Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 5 (1844)
- Issue
- Heft 4 (23.1.1844)
- Date
- 1844-01-23
- Page
- Seite 25 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2360092-2360310-2360315--4321-3530021- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Berichte, Studien und Kritiken für Mische Geschichte und Literatur. Man abonnirt bei allen löbl. Postämtern und Herausgegeben allen solid. Buchhandlungen aus ein Jahr» von Vr. Julius Fürst» Von dieser Zeitschrift erscheinen wöchentlich das Literaturblatt mitgerechnet, zwei Bogen, und zwar an jedem Dienstag regelmäßig. Jtyo 4® Leipzig, den 23. Januar 1844® Inhalt. Palästina. Frankfurt a. M. Antwort des Hrn. Löwen stein, die Palästina-Spenden betreffend. (Forts.) — Deutschland. Posen. Antwort des preuß. Königs auf dem Antrag der Stande. Der polnische Adel und die Juden. Hamburg. Wochenbericht. — Oesterreich. Prag. Die Judensteuer und die Steuerdirektion. Direktorenwechsel. Zolkiew. Nekrolog des Hrn. G. Letterks. Brody. Erwiederung in Betreff der Simpel-Steuer und des Hospitals. — Geschichte der Judenemancipation im Großherzogthume Baden. — LB. des Or. Palästina. Frankfurt a.M», 22.Dee. 1843. (Fortsetzung.)! Wenn ich nun aber auch, im Gegensätze meines Freundes Kirchheim, der hierin den Frankfurter Kaufmann nicht verleugnet, meinerseits auf Ziffer nicht eben den Hauptwerth lege, so bin ich darum doch keinesweges der Meinung, daß Hrn. Lehren, zumal unter den obwaltenden Verhältnissen, die Rechnungsablage erlassen werden kann. Und von dieser meiner Meinung vermochte mich keinesweges der mir sehr wohl bewußte Umstand abzubringen, daß die Spenden von Seiten mehrer Regierungen untersagt sind. Ich habe nämlich die Ueberzeugung, daß Hr. Lehren — der doch ungeachtet des Verbots überall regelmäßig die Gelder eintreibr — ebenso gut, ohne Verrath fürchten zu müssen, die Rechnung ablegen könnte — wenn ihn nicht andre Gründe davon abhielten. Wir haben nicht vernommen, daß die von Sir Montefiore *) im „Orient" und in der „A, Z. .d. I." abgelegte Rechnung irgendwo ein polizeiliches Einschreiten zur Folge gehabt hätte. Will Hr. L. noch vorsichtiger sein (als Ehig ist), so möge er die Rechnung -- in hebräischer Sprache — in einer besondern Broschüre abdrucken lassen und *) Als der Abdruck dieser Rechnungsablage, welche im „Orient" (No. 17 — 20) bereits vollständig erschienen ist, in der „A. Z. d. I." vor einiger Zeit unterbrochen worden war, drang Hr. Lehren in einem Schreiben an Hrn. B. M. Adler darauf, daß man die Redaktion doch zur Fortsetzung auffordern möchte. So gut weiß Hr» Lehren, daß andre Verwalter von Armengeldern allerdings rechnungspslichtig sind! — diese alsdann ausschließlich an die Kontribuenten und an die Rabbinen und Gemeindevorsteher der vier heil. Städte als Zirkular, jedes Exemplar mit dem Namen seines Empfängers gezeichnet, umhersenden, und sicherlich, es wird sich, wenn Alles so gut und vortrefflich befunden wird, wie Hr. Lehren und Kons, behaupten, und wenn dabei die Vergleichung des Abdrucks mit den Originalbüchern Jedem sreigestellt bleibt, nicht allem unter den Adressaten keinen Angeber, sondern auch wohl schwerlich eme Regierung finden, die unter solchen Umständen einer ähnlichen Denuntiation Folge geben und nicht vielmehr den Denunzianten mit Verachtung abweisen wird. Hat doch Hr. v. Woselbst, er, ein Oesterreicher, der es doch gewiß mit den Armen Palästinas sehr gut meint, den Muth, mit ausdrücklicher Erwähnung des Verbots, im „Orient" zu besprechen, wie diesem Verbote zuwidergehandelt wird! Und nahmen doch fünf Mitglieder des hies. Komite's keinen Anstand, auf dringendes Verlangen des Hrn. Lehren, eine den Gegenstand sehr weitläufig besprechende, von ihnen Unterzeichnete „Erklärung" nicht bloß in die jüdischen sondern auch in die hiesigen politischen Blätter einrücken zu lassen, nachdem wir ihnen vorher alle mögliche Vorstellungen gemacht, doch ja die Sache nur en fanrille, d. h. ausschließlich in den jüdischen Blättern zu verhandeln und nicht, wie freilich nunmehr einmal geschehen ist, an die große Glocke zu hängen! Ei, wo blieb denn da, als man für Hrn. Lehren's Zwecke zu arbeiten vermeinte, jene Diskretion, jene kluge, politische Rücksicht auf das Regierungsverbot? Wie, alle diese hundert Zeitungsartikel, dieser ganze Hagel von Flugschriften, Aufforderungen und Rundschreiben in allen Sprachen, wie sie 4