durch freiwillige Beiträge ersetzt sehen. — Wir erinnern uns eines Bekannten, der die Konskription sehr fürchtete, und immer zu beweisen suchte, daß es doch besser wäre, wenn eine solche gar nicht bestände und die Armeen aus lauter Freiwilligen zusammengesetzt waren, und ich, pflegte ec ganz naiv hinzuzusetzen, wäre dann der Erste, der nicht freiwillig dienen möchte. Ihr Korrespondent hofft bei dem Fceiwilligkeitssystem vielleicht ein paar Gulden zu ersparen, sonst wüßten wir nicht, wie er es den Spitalvätem vorwerfen könnte, daß milde Gaben zur Bestreitung der Kosten des Spitals wohl ausreichen. Die Spitalvater weisen freiwillige Beiträge nie zurück, und wenn Ihr Korrespondent Lust hat, kann er sich von ihrer Bereitwilligkeit in dieser Beziehung leicht durch einen Versuch überzeugen. Daß es übrigens an freiwilligen Beiträgen auch nicht fehlt, und zwar auch von jenen Männern nicht, die ec besonders würdig gehalten, sie zum Gegenstände seiner Anklage zu machen, ist jedem Brodyer bekannt. So hat z. B. Hr. Mayer Kallic dem Spital schon manches beträchtliche Geschenk an Weißzeug und andern Einrichtungsstücken gemacht; auch vergißt derselbe, wenn er die Leipziger Messe beziehet, selten für das Spital irgend ein neues chirurgisches Instrument, oder irgend ein sonstiges Utensil als Geschenk mitzubringen. Ueberhaupt erfreuet sich das Spital, wegen seiner vortrefflichen Verwaltung, vor allen andern hier bestehenden nicht minder nützlichen Instituten vorzugsweise der Gunst des hiesigen Publikums und wird deshalb auch von seiner Mildthatigkeit am reichlichsten bedacht, und daß diese Gaben noch reichlicher ausfallen würden, wenn