Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1844
- Issue
- 3 (16.1.1844)
- Date
- 1844-01-16
- Page
- Spalte 45-46 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Antiken. Der Pentateuch rc. von H. Arnheim. Beurth. von M. Wiener. 46 I! | 45!?i | gen zu begleiten; es hat sich derselbe in der gelehrten Welt p durch seine vortrefflichen Uebertragungen aus dem Hebräischen l'. Deutsche, wie durch seine Meisterschaft im Auslegen [ und Erklären schwieriger Stellen einen bedeutenden Namen h erworben, als daß seine Arbeiten dieser Art auf's Neue em- | pfohlen zu werden bedürften; wir begnügen uns vielmehr, Iauf die genannte Pentateuch - Ausgabe aufmerksam zu machen - und auf die reiche Ernte hinweisend, auf die der Erklärer . des Pentateuchs immer noch hoffen kann, wenn er nur die rechte Sichel mitbringt, zu ähnlichen Forschungen anzuregen und zu ermuntern. Ueberzeugt, daß wir im Interesse der geehrten Leser des Orients" handeln, wenn wir ihnen hier manche aus den meist sehr gelungenen Erläuterungen und Bemerkungen mittheilcn, beschränken wir uns, ohne eine strenge Wahl zu treffen, auf einige Proben, die hinreichen - mögen, das exegetische Verfahren unseres Autors darzuthun und den Geist zu bekunden, der durch das ganze Werk athmet. In der Genesis dürfen wir um so kürzer sein, als wir f| auf die in der Anmerkung bereits erwähnte Beurtheilung des I Herrn Redakteur verweisen, und erlauben wir uns nur noch hier und da Manches hinzuzufügen. Sehr sinnreich ist die Auffassung des ältesten poetischen Fragments, das sich im Pentateuch Gen. 4, 23 und 24 findet, nach welcher „sich das bereits erwachte Selbstbewußtsein schon mit einem starken , Anfluge von Uebermuth äußert". Lemech ist nämlich über - die Erfindung seines Sohnes höchst erfreut, die ihn in Stand y setzt, jedes ihm zugefügte Unrecht selbst mit den Waffen zu rächen, so daß er nicht mehr des göttlichen Schutzes bedurfte, l; wie Kajin, der sich deshalb auch mit siebenfacher Rache bejp Mlgen mußte. Diese Erklärung ist aber um so gelungener p s" nennen, als sie den Zusammenhang der gedachten Stelle T mit dem Vorhergehenden nachweist und nun jenes älteste Lied f hier nicht mehr, nur durch Erwähnung des Schwerdtes und b dessen Erfindung veranlaßt, blos e in g e fl o ch t e n erscheint.!. - Gen. 6, 3 ist nach Fürst (Lchrgeb. der aram. Idiome S. 179) von y# mit der Endung □" als Sub- | stmltiv wie LNO genommen, und nach Vergleichung mit l. iT# Spr. 5, 19, 20 durch Lusttaumel wiedergegeben. — J Echr glücklich wird Gen. 9, 5 (vgl. Gen. l3, L) der Blutsfreund übersetzt. „Wenn der Fremde den Fremden f krichlagt, dann übt der Stammgenoffe die Blutrache, Num. § 2b, 19; wenn aber ein Blucsfreund den andern lödtet und i, die andern Verwandten vielleicht aus Liebe des Mörders schol ncn/ dann will ich die Rache übernehmen". — Eine schätzi Bemerkung giebt un,er Autor zu Gen. 24, 63. Schon l ®ctcntuö (Wörterbuch s. v. ^t*j) macht darauf aufmerksam, [■ daß der Semit die Verba des Blühens und Sproffens auch auf andere Proteste des organischen Lebens übercrägt. „Aber auch das Geistesleben, sagt Herr A., als der höchste Organismus, entlehnt für den Ausdruck seiner Proteste, Bezeichnun- | 9«i aus jenem. Empfindung, Gefühle, Entschlüsse, Gedan- | ken sind Pflanzen, die aus dem Herzen sprossen. Das Wort k bin TO, ein Sproß der Lippen; fVZ' Gras, Gedanke, Empfindung und Aeußerung der letzteren, daher auch Klage; F]>j;p Ast, Gedanke; (die weibliche Form von Rath, Entschluß; Spruch, ‘TftK Wipfel." Das Weitere sehe man im Buche selbst. — Die schon in der Zunz'schen Bibel gegebene, glückliche Uebertragung von Gen. 33,!3 „und die Schafe und Rinder säugen Junge," wird hier dadurch erläutert, daß — genommen wird als syrische Pluralendung von — — Die seltenere Form soll des Gleichklangs wegen vorgezogen worden sein. (Vgl. Geseniüs Lehrgeb. S.858. Uebrigens hat eine solche Form by b)y schon Fürst in der Konkordanz angenommen, aus welcher er die Form Epy erklärt.) „Hier möchte die Wahl des syrischen Plurals darauf Hinweisen, daß Jakob ihn aus dem Hause seines aramäischen Principals mitgebrachr." — Höchst sinnreich ist das Scholion zu Gen. 49, 10, nach welchem sür fftw ttf’W steht, wie 15,2 piTD“ =^8'j ttfW/ und unter welchem Achija der Schilonit (s. 1 Kon. 11, 29) verstanden wird, der die Trennung der Reiche aussprach; eine Deutung, die gewiß verbürgter ist, als die Phantasmagorien früherer Interpreten. — Genes. 49, 2i wird ri/\N — rbw nach Herder (wahrscheinlich nach der LXX 6TsXs%og uvtißivov) genommen, mit Vergleichung von P). 29, 9, wo rn>\x den nYlJJ? gegenüber gesetzt werden. — Exod. 16, 15 „und sie sprachen zu einander: Man ist das." Nach der Aehnlichkeit nämlich mit dem ihnen bekannten, in Arabien einheimischen Manna, aber Moses berichtigt ihre Meinung, es für ein wunderbares Geschenk Gottes erklärend. Aehnlich schon Abrabanel und Houbigant. — Erod. 24, 10*) „und sie sahen den Gott Israels (so. die V. 17 erwähnte 'i"i TOD HNID); aber unten an seinem Fuße (sc. des Berges, der V. 4 erwähnt wird und zu ‘py’n V. 9 per synesiu hinzudenken ist) war cs wie ein Werk 3C."; also kein so glühendes, intensives Licht wie das der Flamme auf des Berges Spitze, und daher begegnete den V. 11 nichts Böses, obwohl sie Gott schnüren, und sie aßen und tranken.— Exod. 28, 17—20 sind die Namen der Steine, wie Levir. 11, .13 und Deut. 14, 5, 12 ff. die Namen der Thiere und Wöget, bei deren Verdollmetschung es auch der angestrengteste Fleiß selbst mit Hilfe der Etymologie und der Reception kaum weiter als zu schwankenden Muthmaßungen und Hypothesen bringen dürfte, unübersetzt geblieben und nur für den Lehrer sind die gangbarsten Bedeutungen in einer Note zufammengestellt worden. Für ein Hierolithikon mag es wohl eine intereffante Untersuchung sein, ob CHN* den Granat oder den Sardonyx bedeute, der Synagoge und Schule aber muß dies ganz gleichgiltig scheinen. — Lev. 2, 14 wird die Erklärung des Sifri zu dem Worte durch XpE1) 7pT dadurch gerechtfertigt, daß TO von dem Arabischen 8D0 mit synthetischem Resch abgeleitet wird. (So *) Diese Erklärung verdanken wir einer brieflichen Mittheilung des Herrn Verf. und befindet sich nicht in dem in Rede stehenden Werke.