Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1842
- Issue
- 52 (20.11.1842)
- Date
- 1842-11-20
- Page
- Spalte 827-828 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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827 Literarische Nachrichten und Miscellen. 828 sprechen werden kann, durch welche sie im Stande waren, treuer zu übersetzen. Man mochte von dieser Uebersetzung sagen, was wir oben (833* 1841. Nr. 20) von den alten Commentaren bemerkten: Sie redet mehr selbst, als sie den Autor reden läßt! Doch bemerken wir mit Vergnügen, daß schon der spätere Theil des vorliegenden Heftes sich immer mehr unsrer Ansicht anschließt. — Wir scheiden für diesmal mit dem Wunsche einer schleunigern Fortsetzung. Literarische Nachrichten und Miscellen. Salomo Parchows Machberet ha-'Arrrch. Im Interesse der Wissenschaft ist es^ mir sehr lieb, den Lesern des Orients die Nachricht geben zu können, daß der Druck des uralten Wörterbuchs von Salomo ben Abraham Jbn- Parchon durch Hrn. F. G. Stern in Puch6 seinen gedeihlichen Fortgang hat, welchem Werke des Machberet von Menachem ben Saruk folgen wird. In dem mir vorliegenden Abdrucke bis zur Wurzel finde ich den Druck sehr schön und diesem alten Werke angemessen; es ist in schönem Quartformat mit Quadratbuchstaben gedruckt, und nur.die Anmerkungen des Herausgebers sind mit kleiner rabbinischen Schrift, die aber freilich lieber unter dem Texte hätten ihren Platz finden sollen. Das schöne und edle Streben der jüdischen Gelehrten unserer Zeit, die vom Schicksal uns erhaltenen Geisteswerke unserer Altvordern mit ungemeinen Opfern zu veröffentlichen, verdient unsere Anerkennung und Hochachtung im höchsten Grade, und zwar um so mehr, als die schöne Zeit der maurisch-iberischen Periode noch nicht gekommen, wo der Reichthum unserer Glaubensgenossen auch in dem Glanze geistiger Schätze seinen Stolz und seine Befriedigung sucht. Fürst. Kimchi's Commentar zur Genesis. Die längst angekündete von Abraham Ginzburg in Ungarn unternommene Herausgabe des Kimchi'schen Commentars zur Genesis ist nun in Preßburg erschienen. (Preßburg, 1842. 8. Ant. Edler v. Schmid. 91 Blätter umfassend.) Die Handschrift lag in der königlichen Bibliothek zu Paris und wurde von einem Landsmann des Herausg., von Hrn. A. Kohn aus Preßourg, kopirt u. dem Hrn. Ginzburg als ein Mittel zu seinem Fortkommen übergeben. Wenn aber schon Hr. Kohn für die Gefälligkeit des Kopirens als mittelbare u. entfernte Veranlassung der Herausgabe unfern Dank verdient, so find wir Hrn. Rafael Kirchheim in Frankfurt a. M. unfern ungetheilten Dank dafür schuldig, daß er die Copie kritisch durchsah, von Fehlern säuberte und mit einigen Anmerkungen begleitete. Auch die Ergänzung des Commentars zu den ersten 12 Versen der Genesis aus den Werken Kimchi's verdient unfern Dank, obgleich sie nur ein schwacher Nothbehelf ist', der jedenfalls bei der Auffindung des wahren Textes weichen muß. Daß durch diesen Kimchi'schen Genesis -Commentar das Gebiet unserer Exegese sich bedeutsam erweitert, wer möchte, wer könnte das leugnen? Aber auch Kimchi's Persönlichkeit und Ansicht erscheint uns hier in einem schönen Lichte; fast durchgängig finden wir hier auf die Hagada's wie sie in den Midraschim und in den Tatmuden niedergelegt sind, Rücksicht genommen, bald sie deutend und sinnig auslegend, bald sie abweisend. Eine Charakteristik dieses Commentars gehört in das Lireraturblatt. Fürst. Tanchum's Commentar zum Habakuk. In dem nächsten Bande der Ca h e n'schen Bibel, die 12 kleinen Propheten enthaltend, wird Tanchum Jeruschalmi's arabischer Commentar zum Habakuk mit einer französischen Uebersetzung abgedruckt erscheinen. Tanchum ben Josef aus Jerusalem ist nur zu sehr von den Juden und bis auf Pocock auch von den Christen vernachläßigt und vergessen gewesen, als daß'wir das von ihm erscheinende, und wenn es auch noch so gering ist, nicht! mit Freuden begrüßen sollten. So viel wir jetzt wissen, dehnte sich die Thätigkeit Tanchum's nach zwei Richtungen hin aus, nämlich nach dem Gebiete der Exegese und nach dem der grammatischen und lexicalischen Studien; auf dem Felde der Exegese besitzen wir von ihm: 1) einen arabischen Commentar über die historischen Bücher (Josua, Richter, Samuel, Könige); 2) über die Propheten mit Ausnahme des Jesaja; 3) über die 5 Megillot und Daniel; und aus diesen vorhandenen, läßt sich schließen, daß er auch noch [bie übrigen Bücher der Schrift commentirt, vorzüglich da der Verfasser (nach der Mittheilung von Gagner) einmal, sagt, daß er auch Jjob commentirt. Schnurrer und Pocock haben diesen Commentar benutzt, und ersterer sogar in seinen philologisch-kritischen Dissertationen zu Ex. 21. eine Parthie mitgetheilt; aber es wäre sehr zu wünschen, daß bei den vielen Bibelwerken mit Biur, die in unseren Tagen noch immer erscheinen, einer sich des Vergessenen annehme und Tanchum's Commentare in's Hebräische übertragen abdrucken lasse. Zu den exegetischen Schriften Tanchum's gehören auch: 1) sein Commentar zu den Hastara's (wie es scheint); 2) seine hermaneutische Einleitung in das Studium der Bibel, welches ausführlich in „Pococks Leben" beschrieben ist. Zu einer andern Richtung seiner Arbeiten gehört sein talmudisches Lexikon in arabischer Sprache, genannt (t>. t). Marsch ad, der rechte Weg^, wo die talmudischen Wörter, seltner die hebräischen erläutert werden. Auch von diesem Werke wäre ein Specimen sehr wünschenswerth. F ü r st. Racirre's Tragödie Esther, hebräisch. Von unserem trefflichen hebräischen Dichter M. Letreris ist nun so eben das biblisch-dramatische Stück Racine's in einer ausgezeichneten Uebertragung und Nachbildung in Prag (bei W. Pa-