Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1842
- Issue
- 52 (20.11.1842)
- Date
- 1842-11-20
- Page
- Spalte 829-830 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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829 880 Literarische Nachrichten und Miscellen. schales) erschienen. Der Titel dieses Drama's ist im Hebräischen Di^, ein französischer Titel findet sich gegenüber und wie ich vernehme, soll dieses Werk dreisprachig erscheinen, -nämlich französisch, deutsch und hebräisch. Sind wir Hrn. Letteris für seine meisterhafte Nachbildung, deren Schönheit in der neuhebräischen Poesie der jüngsten Aeir ihres Gleichen sucht, den ungetheiltesten Beifall schuldig, so verdient nicht minder der Verleger für die herrliche Ausstattung unfern Dank. In einer sehr schönen Vorrede spricht sich Hr. Letteris über dieses sein neuestes Werk den frühern gegenüber (yw nm, TWri , W xU) aus und macht aufmerksam auf seinen ersten Versuch in und der Leser dieser Arbeit wird mit mir gewiß darin übereinstimmen, daß sie den neuhebräischen Dichtungen in Italien auch nicht im Geringsten nachsteht. Der Stoff wurde längst als passend zur dramatischen Bearbeitung angesehen; Salomo Usque gab zu Venedig 1619 schon ein Drama unter dem Namen Esther in spanischer Sprache heraus, und das Drama von Racine haben außer Letteris auch Joseph Haltern und Sal. I. Rapaport übertragen. Die Uebersetzung von I. Haltern wurde zu Berlin im Jahre 1798 vollendet, und dem Herausgeber der Jedidja übergeben, der sie seitdem gliederweis in der Jedidja hat abdrucken lassen; die Uebertragung von Rapaport ist unter dem Namen n’Drp erschienen, neben beiden ist aber auch die Uebersetzung oder vielmehr Nachbildung von Letteris höchst wünschenswerth. In der neuesten Zeit hat auch der treffliche hebr. Dichter in Wilna, Sal. Salkind den Gegenstand der Errettung durch Esther in epischen Gesängen unter dem Titel niJW’.V wovon er den 1. Gesang in seinem Liederbuch veröffentlichte, dichterisch behandelt. Fürst. Die Erscheinungen hebräisch-belletristischer Arbeiten unter den slavischen Israeliten. Unter den slavischen Juden, die noch abgeschlossen wie in früher» Jahrhunderten leben, wird die meuhebräische Poesie noch immer fleißig angebaut. Wir zählen hier folgende Produktionen auf, die wir später ausführlich beurtheilen werden. 1. rWD die Geburt Mosis, Drama in 2 A. Mit einem Anhänge von Gedichten und einer Uebersetzung von Schiller's Bürgschaft. Von Eisak Kandia. Warschau, 1829. 8. — -2. ODSO , “ ' *’ty:v oder fHTin, die Geschichte vom Wiesel und Brunnen (nach Taanit) in 5 Gesängen. Von M. Laski. Warschau, 1840.8. Denselben Gegenstand hat erst kürzlich M. E. S t er n in Wien in deutschen Versen bearbeitet. In dem „Kalender od. Jahrbuch für Israeliten auf das Jahr 5603" (Wien 1843) findet sich dieses Thema p. 141 —154 unter dem Titel: „die stummen Zeugen, eine romantisch-didaktische Sage aus dem Talmud", welcher Stoff freilich bei Hrn. Laski noch weiter ausgesponnen ist. Aber auch schon früher wurde dieses Thema verarbeitet. (S. Migdal-Oz XXXI. Anm. 5).— 3. rÖQü *np>p/ der Fall Sisra's und die Befreiung Israels durch Barak und Debora. Drama in 2 Akten von Nachman Iizchak Fisch mann. Lemberg. 1841.6. .Diese Arbeit gehört zu den besseren Produktionen der neuhebräischen Poesie, was die Diction anlangt, obgleich der ganze Gedankengang ohne große Eigenthümlichkeit hervortritt. — 4. (Weilchen), eine kleine Sammlung von Gedichten und Erzählungen, großentheils Nachbildungen. Von Juda Klatzko. Leipzig 1842. 8. Die Sprache ist schön und lieblich und trägt fast den Charakter der Jungfräulichkeit an sich. Das schönste Gedicht ist in dieser Sammlung unstreitig die Elegie, betitelt ry-^n hy rvchw nach ihr die Kaffide „der Araber in der Wüste" aus dem Polnischen. — 5. Liederbuch von Salman Salkind. Wilna, 1842. 16.Größtenteils Uebersetzungen aus d. Deutschen (von Klopstock, Heydenreich, Schiller u.A.), Russischen, Französischen und Polnischen, aber in trefflicher, ausgezeichneter Sprache. Sinnig sind die Gedichte auf die hebräischen Monats- und Jahresschriften, als da sind. Pirche Zafon, Zijon, Bikkure ha-Jttim, Kerem Chemed und es thut wohl, daß wenigstens die hebräische Muse das Streben dieser periodischen Schriften anerkennt.— 6. D^Tli^ DVorDD, Epigramme und andere Gedichte, mit einer ausführlichen Abhandlung über die epigrammatische Poesie, über Eigenthümlichkeit und Gesetze derselben, von I. A. Benjacob aus Wilna. Leipzig, 1842. 8. Die schönsten Epigramme, die wir in hebräischer Sprache besitzen, die an Schönheit des Ausdrucks und an spitzen Pointen die Epigrammen Sommerhausen's übertreffen. Sehr ansprechend und belehrend ist die Abhandlung DrpD "iDiSD, vorzüglich die dabei gebrauchten Beispiele aus älrern Epigrammen. Auch zeigt sich Hr. Benjacob in'dieser Sammlung als gewandter Uebersetzer. — 7. t£Hp ^2) oder eine Sammlung von vermischten Liedern, von Abr. Bär (zusammengezogen lynri) ben - Chaj. Lebensohn in Wilna. Leipzig, 1842. 8. Der Dichter, Hr. Lebensohn, handhabt die hebräische Sprache in meisterhafter Weise, die Diktion tritt uns feierlich-, gemessen, erhaben und höchst durchgebildet entgegen, und wie ich glaube, werden selbst seine Rivalen auf dem Felde der neuhebräischen Poesie ihm gern die Palme reichen; aber um so strenger verdient seine Vorrede, worin er gegen die deutsch nicht hebräisch schreibenden Gelehrten loszieht, eine strenge Kritik, welche wir uns auch für die Folge verspüren. Fürst. Literarische Analekte. Nach einer brieflichen Mittheilung aus Prag hatte Hr. Dr. Sachs, Prediger daselbst, den arabischen Ursprung des Wortes vor meiner im Literaturblatte Nr. 49 gegebenen Berichtigung schon vermuthet, und es auch durch zwei Stellen aus muN ps des R. Simon B. Zcmach (ed. Livorno) näher beleuchtet. — Ich theile diese zwei Stellen um so