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Der Orient · 1844-01-16 · 3 (16.1.1844) · p. Spalte 39-40

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Journal
Der Orient
Volume
1844
Issue
3 (16.1.1844)
Date
1844-01-16
Page
Spalte 39-40 (sequence 4)
Language
German
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39 Studien. I. Trigland's Abhandlung über die Sekte der Karäer. weil, wenn es feststeht, daß derTodte sselbst ein heiliger Gegenstand ist, alles ihm Geweihte von selbst diesen Charakter erhalr. Nur daß das Erdreich selbst yp-^p nicht diese Eigenschaft erhalte, wird aus der Analogie mit Götzendienst bewiesen, daß llämlich liegendes Erdreich, wenn es auch abgöttisch verehrt worden, dennoch nicht als iy hinsichtlich des Gebrauches zu betrachten ist. (Beschluß folgt.) Jakob Trigland's Abhandlung über die Sekte der Karäer. (Im Auszuge übersetzt und mitgetheilt.) (Fortsetzung.) Die zweite Gattung von Ueberlieferungen hat die Makkabäer zu Urhebern, insofern als sie einige Neuerungen machten in ^Betreff der Erlaubniß am Sabbat zu kämpfen, in Betreff des Chanukafestes und andrer Dinge, und die Assidäer unter ihrer Oberaufsicht es in's Werk setzten/ Der an der drittrn Stelle stehende Ananus scheint mir Niemand anderes als R. Chananja, der Sohn Hiskia's zu sein; hier wurde von denen, die dem Epiphanius diese Nachricht gegeben haben, ihm das zugeschrieben, was Hieronymus nebst sehr Vielen dem Hillel und Schammai zuschreibt, wahrscheinlich weil er selbst ein berühmter Lehrer war und in seinem Hause das Haus Schammei und £tM 18 Dekrete festsetzten (s. Mas. Sabbat Kap. 1). Der letzte fruchtbare Urheber neuer Bestimmungen war R. Akiba, der die Zerstörung Jerusalems überlebte, viele uene Traditionen einsührte und in den Buchstaben, ja sogar in den Punkten und Linien große Geheimnisse zu finden glaubte. Das mündliche Gesetz ging, wie R. Abraham Zakuto im Iuchasin bemerkt, gleichsam neu aus seinem Munde hervor. Doch gab es immer noch Streitigkeiten, bis unter dem Kaiser Antonin R. Iehuda Ha-kadosch alle bewährten Traditionen in der Mischna niederlegte. Und da diese von allen Bote Midraschim und Synagogen des zerstreuten Volkes als Gesetz angenommen wurde und die Verfolgungen der Gegner hinzukamen, so wurde die Zahl der Karäer auf eine sehr geringe herabgesetzt, bis Anan austrat, der sie wieder verstärkte (Kabbala von R. A. b. D.) Nachdem wir so die Geschichte der Sekte betrachtet haben, bleibt uns Nichts mehr übrig als zu untersuchen, ob jener berühmte Streit zwischen dem Haus Hillel und dem Haus Schammai irgendwie hieher gehört. Es wird dies von den karaitischen Schriftstellern zuversichtlich hehauptet. So sagt R. Moses Beschizi in dem vortrefflichen Buche HDD, baß die Karäer die Lehre des R. Schummai unverändert und einmüthig festhielten; R. Schammai habe sie von R. Schemaja empfangen, und dieser von R. Iehuda Ben Tabba>, zu dessen Zeit Israel 4ij sich in zwei Sekten spaltete. Der Kollege des R. ^ctjuba sei R. Simeon Ben Scherach gewesen, der Alles nach Willkür feststellte und mit Iehuda in Streit gerieth, sein SelM war Abtalion und Abtalion's Schüler Hillel der ältere, uon welchem die Rabbaniten ihren Ursprung haben. Der Talmud sagt von ihrer Meinungsverschiedenheit: Wo auf einer Sem das Haus Hillel und auf den andern das Haus Schamma, steht, so ist die Entscheidung nach dem Hause Hillel zu machen; übrigens sollen nach dem eignen Geständniß der lianer die Schammajner gelehrter sein als die Anhänger Hii-! lel's, aber weil der letzteren mehr sind und sie thörichter Wch nach der Mehrzahl zu entscheiden pflegen, so behält bas^uä! Hillel den Vorzug. Ebenso sagt R. Iefet, indem er die Reihenfolge der karaitischen Lehrer unter dem 2ten Teim! bestimmt, daß Nittai (der Arbelit) und Iehoschua den Perachja das Lehramt dem Iehuda ben Tabbai und dem Simeon Heu j Schetach übertrugen, daß der Letztere die heil. Schrift verltzs und willkürliche Neuerungen einführte, denen sich N. Ich,da j entgegenstellte, daß nach Iehuda Schemaja und Abtalion Lehm j wurden, Abtalion seine Weisheit dem Hillel übergab, Hillel ckr j den Kabballisten; Schemaja aber den Schammai zum Sh,-I ler hatte und Schammai der von den Karäern am höchsten verehrte Greis sei. Nun weiß ich gar wohl, daß von den Gelehrten Schammai mit Hillel zugleich unter die Vertheichl j der Traditionen gezählt wird. Aber wo? im Talmud. Vcn \ wem? von den Rabbaniten selbst, die, mie man wohl m, j in der Geschichte unerfahren, in ihrer eignen Angelegechi: | mit Recht für verdächtige Zeugen oder Richter gelten mW. J So wenig wie man den Karäern unbedingten Glauben schenl ken darf, so wenig ist gleich Alles hinzunehmen, was die kW Albernheiten sich ergehenden Talmudisten geschrieben lM. W Zwar eignen sich die Rabbaniten den Schammai ganz W W zu, ja nach einer Erzählung in Masechet Sabbat wies Schm- W mai einen Heiden, der Proselyt werden wollte, aber dm W mündlichen Gesetz keinen Glauben schenkte, entrüstet von sch W während ihm Hillel als Proselyten annahm. Sogar mutt j den Karäern giebt es einige sehr alte und gelehrte Männer,» die den Schammai auf die gleiche Stufe mit Hillel setzen; si z. B. R. Schalmon Ben Ieruchem in einem sehr schöim Gedicht, welches die Nichtigkeit des Talmuds und der Talmdischen Lehre darstellt. Darauf läßt sich aber antworten,^ R. Schalmon zu den ersten karäischen Schriftstellern gehört, die uns übrig sind, daß diese durchaus nicht Alles wußten und geprüft haben, was sich auf die alte Geschichte bezieht, j weil es ihnen an Büchern fehlte, daß also ihr Urtheil in derj gleichen Dingen vom Talmud abhängig war; die folgenden: dagegen haben durch fleißiges Studium und lviele Reisen, lon'ic durch Benutzung andrer Denkmäler, eine viel genauere Kenntniß hierin erlangt. Auch muß man, wie mir scheint, viel auf das Urtheil des Hieronymus und der alten Nazaräer geben, welches ganz mit der Erzählung der Karäer übcrcinstimmt, wie wir im vorigen Kapitel gesehen. Dazu komnu, daß, nach einer von ihren Vorfahren ererbten Sitte, die Kn-

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