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Der Orient · 1842-11-29 · 49 (29.11.1842) · p. Spalte 783-784

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Journal
Der Orient
Volume
1842
Issue
49 (29.11.1842)
Date
1842-11-29
Page
Spalte 783-784 (sequence 8)
Language
German
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783 Jüdische Merchumskunde. die sich beschneiden, z. B. bei den Negerstammen mit krauser Kopfwolle, die doch eigentliche Fetischdiener waren und an der Westküste Afrikas leben 41), oder bei den Mexikanern und den Salivas-Jndianern, bei denen selbst der fromme Pater Gumila, der überall Religion witterte, keine Spur eines religiösen Sinnes zu entdecken vermochte, zu erweisen. Auch gehe dieses aus dem christlichen Glaubensbekenntnisse eines abyssinischen Königs^) hervor, welcher sagte, daß die Beschneidung der Abyssinier, ähnlich den Einschnitten im Gesichte bei den andern Aethiopiern und Nubiern, und dem Durchbohren der Ohren in Indien so wie dem Tatöwiren der Haut, bloße Landessitte, ohne religiöse Bedeutung, gewesen wäre. Ebenso sollen bei den beschnittenen negerähnlichen Kaffern am Rio de la Soa43), so wie bei den Bewohnern von Otahaiti, die Beschneidung nichts mit dem dortigen religiösen Glauben zu thun haben, dagegen mit der kriegerischen Sitte-der .Völker wohl harmoniren, indem z. B. die genannten Kaffern ihre Knaben erst dann beschneiden, wenn sie zu Männern erklärt werden, und nach ihrer Genesung von der Operation gebe man ihnen in die rechte Hand ein Beil und in die Linke 5 Wurfpfeile mit einem Schilde zum Zeichen, daß sie jetzt mit Männern in Krieg ziehen können. — Nachdem hierauf noch bemerkt wird, daß die männliche Beschneidung nicht an gewisse Menschenracen gebunden ist, indem man sie sowohl bei Völkern aus der kaukasischen (Araber, Juden, Türken), aus der ameri- 41) Degrandpre, Voyage a la cöte ocddentale -d’Afrique. Paris 1801. Tom. 11. p. 40. 42) Ludolph. 1. c. - 43) Boucquoy, Reise nach Indien. Leipzig 1771. p. 30. - Anhang p. 316. Literarische AnkündigUngen« 784 kanischen (Mexikaner , Salivas - Indianer), wie aus der afrikanischen Race (Neger, Kaffern) finde, legt Autenrieth auf das Klima einiges Gewicht,'indem sie ursprünglich nur in den wärmern Erdstrichen vorkomme. Wo der Mensch, wie in den Tropenländern, wenig oder gar nicht bekleidet ist, da müsse, wenn er ein Bedürfniß fühle, sich von andern zu unterscheiden, das Zeichen, das erkennen ließe, zu welchem Stamme oder Kaste er gehöre, fast nothwendig dem Körper selbst eingeprägt werden. In einer wilden und barbarischen Zeit strebe immer ein Stamm vor dem andern, durch Grimmigkeit und rohe Tapferkeit seinen Feinden, die nicht zu seinem Stamme gehören, sich furchtbar zu machen, von ihnen möglichst viele unläugbare Siegeszeichen zu erbeuten und mußte er zuerst darauf verfallen, seine Krieger auf irgend eine unvertilgbare Weise auszuzeichnen. Darum treffe man aber auch die Beschneidung immer nur bei einzelnen Stämmen mitten unter andern unbeschnittenen, an. So wären im völlig gleichen Klima neben den unbeschnittenen friedlichen Bewohnern der Admiralitäts- Inseln, die beschnittenen und kriegerischen Bewohner der andern Südsee-Inseln, ebenso bei den wilden Stämmen in Amerika und Afrika, wo ein kriegerischer Stamm mitten unter den übrigen, denen er zum Schrecken lebt, die Beschneidung ausübt, anzutreffen. Auf gleiche Weise wären auch die alten Egyptier und Israeliten, die sich in den Kriegen mit ihren unbeschnittenen Nachbarvölkern auszeichneten, zu der Sitte gelangt, sich zu beschneiden. — Dieses ist die Autenrieth'sche Ansicht, die wir, da er sie als eine strategische Maßregel bei den verschiedensten Völkern der Erde betrachtet, als eine ethnographischstrategische zu bezeichnen keinen Anstand nahmen. — (Fortsetzung folgt.) Literarische Ankündigungen. In diesen Ankündigungen werden literarische Anzeigen aller Art, besonders in so weit sie jüdische und orientalische Geschichte und Literatur betreffen, gegen Sgr. für die gespaltene Petit-Zeile oder deren Raum ausgenommen. £154.] Von C. L. Fritz sch e ist durch alle Buchhandlungen zu haben: \ örnptp-w? nun' oder die Pesacli-IIagada, travestirt fürs Purimfest, von Dr. H. Somerhause«, Verfasser der Epigram. hebraica et«. Brüssel, 1842. Sehr compact und correkt autographirt. 16 S. gr. 8. Netto 10 Ngr. [155-3 Bei Heinrich H«nger in Leipzig ist erschienest : Dr. Samuel Hirsch, die Religionsphilosophie der Juden oder das Princip der jüdischen Religionsanschauung und sein Verhältniß zum Heidenthum, Christenthum und absoluten Philosophie dargestellt und mit den erläuterten Beweisstellen aus der heiligen Schrift, den Talmudim und Midraschim versehen. 6 Thlr. Verlag von C. L. Fritz sch e. Druck von Z. H. Nagel.

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