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Der Orient · 1844-01-23 · Heft 4 (23.1.1844) · p. Seite 26

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Journal
Der Orient
Volume
5 (1844)
Issue
Heft 4 (23.1.1844)
Date
1844-01-23
Page
Seite 26 (sequence 3)
Language
German
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von Amsterdam aus über ganz Europa her gestreut und geschüttet werden, dieses Aufsehen, das der „Nasi" allenthalben zu erregen so eifrig bestrebt ist, dies alles hat bisher die Aufmerksamkeit, der Polizei nicht auf sich gezogen — und, was mehr ist, man befürchtete nicht einmal, daß dies geschehen würde, da man doch unermüdlich in »die Trompete der lieben Frau Fama stieß wie, und gerade diese einzige Abrechnung, die allein sollte die große, die dringende Gefahr über Juda und Israel bringen? Diese hebräische Broschüre, als Manuskript gedruckt, als Zirkular vertheilt und nicht einmal in den Buchhandel kommend, diese Broschüre, mit trockenen Ziffern angefüllt, sie sollte m ehr Aufhebens machen ols der ganze Zeitungsskandal? Eine R echnungsab - läge sollte es gerade auf sich haben, daß -sie die europäischen Mächte gegen die Almosengeber in Harnisch jagte, nachdem alle jene donnernden, verwünschenden und schimpfenden Schriften und Aufforderungen Seitens der „Pekidim und Amarkalim" die Ruhe der Erdengötcer keinen Augenblick zu erschüttern vermochte? Wie, und dies gerade ausschließlich, wenn diese Abrechnung von Hrn. Lehren ausginge, der doch mittelst derselben einen guten Theil der eingebüßten Glorie wiedererlangen müßte, während auf einen analogen Schritt eines furchtlosen Britten Alles in der Welt still und ruhig blieb und der Courä der Metalliques sich auf 113 £ erhielt!! Ei, ei, Hr. Lehren ist's möglich? wie stimmt das wohl mit der frommen Zuversicht: „ppn pw* nttü — Wer den Muth hatte, in Jerusalem Verfügungen im Namen der europäischen S o u v e r a i n e zu erlassen (s. Orient No. 50), der, meinen wir, dürfte und sollte ihn doch wohl auch haben, in Europa die immer und ewig geforderte — Rechnung abzulegen! Ich gehe nunmehr zur Erklärung auf die an Hrn Kirchheim und mich gestellten fünf Aufforderungen 'über und erwidre Ad. I. Sowohl die zehn am 15. Sept. bei mir angekommenen, als auch die früher schon in unfern Händen gewesenen Aktenstücke würden schon lange vor der Aufforderung in öffentlichen Blättern abgedruckt worden sein, wenn deren Inhalt nicht von so bedeutenden Umfange wäre, daß sie, besonders auch weil sie hebräisch abgefaßt sind, nicht wohl in ihrer ganzen Ansdehnung in den Spalten irgend eines mir bekannten Blattes Raum finden dürfen, und da, wie Hr. v. W. ebenfalls bemerkt, bloßen Auszügen daraus — etwa wie sie bereits gegeben worden — die beweiskräftige Eigenschaft abgeht und überdies bereits vor dem 15. September an die fünfzig zur Sache gehörende Piecen in meinen Händen waren, und da das wahrheitsuchende Publikum doch etwas möglichst Vollständiges erhalten soll, so werden alle diese Dokumente in meine bereits in diesen Blättern angekündigte, diesem Gegenstände gewidmete Broschüre, welche Ad. ]I. in diesem Augenblicke dem Drucke zureift, ausgenommen werden. Ad. 111. Hier beklagt Hr. v. W. mit allem Recht das Labyrinth, in das sich der Wahrheitsfreund durch die von den beiden Seiten ganz verschiedenartig angegebenen Namen der Rabbiner und Vorsteher rl» versetzt sieht, und ich will, aUi ein Eingeweihter — wiewohl nicht vollständig Beglaubter — es versuchen, Hrn. rü W. und dem Publikum (inen Faden an die Hand zu geben, der vielleicht aus diesem wunderlichen Jrrsaale führen dürfte. Dazu aber bin ich genöthigt, etwas weiter auszuholen. Hr. v. W. möge nämlich wissen, daß Jemand ein sehr ehrwürdiger, gelehrter, äußerst frommer und noch dazu auf gesetzlichem und herkömmlichem Wege gewählter Rabbiner, etwa in Zwolle, London, Fürth, Frankfurt oder Jerusalem sein kann, ohne sich deshalb des Glückes erfreuen zu können, von Hrn. Lehren in seinem Amte anerkannt zu werden. Kommt nun, wie nicht selten, ein solcher Fall irgendwo in unserm Europa vor, dann lauft die Sache ebenfalls auf .Irgend ein ergötzliches Ridicule, und höchstens auf einen Proceß hinaus, den der Herr Nasi vom gelobten Lande durch irgend eine Machinarion dem Geistlichen auf den Hals hetzt. Weit ernster, oder richtiger, weit trauriger .gestaltet sich eine solche Intervention in Palästina, wo Hr. Lehren Nasi ist, d. h., wo ihn europäische Gutmütigkeit und Leichgläubigkeit in den Stand gesetzt haben, sein „tel est not 1-6 plaisir!“ geltend zu machen, wo er mit den Pascha's und allen den käuflichen Beamten mittelst seiner Agenten in ordentlichem Verkehr steht und sich seines klingenden Einflusses, der ihm so reichlich von den europäischen Gemeinden zuströmt, bedienen kann, um direkt und auf die gewaltsamste Weise auf die innern Gemeindeangelegenheiten, allenfalls im Namen europäischer Potentaten, einzuwirken. Facta loquuntur, und dem sich hierüber ausführlicher verbreitenden Berichte des Hrn. Kirchheim in No. 50 d. Bl. ist hier nur noch beizufügen, daß, nach dem Referate des portug. Rabbinats (ich spreche natürlich von dem Seitens der Gemeinde erwählten), die Verhaftung des greisen Oberrabbiners Hrn. Juda Raphael Nabon fvormals zweiten, nicht dritten Rabbiners, wie in No. 50, neben vielen andern, sinnentstellenden Druckfehlern zu berichtigen ift], dessen Abführung nach Konstantinopel durch den Inbas eher und die dergestalt von ihm, unter dessen Protestation, erpreßte Unterschrift unter einer sogen. „Abdikationsakte" nicht weniger als 60,000 türk. Piaster, d. h. 4,114 Thlr. preuß. Cour., d. h. 7,200 Gulden, d. h. 15,320 Franken gekostet hat. (Hält es Hr. v. W. noch immer nicht für nöthig, daß Hr. Lehren über die Verwendung der Spenden ordentliche, specisicirte Rechnung stelle?) (Fortsetzung folgt.) Deutschland. Posen, 14. Jan. Das Tagesgespräch in unserer Gemeinde ist jetzt derjenige Punkt des Landtagsabfchiedes unserer Provinz, der die Israeliten speciell angeht, ob

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