Mannheim
Compact Memory

Der Orient · 1842-11-13 · 51 (13.11.1842) · p. Spalte 809-810

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Orient
Volume
1842
Issue
51 (13.11.1842)
Date
1842-11-13
Page
Spalte 809-810 (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/8555529-9894039-9894118--2413-3529909
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

809 810 Nachricht über Josef Ben-Jehuda. Bon Munk. bischen Schriftstellern führt, so ist dieser weit entfernt, einen Beweis gegen die Identität abzugeben, er dient im Gegentheil diese noch mehr zu bestätigen. Denn diejenigen, welche sich hebräisch Jehuda nennen, führen gewöhnlich im Arabischenden Namen Ja'hja Der berühmte Grammatiker Rabbi Jehuda ben-David 'Hajjug wird im Arabischen Abu-Iakarijja Ja'hja ben- Da'ud o) genannt; Rabbi Jehuda ben-'Abbäs heißt Abulbaka Ja'hja ben-'Abbcks 6). (Fortsetzung folgt.) 5) Siehe Ure's Catal. Bibi. Bodl. nianuscr. hebr. p. 90, n. 458. Unter diesem Namen wird er von dem Grammatiker Abulwaltd Merwün ibn-G'anna'h (Siehe mein: Notice sur R. Saadia Gaon p. 12.) citirt. 6) R. Jehuda ben-'Abbas wird in der dritten Pforte des Tachkemoni (cd. Amst. s. 8) als einer der guten hebräischen Dichter zu Maghreb erwähnt, der nach dem Osten gewandert (rm& niSnND)*). Eins seiner Werke befindet sich in der Bodlejanischen Bibliothek (S. Ure, 1. c. p. 67. n. 366). Er ist der Vater des Samuel ben-Jehuda, der bei Al-Kifti in seinem Tarlkh al-'hokama (s. Casiri s. 440) und beiAbulfarag (p. 408) erwähnt wird und der nach der Annahme des Jslamismus ein Werk gegen die Juden unter dem Namen I pLsf £ geschrieben**). Wir besitzen noch von Samuel eine'Mitlheüung über seine Erziehung und Bekehrung im Jahre 558 (1163). Siehe die Handschrift n. 214 des Fonds de Saint-Germain - des-Pres. s. 64. Zu Anfang dieser Mittheilung drückt er sich in folgender Weise über seinen Vater Jehuda aus: ^U! (JW Ls ÄAJ d^JO ^/O ln5jj *••••• f & J '*B»^*Ä* *) Seine Gedichte werden nur theilweise gelobt) denn es heißt daselbst D'Onyi D^iDH D'W b), itin *vwr\ Tra D'OID N'bl D'O'Yp Nb, D’Otyn ddno Dnäpl. 2lls Dichter in dem Dreigestirn der Jehuda's, nämlich neben Jehuda ben- Bal'am, Jehuda ben-Giat, erwähnt ihn schon Jeschuah bar Elijahu Ha-Lewi, der Sammler des Diwan des Jehuda ha- Lewi, in der arabischen Einleitung zu dem gesammelten Diwan (Luzzatto B. b. I. S. 15), und ihm gehört auch die bekannte Akeda, welche beginnt nnDrfr p$n ny, deren Anfangslaute DNOy bilden, wie es auch ausdrücklich in dem handschriftlichen Machasor bei Reggio bemerkt ist mrp ‘"b. DNDJ? (Luzzatto 1. c.). Wir hätten also zwei Nachweise über diesen Dichter, im Tachkemoni (!. c.) und in der von Jeschuah ben Elijahu verfaßten Einleitung zum Diwan Jehuda Ha-Lewi's. Fürst. **) R. Jehuda al-Eharisi erwähnt auch diesen ungerathenen Sohn, indem er nach der Erwähnung des Jehuda ben- Abbas im Tachkamoni (L. c.) in harten Ausdrücken fortfährt pnom nfcj N’bsn, pnD p "l^in nid nj d. h. mid; er (wie der vorher erwähnte Abraham Jbn-Esra) zeugte einen ausgearteten Sohn (Samuel), der die boshaftesten Schandthaten verübte. Vgl. noch über diesen Sohn Or. LB. 1840. N. 9. c. 36. Fürst. yc<==f f u"L^ «s*2* 20^0 LäJCw.X> s ^5 yJJti t d. h. Mein Vater hieß Nab Jehuda b e n - A b u n ***), aus der Stadt Fas, welche im äußersten Westen liegt. Rab ist nicht ein Name, sondern ein Titel, der Doetor bedeutet...... der Name, den er unter den Arabern führte, war Abul-baka Ja'hja ben-'Abbas al-Maghrebi; denn der größte Theil ihrer ausgezeichneten Leute führt einen arabischen Namen, der verschieden von dem hebräischen oder von demselben abgeleitet ist." Wir lernen aus derselben Mittheilung (f. 68), daß Rabbi Jehuda sich in Aleppo aufhielt. Nachdem er die Neuigkeit von der traurigen Verirrung seines Sohnes vernommen, der sich damals in der Umgegend von Mosul befand, reiste er sofort ab, um ihn zu sich nach Hause zu führen; allein in Mosul angekommen, wurde N. Jehuda von einer heftigen Krankheit ergriffen, die ihn schnell wegraffte. ***) Der Name Jehuda ben-Abun könnte uns vielleicht vermuthen lassen, daß der Abu-Zakarijja ben-Abun, der sich unter dm Genossen Jehuda Ha-Lewi's im Diwan findet (Luzz. B. b. I. S.' 20) mit unserem Jehuda identisch sei, da wir oben gesehen, daß ein Jehuda den arabischen Namen Abu-Zakarijja führt. Auch der Abun (jdn), dem Jehuda Ha-Lewi ein Gedicht zugesandt und den man nicht näher bezeichnet (Luzz. 1. c. S. 16) kann derselbe sein. Fürst. Literarische Nachrichten «nd Miseellen. Beiträge zu dem Blutaberglanben der Christen. In der Zeitschrift für historische Theologie Bd. 7. Jg. 1837 gab Train eine Geschichte der Juden in Regensburg, worin er mit der unverzeihlichsten Leichtgläubigkeit oder mit großer Unverschämtheit eine Geschichte über einen von den Juden begangenen Mord christlicher Kinder mittheilt. Dr. S a a l sch ü tz in Königsberg liefert in derselben Zeitschrift Jg. 1841 Bemerkungen über diese Geschichte, worin er den Verläumder widerlegt, wobei freilich zu wünschen wäre, daß er mehr Logik und Schärfe gebraucht hätte. Starker Judenhaß kann durch solche Milchargumente nicht kurirt werden. In demselben letzten Jahrg. giebt auch der Herausgeber eine Uebersicht über die Damaskusgeschichte mit Angabe der darüber erschienenen Schriften auf 28 Seiten. Freilich auch größtentheils ohne Kritik. — F. Zur Geschichte der Juden Badens. Zum Verständniß des Rechtszustandes der Israeliten in Baden im 18. Jahrhundert ist als beste Quelle zu empfehlen folgendes Werk: Magazin von und für Baden, hgg. v. Holzmann. Carlsruhe 1802. In Bd. I. S. 73 und Wd. U. S. 34 findet man eine fleißige und ausführliche Darstellung über diesen Gegenstand. — F.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.