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Der Orient · 1842-12-27 · Heft 53 (27.12.1842) · p. Seite 418

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Journal
Der Orient
Volume
3 (1842)
Issue
Heft 53 (27.12.1842)
Date
1842-12-27
Page
Seite 418 (sequence 3)
Language
German
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— 418 — ST. Das Königreich Belgien. Hier ist der Jude des vollkommenen Bürgerrechts theilhaftig. — Die literarische Lhätigkeit geht besonders von Dr. S o m m e r h a u se n und Dr. CarmoLy aus z der Letztere setzt seine Revue orientale mit Ernst und.Talent fort. — Dieselbe glückliche Bewandtniß hat es mst den Juden in SS. Holland, . Nur einmal zog ein leiser Schatten über dieses erfreuliche Bild. Der -schwedisch - norwegische Generalkonsul K g idius gab sich die undankbare und klägliche Mühe, die Holland. Juden in den Augen der Welt grau in grau abzukon- ' terseien. Die Bemühungen des Adv. LipManD'Md ihr , glänzender Erfolg zu Gunsten der Juden zog auch in Deutschland Hie allgemeine Aufmerksamkeit auf sich. —- Wilhelm 11. jeigt sich gegen die Juden als ein eben so -wohlwollender Fürst wie sein Vater Wilhelm 1., der jetzige Gras von Nassau. S6. Frankreich. Nur in den an Deutschland grenzenden Departements ist die Emancipation noch nicht in succum et sanguinem übe-rgegangen. -In Paris machen jüdische Künstler und Künstlerinnen fortwährend sehr großes Aufs eh en. Aus den Wahlurnen sind 1842 drei jüdische Namen: Ach. Fould, Max Cerfherr und Eremieux heroorgegangen. — Cahen setzt sein Bibelwerk und seine Archives israelifces de France .fort. In der Angelegenheit der preuß. Juden nahm besonders der Courier frangais von vorn herein für sie mit Warme und Entschiedenheit Partei. — . Die . hierarchische Propaganda und ihr Organ, l’Univers reiigieux, zeigt ihre Intoleranz auch im Judenhasse. 97. England. Hier zeigen sich die Parteien im Ganzen vorurtheilsfreier. Dagegen ist dort noch die Bekehrungssucht in voller Blüthe. Aus, England schöpft das Misstonswesen seine Hauptkraft , den nerv08 rerum gerendarum. Darum war die Gründung einer halbmonatlichen Zeitschrift, wie der Voice ok dacod (Kol Jacob) zeitgemäß. New Jewish Ckirohicle scheint wieder eingegangen zu sein, und von dem Jewish Magazine ist uns noch nichts zu Gesichte gekommen. Mit Auszeichnung sind die Arbeiten und Bemühungen des Dr. .Löwe und zum Theil auch des I. Abr. Benis ch aus Mahren zu nennen.—Der religiöse Grundton herrscht, wie unter den übrigen Confesstonen Englands, auch unter den dortigen Juden vor. Doch zeigten sich alle Parteien in England und außerhalb desselben gleich eifrig in ihren Sir Moses Montefiore dargebrachten Beweisen von Anerkennung" und Dankbarkeit, obwohl derselbe der Westsynagoge und dem durch-sie drohenden Schisma wohl etwas zu herrisch und hochfahrend entgegentrat. Der Geist läßt sich, wofern er nur nach Wahrheit strebt, durch Machtsprüche heutzutage nicht mehr bannen. Darum werden auch die bürgerlichen Rechte den Juden nicht lange mehr vorenthalten bleiben. Die - geringere Zahl der Leidenden macht dabei nichts aus, wie denn.überhaupt die Statistik.-(der Fall, des Staatsraths..Hoffmann in Preußen hat .es sattsa.m bewiesen) zwar eine großer Vervollkommnung ' fähige und derselben durch fleißigen Anbau entgegenreifende Wissenschaft ist, aber keinen gehörigen Maaßstab für das 'Recht, zu hewilliHen und zu verweigern abgiebr, -— In den englischen ^ol-onien, wie in Jamaika ist dieEmancipation schon zur Vollständigkeit gediehen, — Ein Handelsftaat ist in der That doppelt anzuklagen und handelt gegen seinen eigenen Vortheil, wenn er den Unterschied der Religion urgirt. rßSpn d§r- Whwerz, von Spanien und Portugal haben wir nichts zu berichten, eben so wenig vom eigentlichen Italien, da wir die Mantuaner Ereignisse schon unter Oesterreich erwähnt haben. Auch von Griechenland ist nichts Erhebliches zu melden. Dasselbe gilt von den kleinen' Fürstentümern an der türkischen Grenze. Es bleibt uns in Europa also nur noch übrig S8. Die Türkei. . Hier dauert noch die alte Verwirrung fort und die Juden mögen sich mit ^dem Schicksale trösten, unter dem dort alle Nichtmuhammedaner'seufzen. Rohe Brutalität, Paschawillkühv und Fanatismus spielen hier noch immer eine gewichtige Rolle. Man ist an all dieses schon so gewöhnt, daß man einen Streit, wie den . neulich zwischen den Armeniern und -Juden in Konstantinopel ausgebrochenen, kaum der Beachtung werth hält. Nicht besser ergeht es den Juden im übrigen Orient, wie in. Syrien (wo man jetzt auch noch Bekehrungs- Parforcejagd auf sie .macht), in Persien und in Nordasrika. Glücklicher sind sie in 599. Amerika. Zahlreiche Schaaren von Juden, besonders aus Baiern, wand.ern alljährlich dorthin; es bilden sich fortwährend neue Gemeinden und schon holt man in Betreff der Liturgie und der .Rabbinerwahl (ich erinnere hier nur. an das Beispiel Charleston's) in europäischen Städten Rathschläge ein. . So.hat uns unsere Wanderung zuletzt sogar weit über das Meer.geführt. Möchten wir bald alle Klippen überwunden haben, die noch in der alten Welt unsere Eintracht und unser Recht bedrohen. Afrik a. I Bevibevei. Den .bereits früher im „Orient" abgedruckten Auszügen aus dem im Constitutionnel stehenden Aufsatze über die Juden in der Becberei füge

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