Der Orient
- Journal
- Der Orient
- Volume
- 1842
- Issue
- 48 (22.11.1842)
- Date
- 1842-11-22
- Page
- Spalte 757-758 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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757 Bibel-Exegese. Beiträge zur Wortkritik der 12 kl. Proph. Bon E. Meier. ' 758 Bibel-Exegese. 1. Beiträge zur Wortkritik der 12 kleinen Propheten von Dr. Ernst Meier, Docent in Tübingen. (Abgedruckt im 4. Hefte der theolog. Studien und Kritiken. Ig. 1842.) Der ganze Umfang der Beitrage beschrankt sich zwar blos auf 10 schwierige Stellen in den kleinen Propheten, nämlich auf Amos 4, 3; Hosea 5, 8;. 10, 9; Micha 5, 5; Nahum 2, 8; Habakuk 3, 9; Zacharja 12, 10; 14, 18; Obadja 16. 20, welche der Verfasser auf 25 Octavstiten abgethan; allein da die Untersuchung gerade Stellen betrifft, welche die größten Schwierigkeiten darbieten, so werden die Leser dieses Blattes gewiß nicht ungern sehen, wenn ich hier eine Uebersicht dessen, was dort geboten wird, zusammenstelle. Amos 4, 3 heißt es in der 2. Vershälfte was noch kein Exeget richtig und genügend erläutert hat. I. D. Michaelis gestand, daß er diese Phrase nicht verstehe; Kimchi und nach ihm christliche Gelehrte bis auf Gesenius erklären H:pDpn pD1tf Palast, mit H der Bewegung, also: „und ihr werdet geworfen werden in (des Feindes) Palast"; allein diese Erklärung ist nur ein schlechter Nothbehelf, da p£np mit n geschrieben, und im Sing, gebraucht unwahrscheinlich ist, abgesehen davon, daß der Zusammenhang nicht angemessen erscheint. Sachs (in der Arnheim-Sachs- Fürst'schen Bibel) übersetzt: „ihr werdet geworfen werden nach Harmon"; diese Erklärung aber scheint noch schlechter als ein Nothbehelf zu sein und von der von Michaelis nur darin sich zu unterscheiden, daß das Bewußtsein der Unzulänglichkeit geschwunden. Aber auch das erste Wort ist schwierig. Die Masora hat wo das agglu- (inirte n jedenfalls auffallen muß. In meiner Coricordanz habe ich die Meinung (des Syrers, Symmachus und des Targum) angeführt, daß der Name für Armenien sei, und schon Bochart löst das Wort auf in ■ p^-in und daß man wirklich schon sehr früh das Wort getheilt, beweist die Uebersetzung des Theodotion, eig v'iprjlov öqoq oder der LXX. eig to oQog tb rP(>fi(xav. Allein man begreift nicht, was man mit „Berg" hier anfangen soll, und daß Armenien durch pD-'in benannt sein soll, ist unrichtig, da man weiß, daß das Wort, aus welchem Armenien gebildet wurde, aus Oft " CHN geflossen. Nach einer anderen Erkläeung, die ich dort gegeben, und die Hitzig spater ohne Nennung der Quelle entlehnte, ist npEHn zusammengeflossen aus rtflEH TIm/ entweder dadurch daß TTi in yH abbreviirt war veranlaßt oder sonst durch eine Eorruption im Volksdialekte, dessen Amos als ehemaliger Hirt sich bedient haben mochte (denn pft"’] “HP ist eine kleine Sladt in der Ebene von Megiddo ssiuD wie schon Hieron. zu Zach. 12, 11. hat) und ich bin durch die Stelle Zach. 12, 11 zu dieser Erklärung gekommen, die mir auffallen mußte, weit selbst die Tradition sich dort Conjecturen erlaubte. Der Sinn wäre dann: „Und ihr werdet geworfen werden nach Hadad-Rimmon" d. h. eure Leichen werden dahin geschleudert werden, wo ihr (Weiber) den Cultus des Hadad durch *i£)pK> übtet. Allem auch mit dieser Erklärung ist nicht Ziel gethan, da man dann nicht mit der Masora lesen kann und der Sinn auch viel zu gesucht erscheint. Eine wunderliche Eonjectur macht Ewald; er liest HfiEH also: „ihr werdet werfen auf den Berg den Rimmona"; allein man findet nicht, daß eine syrische Gottheit geheißen, sondern nur p&p, Nun theilen wir die Meinung des Hrn. Meier mit, zu welchem Zwecke wir hier ein Resume gegeben, pftp heißt eig. Granatapfel, und ist Symbol der Fruchtbarkeit und deßhalb Attribut des Baal, d. h. die Sonne als zeugende- Naturkcast symbolistrend. Der griechische Herkules, dem Baal entsprechend, wird ebenfalls mit 3 Aepfeln dargestellt, daher Mrilcov zubenamt; Rimmon ist also ein Prädikat des Baal. Nach dieser Vorerklarung spaltet Hr. M. das Wort in Ppft nnn, und zwar PiTi als Acc. aufsafsend, also: „ihr werdet werfen auf den Berg das Mona" — und ruift als Namen von pO, wovon also Götzenbild/ Der ganze Vers würde lauten: durch" die Mauertrümmer werdet ihr fliehen, eine jede vor sich hin, und werdet werfen auf den Berg den Lügengott (Götzen) oder ihre Götzen Ob diese Eonjectur das Schicksal der früher erwähnten schlechten Conjecturen zu theilen verdient, möge der Leser bemtheilen, nur habe ich noch zu erwähnen, daß in der Etymologie von p^ nur ein Drittel richtig ist, und dieses Drittel in andern Werken besser begründet ist. — Besser ist die Erklärung von Hof. 5, 8, wo bekanntlich bas pft02 sehr schwierig ist. Maurer, Hitzig und Andere suppliren Etwas, als: hinter dir — tobt das Schwert — Binjamin; Ewald bezieht ■tapnN auf das Vorige, nämlich auf Bet-Awen, das hinter dir liegt; Sachs in der erwähnten Bibel hats bei der Schwierigkeit belassen; ist aber das Erste schon mißlich, so ist es das Letztere gewiß noch mehr. Hr. M. nimmt sehr gut in der Bdtg. von also: dein Untergang, Ende. „Verkündet laut beim Unheilhaus den Untergang Benjamins"; nur hatte Hr. M. aus der grammatischen Gestaltung der Feminalformen vor Suffixen den Beweis herholen sollen. Es ist nämlich dem Hebräischen eigenthümlich, daßFeminalformen vor Suff, die Feminalendung abwersen z, 35. für ip. 30., DMA für DWanrc. — Eine der auffallendsten Stellen in den kleinen Propheten ist unstreitig Obad. 20. Hitzig übersetzt: „dieisraelitischen Gefangenen dieser Veste (d. h. diejenige Schaar, zu welcher er gehört,) werden vertreiben (?) was Phönicier sind bis Zarfat, und die Gefangenen Jerusalems) die in Sefarad sind, werden die Städte des Südens in Besitz nehmen. Hpp also „die Veste", worin Obadja mit jüdischen Gefangenen lebte; vor ftOM PEW ist 48