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Der Orient · 1844-01-09 · 2 (9.1.1844) · p. Spalte 25-26

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Journal
Der Orient
Volume
1844
Issue
2 (9.1.1844)
Date
1844-01-09
Page
Spalte 25-26 (sequence 5)
Language
German
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! 25 I Studien. .I. Trigland's Abhandlung über die Sekte der Karäer. — Lit. Analekten. 26 | dm Fortgang dieser Streitigkeiten und gewisse, wenn auch f nicht scharf abgegrenzte Perioden der farisäischen Lehre zu P bemerken. Es gab nämlich eine Zeit, wo der Farisäismus I nur im Keime da war und gleichsam im Verborgenen einp herschlich, von der Zeit jener Lehrer, die einen Zaun um das! Gesetz zu machen, anriethen, bis auf R. Simeon Ben Schetach. 8 Zn dieser Zeit gab es Neuerungen, Spaltungen, und, wie E Josts fantiqu. 13, 9) sagt, drei Sekten, aber sie ver-! fuhren mehr verborgen und gemäßigt bis auf den Ausbruch | des Streits über das mündliche Gesetz unter Johann Hyrkan I und Iannai, unter deren Negierung ihre Frechheit so grcß ß mrd, daß sie ihren Traditionen eine verbindliche Kraft beiß legten und sogar über die Ehre und das Geschick ihrer Für- | sten und hohen Priester zu entscheiden wagten; von der anf dern Seite aber R. Simeon die neue Erfindung aus Egyp- K ten brachte, wodurch er allen menschlichen Verordnungen, ß vermöge der kabbalistischen Kunst den Schein, als feien sie | im Gesetze Mosis enthalten, geben konnte. Von da an ist 1 die Zeit der Parteiungen und heftigsten Kämpfe, indem die | welche das Regiment führten, bald diese bald jene Partei f begünstigten. Johann Hyrkan war anfangs den Farisäern, i dann den Käräcrn günstig; diese erhob vorzüglich Iannai I Alexander, aber nach dem Rath des sterbenden Gemals beugte | sie wieder Alexander, indem sie sich ganz an die Farisäer anschloß. Von ihren beiden Söhnen hielt es Hyrkan mit den Farisäern, Aristobul mit den Karäern. Von einer offentiichenDisputation, welche R. Simeon Ben Schetach in Gegeng wart des Königs Iannai, gegen letztere, unter dem Namen [ der Sadducäer, sehr siegreich hielt, erzählt die MegillatTaa- E nit Kap. 10. In Folge derselben entfernte Simeon nach | und nach alle Sadducäer aus dem Synedrium. Um diese f Zeit kam der Name Farisäer (d^DD) auf. Als vornehml sie Kämpferpaare werden erwähnt R. Simeon Ben Schetach i und R. Iehuda.Ben Tabbai, R. Hillel und Schammcu, und i R« Elioser mit R. Gamalliel. Und zwar wurde unter den | Lehrern so gestritten, daß bei dem Volke, welches verschiedenen j Parteien folgte, in sehr wichtigen Dingen sowohl verschiedene f Meinung als verschiedene Handlungsweise stattfand. So vor- | züglich in Betreff der Sabbatsfeier. Immer aber waren durch Zahl und Begünstigung die Farisäer oben auf, denn I nicht nur waren sie bei den Fürsten Alexander, Hyrkan, He- | rodes (der den Hillet geliebt haben soll) in großer Aufnahme, sondern auch beim Volke wurden sie sehr verehrt, theils we- ' gm ihres anscheinenden Scharfsinnes in kabbalistischer Beweisführung, theils wegen ihrer erheuchelten Tugenden, ihres £ Wrs in Verbreitung der Religion, ihrer außerordentlichen - Reinlichkeit im bürgerlichen Umgang, ihrer Almostnspenden, I ihrer Milde gegen Verbrecher und ihrer Strenge gegen sich? stlbst. Epiphanias gibt in der 15. Härese vier Quellen, der I Mischen Traditionen an. <dsvzsQcoGsig 8s tc<xq1 2 3 avzoig, ^6t er, zsoöccqsc, rjGccv, yua {isv sig ovo^ia Mcovascog zov | ftQOtpTjTov, dsozsQti 5s sig zov dtSaGuciXov avzov Anißciv, | °VTßj Kctiovjiisvov, 1] BttQCMlßttV ctXb] 8s sig zov Avdav f : 7] Avvccv zov y.cu Iovdav. stsqcc 8s sig zovg viovg Acaayuovcaov. sk zovvcov zcov zsggchqcöv Ssvtsqcogscov ogu ziclq' avzoig vsvoyuGzai oirjGsi GocpiaG, aGocpiag 8s za utlsiGzu av%azai %ai oi8szcu neu sv za^si rtQOKQizcaag 8i8aGY.ahag ßoazai zs neu cps{ii&zcu. Als erste Quelle also gilt das, was durch kabbalistische Kunst aus dem Gesetz Mosis h'erausinterpredirt wurde von R. Simeon und seinen Anhängern, als ein Beispiel kann hier gelten, was der Talmud Sanhedrin Kap. 23 und Juchasin p. 67 von der Vorforderung des Königs Iannai vor R. Simeon's Gericht erzählt. (Fortsetzung folgt.) Literarische Analekten Zur Erklärung einiger Kunstausdrücke in den Ritualien. 1. Pksmott (M2). In einer Selichotsammlung der hiesigen Rathsbibliothek (vergl. Delitzsch's Katalog, cod. hebr. VIII, worin auch das Alter dieses Codex angegeben ist) findet sich folgende Randglosse, die Erklärung dieses Wortes betreffend: jjw b'<p DDVn NM PDPD pmnn jun nw b"i ,on 'nwn *) Disn^ 'i idni m ^Dn p wbm t/nm n n p *> d d □ NrrniN b jiwd* ra np^o nti »tttCnbpd prm ♦minn rw )£> mar nh rby bw Daß Pismon vom Glossator durch „Gesangs (vfivog) erklärt wird, ist nicht so wichtig, als die Hinweisung auf die Pesikta. Es würde nämlich daraus hervorgehen, daß es wirklich eine Radix djd, in der Bedeutung „singen" gegeben, und Levita's Worte im „Ti sch bi" (s. v. dtd) würden demnach an Wahrscheinlichkeit gewinnen. Zwar erklärt Musafia das Wort nejp) der Pesikta durch mW) nUMJ, allein abgesehen davon, daß eine Konstruktion wie •' NDID Hp^D, nach Musasia's Erklärung, sehr sonderbar klingt, ist auch die )tbleitung aus dem Griechischen, auf welche Musasia sich stützt, sehr dunkel; denn TtaGfioi, welches Landau gesetzt, bedeutet nichts weniger als „Freigebigkeit" 3)+ 2. Tamrue (nnon). Hr. Dukes führte LB., Nr. 34, Col. 540, Jahrg. 1843, gegen meine Bemerkung im LB. Nr. 52, Col. 831, Iahrg. 1842, eine Stelle aus Abraham Gawison's Omar Ha-Schikcha an, worin dem Worte 1) Diese Erklärung ist aus Elija Levita's Tischbi entnommen. 2) Im Aruch s. y. wo diese Stelle citirt wird, heißt es -rvD. - 3) Sollte etwa NJOID das griech. Ttac^a, in der Bedeutung „Zuversicht" sein, wodurch die Art, wie R. Iochanan das O deutet, eigentlich erst erklärlich wird?

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