Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1842
- Issue
- 51 (13.11.1842)
- Date
- 1842-11-13
- Page
- Spalte 813-814 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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813 814 Jüdisch - philosophische Literatur. Die neueste Ausgabe des Kusari. Sider. weniger passend, wprh Dmrp kann man auch für t^prfr annehmen (vgl. Ges. Lehrg. §. 79, 3. c. S. 270. §. 94. Anm. 2. 3. S. 319 vgl. S. 161, und die d efective Schreibung Ez. Ch. S. 372). Eine solche verbale Construknon kommt übrigens bekanntlich auch bei festen Nominibus schon in der Bibel vor, und auch sonst so z. B. Ez. CH. 87, 10. Add. 47) Die Auffassung solcher Formen ist, wie man schon aus dem vorliegenden Fall ersieht, für die Syntax wichtig. Die bei Hirschfeld (halach. Exeg. S. 4/0. Anm.) gegebene Etymologie hat H. Cassel in seiner trefflichen Recension bereits zurückgewiesen. — Endlich über das Adject. relat. (S. 10. A. 2), über dessen Form als patronym. zu D'Cnty (1 Reg. 17, 6) schon Talmud Cholin fol. 5 a. die Rede ist, vgl. Tosaph. daselbst. — Wir verlassen die Formenlehre mit einer kürzer gefaßten Notiz, auf die oben verwiesen wurde. Es handelte sich oben (Nr. 13. Anm. 11) nun die Nominalformen Ayron b. Elia's im Verhaltniß zu Kalir, und (Nr. 14. Anm. 19) um das Verhaltniß des wissenschaftlichen zum poetischen (namentlich pajtanischen) Hebraismus im'Allgemeinen. Delitzsch's offener Selbstwiderspruch genüge vorläufig, um zu glauben, daß die von ihm allegirten Formen nicht gerade aufKalir und dessen Nachahmer führen. Die einzige, gerade von Delitzsch nicht herbeigezogene Form bietet Cod. Lips. durch die Lesart wyü [45, 19*, wo auf unsre Feststellung der Lesart Kusari III. §. 5. fol. 10, 1) in den Bemerkungen für Brecher's Supplementband verwiesen ift 48)]. Nach unsrer Wurzeltheorie wäre hier nur eine Apocope des Z. Nadic. n, analog dem fut. apoc. it/p, welche beide nebst ü/yl sich in Kalirs Sichronot zum 1. Neujahrstag finden (vgl. Aunz g. V. S. 384, ]>), und zwar des Reimes halber. Nach der Theorie des bt») DD’ ist hier keine Apocope. Auf jeden Fall haben wir ein nom. -verbale zetten des Vaters (n) mn nn rmnn fol* "27, b)?U — Wuxtorf scheint das Buch nicht gesehn zu haben, denn er hält es für einen Eommentar über Esther (I3ibl, Rabb. 8. v.)$ vgl. S. 90. Nr. 149, wo offenbar auch ein Fehler. — Andere Hilfsmittel stellen uns augenblicklich nicht zu Gebote. — Auch dieses Werkchen ist interessant, fol. 35, b. spricht der Vers, von der Schrift pao ppNID seines Verwandten des R. L. B. G. Der Schluß enthält eine Apologie des Rambam, wo auch bemerkt wird, daß der Dajan R. Pinchas aus No Amon letzteren -es Plagiats beschuldigt habe, was auch sonst schon bekannt ist. — Genug, um auf diese Werke hingewiesen zu haben, welche beide die polemische Richtung des Kusari theilen. 47) Daher emendirt Delitzsch ohne Noth (Ez Eh. 1. XI. Anm. 14.) das b ist jedenfalls dasselbe wie in dem vorangehenden -psn^. 48) LB. 1841. Nr. 20. Anm. 3. — Nöthige Sorgfalt für seine geschwächte Gesundheit verhindert H. Brecher an der Herausgabe; daher werden diese Bemerkungen an paffendem Orte und mit Auswahl veröffentlicht werden. mit Q zu vergleichen mit von racl. Vift, im Talmud iwsD rad. wm, und!?bb von bbn mahlen 49). So findet sich häufig im wissenschaftlichen Hebr. der terin. Dt^DD mit einer besonderen Bedeutungsnüance, während in der Bibel nur mccra vorkommt. Hier ist es, auch nach der gewöhnlichen Theorie, nicht gerade nothwendig, an eine Apocope zu denken; wenn man nur zugiebt, daß der neuhebr. Schriftsteller Formen aus der Wurzel bilden dürfe, die in grammatischer Analogie begründet sind50). Und schon in der Bibel findet sich neben (vgl. noch Mischna Sukka f. 44) das inase. neben ruw, so auch bei Moses ben Esra (Dukes S. 97. Z. 4); nach Delitz sch (de Ilabacuci proph. etc. Lps. 1842. p. 31. Not.74, aus Hirsch CHajes genommen) ist sogar jtsw r&JD, welches Rapaport für Susa nimmt, nichts Anders als das Buch Susanna (also eigentlich nJW, wo wegen des Finalbuchst, (l) nicht an einen blosen Wegfall des Abbreviaturstcichelchens zu denken ist). Auch bei Salomo Ben Gabirol finden sich Formen wie bn1, (für rn&tf, vielleicht nach ^n)E Der Grammatiker Abr. SbnT Esra, in der bekannten Diatribe gegen Kalir zu Koh. 5 (vgl. Stimmen über die Plutim v. Aniam b. Schemida im LB. 1641) geißelt auch nur die fem. Construktion von und es sollte uns wundern, wenn der scharfe Kritiker nicht da, wo er selbst als Dichter auftritt, von der licenlia poetica auch in dieser Hinsicht mehr Gebrauch machte, als er seiner strengen Theorie nach Andern gestatten mochte. Erkennt man doch auch den Rationalisten nicht in seinem poetischen Ergüsse! Man erinnert sich hier an das bekannte Wort von Lessing: Es sind nicht alle frei u. s. w.!5i). Sein prosaischer,' wissenschaftlicher Styl hält sich durchaus nicht, wie es auch nicht möglich ist, an den bloßen biblischen 49) bfofö Vaterstadt des £3 JON ,m\, vgl. Äruch s. v. fc&DD, Baba Batra f. 67. Rapaport» 50) S. oben Nr. 43. 51) SQSiv vernehmen aus guter Quelle, dass H. Drt M. Sachs in Prag ein Werk über ältere hebr. Religionspoesien für den Druck vorbereitet. Es sollen die Originale, zum Theil inedita, oder wenig bekannte, von einer künstlerischen Nachbildung in deutscher Sprache begleitet sein, um einen möglichst adäquaten Eindruck bei dem deutschen Leser zu bewirken. Proben dieser Art liegen bereits im LB. des Orients, in einigen für den Prager Tempel, als Ersatz für die weggelaffencn Piutim des Versshmmgstages, besonders abgedruckten Gebeten, und im Wiener Voltscalender für Israelicen vor. Einzelne Anmerkungen und eine allgemeine Einleitung werden die Originale von allen Seiten beleuchten, besonders den darin ausgesprochenen ethischen und religichen Geist und Gehalt, so weit er als ein Lebenszeichen des Iudenthums erscheint, unparteiisch darstellen. Es kann nicht fehlen, daß bei der ästhetischen Beleuchtung auch die sprachliche Seite in Betracht komme, und die von uns angeregte Vergleichunz des poet. mit dem wissenschaftlichen Styl wird hoffentlich dort gründlicher durchgeführt werden.