Mannheim
Compact Memory

Der Orient · 1842-11-29 · 49 (29.11.1842) · p. Spalte 781-782

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Orient
Volume
1842
Issue
49 (29.11.1842)
Date
1842-11-29
Page
Spalte 781-782 (sequence 7)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
90% known words query
IRI
…/8555529-9894039-9894116--2397-3529875
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

781 Jüd. rtltetthumskunde. Die Beschneidung bei den Israeliten. Bon Dr. Bergson. 782 ten erklärt. Einmal S. 35: (jÖ- I cX^o ULo o lxjpJüJl ^-sLÜLä i. e. Über finiuiu melodiarum, pertinentiuni ad scientiam componendorum sonorum et r hy thm oru m, und das andere Mal S. 38: Ex sonis musicis variis, certo ordine se inviccm >«?.'? 9 «<? excipientibus, componitur 1 plur. s sive melodia. jrfc verhält sich demnach zu das sich auch in der ersten angeführten Stelle befindet, wie melodia zu rhythmus. Leipzigs A. Ink. Reeerrfionerr kn Rheinwalds theologischem Repertorium Bd. 38. Frankel: historisch-kritische Studien zur Septuaginta S. 97. —- Winer: Grammatik des bibl. und targum. Chaldaismus. S. 98. — (Nork): vollst. hebr. chald. rabb. Wörterbuch üb. das A. T. S. 99. — Eyth: Klassiker und Bibel. S. 151. — Haupt: Prophetenstimmen. S. 149. — #tr§eU Das Lied der Lieder. S. 150. — König : die Gesänge Davids. S. 150. Jüdische Alterthrrmskrmde. Die Beschneidung bei den Israeliten. Vom historischen, kritischen und medicinisch en S tandpunkt. Von Dr. Joseph Bergson. (Fortsetzung.) In Bezug auf die Israeliten glaubt er dieselbe Sitte annehmen zu müssen, indem er hiermit die merkwürdige Forderung Sauls an David zusammenstellt, ihm als Morgengabe für seine Tochter Michal hundert Vorhaute der Philister zu bringen, welche Forderung David gar nicht befremdend erscheint und daher er sie auch als etwas Bekanntes (1 B. Samuelis 18, 25 „und bauchte David die. Sache gut zu fein") erfüllt, um für diesen Preis der Tapferkeit seinen Lohn zu empfangen. In späteren Zeiten scheint diese von den egyptischen Kriegern zu den israelitischen 'übergegangene Trophaensitte abgekommen zu sein. Auch die Stelle aus Josua 5, 4 wird hier benutzt, und der Accent auf dem zweimal dort vorkommenden Ausdruck: israelitische Kriegsleute, gelegt, weil von ihnen, als solchen, die Palästina erobern sollten, durch die nachmalige Beschneidung die Schande Egyptens abgenommen und sie somit mit einem besondern Ehrenvorzug ausgestattet werden sollten. Noch in dem heutigen christlichen Abyssi'nien fand Salt^L) im I. 1805 eine ähnliche Kriegersitte. Bei einer Truppenmusterung, der er beiwohnte, warf jeder Soldat vor den Ras, ihren Beherrscher, die unlaugbaren Trophäen seiner Tapferkeit hin. Salt sah hierbei einige Soldaten deutliche Beweise Vorbringen, daß Knaben, nicht Männer, Opfer ihrer Wuth gewesen seien. Er äußerte seinen Abscheu so stark hierüber gegen den Ras, daß dieser jenen Soldaten die Beweise seines Beifalles verweigerte, welche er beständig den andern Kriegern ertheilt hatte. Diese sicherste Erkennungsweise, daß wehrhafte Männer und nicht Knaben und Weiber dem Schwerdte unterlegen seien, bewog noch in neuern Zeiten das Volk der heidnischen Gallas39), ihre frühere Sitte zu verlassen, nach welcher sie die Köpfe der Erschlagenen Mitnahmen und dagegen jene Siegeszeichen zu wählen. Dieser Umstand, die Geschlechtstheile als Trophäen zu benutzen und Belohnung oder Belobigung durch das Vorzeigen einer recht großen Zahl in der Heimat!) zu erlangen, mußte aber eben so oft Veranlassung werden, daß die eigenen todten Landsleute verstümmelt wurden, um mit den von ihnen entlehnten Trophäen betrügerischen Ruhm zu erwerben, wie noch in der neuesten Zeit die Griechen den Türken vorwacfen, daß sie die den eigenen Todten abgeschnittenen Nasen und Ohren nach Constantinopel, als Siegeszeichen, von den Griechen errungen, sandten. Daher, fahrt Autenrieth fort, mußte diese Sitte die Krieger selbst dahin führen," wenn sie mit unbeschnittenen Feinden zu thun hatten, um sicher die ehrlose Feigheit der eigenen Landsleute zu Schanden zu machen: sich zu beschneiden. Dieses gewahrte überdies den Vortheil, daß bei der großen Sorgfalt, die die Alten namentlich die Egyptier,, für die Aufbewahrung der Todten hatten, man auf dem Schlachtfelde die Freunde auch noch als Leichname erkennen und für ihre Bestattung sorgen konnte, wie ein ähnlicher Fall im letzten französischen Kriege vorgekommen sein soll, wo, wie eine glaubwürdige Person dem Verfasser dieses Aussatzes erzählt hat, bei Halberstadt auch zwei französische jüdische Soldaten von den Russen bei einem Ausfall getödtet wurden, und unter den Leichen von den Vorstehern der dortigen jüdischen Gemeinde an den Zeichen der Beschneidüng erkannt und hierauf auf dem jüdischen Begrabnißplatz begraben wurden. Hiermit bringt nun Autenrieth den obigen Jeremianischen Ausspruch 40) auf Egypten und seinen König, unter Unbeschnittenen auf dem Schlachtt felde liegen zu müssen, in Einklang. Daß der Beschneidung ursprünglich kein religiöses Motiv zu Grunde liege, sucht Autenrieth aus dem Mangel eines religiösen Bekenntnisses bei vielen wilden Völkern, 38) Valentins und Salt's Reisen. Weimarsche Sammlung. 1811. 45. Bd. p. 556. 39) .Lmlolph, hist, aethiop. Lib. I. eap. 16. 40) Ieremia 32, 19.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.